VW Bus
VW Bus oder VW Transporter ist die umgangssprachliche Bezeichnung des VW Typ 2, also des zweiten zivilen Volkswagens nach dem VW Käfer (Typ 1). Häufig wird er auch als ?Bulli? bezeichnet. Die Herkunft der Bezeichnung ?Bulli? ist nicht sicher geklärt, eine Vermutung bezieht sich auf das Zusammensetzen der Worte ?Bus? und ?Lieferwagen?. Er erblickte 1948 als Prototyp das Licht der Welt und ging ab 1950 in Serienproduktion. Inzwischen wird der Transporter in der 5. Generation hergestellt. Die Generationen sind von T1 bis T5 nummeriert, was teilweise zur Verwirrung mit der Bezeichnung Typ 2 führt. Der ?VW Bus? wird als Kleinbus, Kastenwagen und Pritschenwagen angeboten.
Der erste Prototyp geht zurück auf eine Zeichnung des niederländischen VW-Importeurs Ben Pon senior, der damals im Volkswagen-Werk die für den internen Transportverkehr eingesetzten ?Plattenwagen? gesehen hatte. Er ist das Urmodell der Kleinbusse.
Findige Arbeiter hatten zum werksinternen Warentransport ausgemusterte Käfer-Versuchs-Fahrgestelle genommen, diese durch ?Geradestellen? der Lenksäule zum Frontlenker umgebaut und eine einfache Holzplatte als Ladefläche montiert.
T1 (1950?1967)
Bild:Vw_bus_t1_v_sst.jpg/'>T1 in klassischer Zweifarblackierung
Bild:Vw_bus_t1_h_sst.jpg|T1
Bild:VW-Typ_2_Feuerwehr.jpg|T1
Bild:VW Bus T1 camper.jpg|T1 Camper
Die Serienfertigung des Volkswagen Typ 2 T1 begann im März Westfalia. In den 1960ern entwickelte sich gerade dieses Modell mit dem großen VW-Logo und dem V-förmig zulaufenden Bug zu einem oftmals buntbemalten Symbol der Hippie-Ära.
Ab Mitte der 1950er Jahre hatte der T1 sein typisches ?Schirmmützchen?, ein Dachüberhang über den Scheiben, in dem sich die Frischluftzuführung versteckte.
Seit 1962 war der Motor des VW-Busses den Käfern in der Leistung voraus: er bekam einige Komponenten der neu eingeführten Typ 3-Modelle (VW 1500, später 1600), und leistete mit einem Motor von 1500 cm³ zunächst 42 PS. Dieser Motor wurde oft zu Tuning-Zwecken auch in Käfer eingebaut.
Ab 1963 wurde bei Transportern (ohne Seitenfenster) und Bussen (mit Seitenfenstern) die seither charakteristische Schiebetür zunächst wahlweise statt der doppelten Klapptür zum Laderaum angeboten, je nach Länderversion auf der linken Seite oder auf der rechten, und in Sonderwunsch auch beiderseits. (Busse mit beiderseitigen Schiebetüren gehören zu den extremen Raritäten.) Seither ist auf allen Campingplätzen Europas das markante Geräusch einer mit Schwung geschlossenen Schiebetür der VW-Campingbusse präsent.
In Brasilien wurde der T1 noch bis 1975 produziert; die Kombi- und Busversionen hatten allesamt die zahlreichen Seitenfenster des deutschen ?Samba?-Modells aber ohne die ?Oberlichter?. Darüberhinaus gab es dort auch zusätzlich noch eine Version mit sechs hintereinander angeordneten Seitentüren; das heißt mit drei Türen auf jeder Fahrzeugseite.
Das Nachfolgemodell war dann dort aber nicht sofort der T2, sondern eine Südamerika-spezifische Mixtur aus T2-Frontpartie mit der ansonsten weitgehend unverändert übernommenen Karosserie des Vorgängertyps; ohne Schiebetür, aber wie gehabt mit den kleinen Seitenfenstern und der schmalen Heckklappe des deutschen Modells vor 1963, aber dann auch gleich mit den Rückleuchten des T2b. Diese Version lief bis 1997 vom Band und zwischendurch gab es dieses Modell in den Jahren 1982 bis 1984 auch schon mit einem wassergekühlten Dieselmotor, wodurch schon diese Version bereits den Frontkühlergrill aufwies, wie er jetzt wieder am aktuellen Fuel-Flex-T2c do Brasil zu finden ist.
