Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums_des_Innern. Es wurde am 1. Mai 2004 errichtet.Der Präsident ist Christoph Unger. Der Vizepräsident ist der ehemalige Vizepräsident des Bundeskriminalamtes, Rudolf Atzbach.
Der Dienstsitz befindet sich seit Juli 2006 in Bonn-Lengsdorf (davor im Stadtbezirk Bad Godesberg).
Das BBK gibt die Zeitschrift ?Bevölkerungsschutz? vierteljährlich heraus.
Aufgaben
Nach dem Zivilschutzgesetz (ZSG) von 1997 gehören zum Zivilschutz folgende Aufgaben:
Selbstschutz
Warnung der Bevölkerung
Schutzbau
* Aufenthaltsregelung
Katastrophenschutz
* Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit
* Maßnahmen zum Schutz von Kulturgut (hierzu betreibt das BBK im Barbarastollen bei Oberried einen zentralen Bergungsort)
Diese Aufgaben werden im BBK durch sog. Zentren wahrgenommen:
* Zentrum A ? Zivilschutzausbildung
* Zentrum F ? Zivilschutzforschung, ABC-Schutz/-Vorsorge
* Zentrum I ? Kritische Infrastrukturen
* Zentrum K ? Krisenmanagement
* Zentrum M ? Medizin
* Zentrum N ? Notfallvorsorge/Notfallplanung, Internationale Angelegenheiten
* Zentrum T ? Ergänzender Katastrophenschutz, Technik und Ausstattung
Für die Koordinierung der Katastrophenhilfe wurde im Zentrum K das GMLZ (Gemeinsames Melde- und Lagezentrum) eingerichtet und das Deutsche Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS) entwickelt. Eine weitere Aufgabe ist die Koordinierung von Nachsorge, Opfer- und Angehörigenhilfe (NOAH) im Rahmen der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) bei Katastrophen und Terroranschlägen im Ausland. Die Fachinformationsstelle Zivil- und Katastrophenschutz (FIS) bietet allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern im integrierten Hilfeleistungssystem die Ausleihe von Fachliteratur und Kopien aus Fachzeitschriften an.
Zum BBK gehört die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Diese Institution (Zentrum A) ist die zentrale Aus- und Fortbildungseinrichtung im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Fachinformationsstelle
Die Fachinformationsstelle Zivil- und Katastrophenschutz ist ein Fachbereich im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Sie sammelt, erschließt und vermittelt Fachliteratur zu allen Themen des Zivil- und Katastrophenschutzes.
Sie unterstützt den Bevölkerungsschutz bei Bund, Ländern, Gemeinden und Hilfsorganisationen mit moderner Informationsvermittlung und bietet ihren Kunden durch die Aufbereitung und Strukturierung von Wissen einen Mehrwert für die tägliche Arbeit. Als Vermittler von Daten, Fakten und Informationen zu Fragen des Bevölkerungsschutzes erschöpft sich der Service der FIS nicht nur in der Ausleihe von Büchern. Im Internet kann jeder Interessent in 'deLiKat', der deutschen Literaturdatenbank für Zivil- und Katastrophenschutz, online recherchieren. Derzeit sind ca. 30.000 Dokumente in der Datenbank enthalten. Die FIS verfügt insgesamt über einen
Bestand von rund 53.000 deutsch- und englischsprachigen Medien (Bücher, Aufsätze, Videofilme, DVD und CD-ROM). Die FIS besteht aus Bibliothek und Dokumentation.
Geschichte der Zivilschutzbehörden
#1952 wurde die Unterabteilung Ziviler Luftschutz im Bundesinnenministerium eingerichtet.
#1955 wurde die Unterabteilung in die Bundesanstalt für zivilen Luftschutz überführt.
#1957 wurde diese Anstalt der Bundesdienststelle für zivilen Bevölkerungsschutz unterstellt.
#1958 wurde aus dieser Dienststelle das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz.
#1974 wurde es in Bundesamt für Zivilschutz (BZS) umbenannt.
#2001 wurden die Aufgaben des BZS durch das Haushaltssanierungsgesetz von 1999 dem Bundesverwaltungsamt (BVA)übertragen. Das BZS wird in das BVA übergeleitet und nimmt dort die Aufgaben des Zivil- und Katastrophenschutzes als Zentralstelle für Zivilschutz wahrgenommen.
#Am 1. Mai 2004 wurde das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe errichtet. Die Errichtung einer eigenen Behörde wird mit Unzulänglichkeiten bei der Bekämpfung des Elbehochwasser 2002 und bei der generellen Organisationsfähigkeit der Zentralstelle gezeigt haben, begründet.
Weblinks
• Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK)
• deutsche Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS)

