Bund freier Jugend
Der Bund freier Jugend (BfJ) ist eine österreichische politische Jugendorganisation mit Sitz in Linz. Sie ist Anfang 2003 als Nachfolgeorganisation der AFP Jugend entstanden und eine Unterorganisation der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP).DÖW: [http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2003_01/jugend.html Neues von ganz rechts - Jänner 2003. "Eine Jugend startet durch!"] Der Bund freier Jugend wird vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) als neonazistischDÖW: [http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2005_04/bfj.html Neues von ganz rechts - April 2005. Hart wie Kruppstahl?] und vom österreichischen Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als rechtsextremBundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung: [http://www.bmi.gv.at/downloadarea/staatsschutz/VSB_06.pdf Verfassungsschutzbericht 2006], S. 35 und neonazistischBundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung: [http://www.bmi.gv.at/downloadarea/staatsschutz/VSB_06.pdf Verfassungsschutzbericht 2006], S. 50 eingestuft.
Einschätzungen
Gemäß dem BVT spielen die Tätigkeiten des Bundes freier Jugend eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Rechtsextremismus in Österreich. Der BfJ habe als einzige österreichische rechtsextreme Jugendorganisation eine ?gefestigte Struktur und eine straffe Führung?. Er betreibe eine ?kontinuierliche und konsequente Rekrutierungsstrategie?. ?In politisch-ideologischer Hinsicht wird? ? nach dem Vorbild der Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), zu der enge Kontakte bestehen ? ?langfristig auf die Ideologieverfestigung, die Heranbildung weltanschaulich geschulter Kader und die Etablierung politischer Positionierungen abgezielt.? ?Die Aktivitäten des BfJ weisen darauf hin, dass diese Personenverbindung mittel- und langfristig eine führende Rolle als Träger, Erhalter und Verbreiter rechtsextremen Gedankengutes in Österreich anstrebt.? Wegen seiner ?guten Kontakte zu allen wesentlichen Szenebereichen? könnte der BfJ die rechtsextreme Szene in Österreich über Alters- und ideologische Unterschiede hinweg enger zusammenrücken lassen. Dies begründet ?eine von dieser Gruppe ausgehende erhöhte Gefahr für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit.?
Michael Gruber beurteilt die Ausrichtung des Bundes freier Jugend eher als völkische Blut-und-Boden-Ideologie und weniger als rassistisches Weltbild. So stehe nicht die ?weiße Rasse? sondern das ?Deutsche Volk? im Vordergrund. Der BfJ sehe sich selbst in der Tradition der bündischen_Jugend der 1920er Jahre.Michael Gruber: [http://www.planet.gruene.at/index.php?seite=themen&tid=39823 die nächste generation]. In: Grüne Bildungswerkstatt (Hrsg.): planet° - zeitung für politische ökologie. Nr. 47, Winter 2006
Aktivitäten
Der Bund freier Jugend sieht sich als ?Anlaufstelle für die Jugend ? welche sich noch wehren möchte? und veranstaltet soziale Aktivitäten wie Sonnwendfeiern, verteilt Flugblätter und veranstaltet Vorträge und Reisen zu Demonstrationen. Dabei geht der BfJ regelmäßig konspirativ vor, um die Sicherheitsbehörden und mögliche Gegendemonstranten in die Irre zu führen. Auf ihrer Webseite stehen die Mottos entschlossen ? frech ? zielstrebig und Für Familie Volk und Vaterland.Webseite des BFJ, abgerufen am 22. April 2007 (wegen Verdachts auf illegale Inhalte nicht verlinkt) Der BFJ veranstaltet seit 2003DÖW: [http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2003_03/bfj.html Neues von ganz rechts - März 2003. "Tag der volkstreuen Jugend"] jährlich einen Tag der volkstreuen Jugend, zu dem auch Neonazis aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland, anreisen.DÖW: [http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_02/bfj.html Neues von ganz rechts - Februar 2004. BFJ lädt wieder ein] Dieses Treffen wurde 2005 von den Sicherheitsbehörden unterbunden;ORF: [http://ooe.orf.at/stories/108495/Neonazis im Visier des Parlaments], 11. Mai 2006 2006 konnte es in Ried im Innkreis stattfinden.[http://www.parlinkom.gv.at/pls/portal/docs/page/PG/DE/XXII/J/J_04167/FNAMEORIG_061986.HTML Parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Oberhaidinger und GenossInnen an die Bundesministerin für Inneres betreffend neonazistische Umtriebe der ?Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik? (AFP) und des ?Bundes Freier Jugend? (BFJ)], 26. April 2006 Zuletzt wurde der Tag der volkstreuen Jugend in Sankt Johann im Pongau veranstaltet, aber von der Polizei und den Verfassungsschutzbehörden aufgelöst und ?einschlägiges Material? beschlagnahmt.Der Standard: [http://derstandard.at/?url=/?id=2809030 Rechtsextremes Treffen in Salzburg], 16. April 2007
Als Hauptaktionsgebiete des Bund freier Jugend gelten der Bezirk Perg und das Innviertel.
Der Bund gibt die Zeitschrift Jugend Echo heraus, die sich selbst als Kampfschrift der nationalen Jugend in Österreich bezeichnet.[http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/organisation/afp_jugend.html Titelseite des Jugend Echos 1/2005]
Die Ausgabe vom August 2004 wurde wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Bayern beschlagnahmt.DÖW: [http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_08/bfj.html Neues von ganz rechts - August 2004. Jugend Echo in Bayern beschlagnahmt]
Gutachten von Heinz Mayer
Der bekannte Jurist Heinz Mayer untersuchte in einem Gutachten Publikationen der AFP und des Bundes freier Jugend ?am Maßstab des Verbotsgesetzes?. Darin kommt er zum Schluss, dass mehrmals ?klar? gegen das Verbotsgesetz verstoßen wurde. In der Zusammenfassung heißt es: ?Offenkundige und verbrämte Verherrlichung nationalsozialistischer Ideen und Maßnahmen, zynische Leugnung von nationalsozialistischen Gewaltmaßnahmen, eine hetzerische Sprache mit deutlich aggressivem Ton gegen Ausländer, Juden und "Volksfremde" sowie eine Darstellung "des Deutschen" als Opfer sind typische und stets wiederkehrende Signale. Von besonderer Aggressivität sind die Beiträge im JUGEND ECHO.?[http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/organisation/afp_gutacht.html Rechtsgutachten von o. Univ. Prof. DDr. Heinz Mayer über die "Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik" (AFP) und den "Bund freier Jugend" (BfJ)], 3. Februar 2005