Bilder und näheres dazu unter: http://de.groups.yahoo.com/group/exotische_Volkswagen_2/
T2 (Produktion Europa: 1967?1979)
Der T2 stellt 1967 eine Weiterentwicklung des T1 dar, ist jedoch eine eigenständige Baureihe. Er besitzt eine weitaus fahrsicherere Schräglenker-Hinterachse, hat somit Personenwagenkomfort, größere Scheibenflächen an der Seite (zwei große statt sechs kleiner Fenster für die Fahrgäste) sowie eine durchgehende gewölbte Frontscheibe (?bay window?), ein richtiges Armaturenbrett mit Handschuhfach, eine serienmäßige Schiebetür und 12-Volt-Technik.
Der T2 war ab Werk erhältlich als:
* Kastenwagen (auch mit Hochdach),
* Kombi (ab Modelljahr 73 auch mit Hochdach),
* Pritsche,
* Doppelkabine,
* Kleinbus,
* Kleinbus L,
* in diversen Sonderausführungen, wie Krankentransportwagen, Taxi, Feuerwehrfahrzeug (TSF-T), Bürowagen, etc.
T2a (1967?1971)
Bild:Vw_transporter_t2a_v_sst.jpg/'>T2a Kastenwagen
Bild:Vw_transporter_t2a_h_sst.jpg|T2a Kastenwagen
Bild:Volkswagen-rapunzel.jpg|T2a Kombi
Bild:VW T2 Leichenwagen.jpg|T2a Leichenwagen
Die erste Version des T2 ist an den vorderen Blinkern zu erkennen, die kurz oberhalb der Stoßstange angeordnet sind. Die Heckleuchten sind klein und oval wie beim T1. Ab dem Modelljahr 1970 hat der T2 ein gabelförmiges Deformationselement (Y-Träger) unter dem Frontboden zur Aufnahme von Längskräften im Falle eines Zusammenstoßes. Ab Modelljahr 1971 (August 1970) ? zu erkennen an den flachen Radkappen ? verfügt der T2 serienmäßig über Scheibenbremsen vorn. Außerdem verfügt der T2a aus dem Modelljahr 1971 über einen hinten ausgestellten Radlauf, anfangs (bis 12.70 spitz zulaufend, ab 01.71 dann abgekantet in der endgültigen Fassung). Bei den Modellen Kleinbus und Kleinbus L, anfangs als Clipper bezeichnet, reicht bei der zweifarbigen Ausführung die ?Dachfarbe? zunächst nur bis zur Regenrinne (Modell 1968-70), ab Modell 1971 reichte die ?Dachfarbe? bis zur Gürtellinie einschließlich. Der Name ?Clipper? hat sich unter den T2-Freunden für den Bus bis Modell 1972 etabliert. man spricht vom Clipper N, wenn es sich um einen Bus ohne Chromtrimm handelt, von einem Clipper L bei einem Bus mit Chromtrimm. Das optionale Schiebedach (lieferbar erst ab 01.68) konnte sowohl für den einfachen Kombi Typ 23 als auch für den Typ 22/24 (Clipper) geordert werden.
T2-Zwischenmodell (1971?1972)
Bild:Vw_transporter_t2zwischen_v_sst.jpg|T2 Zwischenmodell, siehe jedoch Anmerkung unten.
Bild:Vw_transporter_t2zwischen_h_sst.jpg|T2 Zwischenmodell, siehe jedoch Anmerkung unten.
Das Zwischenmodell (manchmal auch Zwitter genannt) wurde nur ein Jahr lang gebaut, vom 1. August 1971 bis 31. Juli 1972. Von vorne sieht es aus wie der T2a, hat aber bereits ausgestellte Radläufe vorn. Die Trittstufe ist weiterhin T2a-konform außenliegend. Das Heck verfügt bereits über die größeren Heckleuchten des T2b; auch die Lufteinlässe im Heckbereich entsprechen denen des T2b. Die Stoßstange ist jedoch noch die des T2a. Die Überarbeitung des Hecks wurde erforderlich, weil der Bulli einen neuen (flacheren) 66 PS-Motor aus dem Typ 4 (2005 wurde der T2b ? wegen der geänderten, eckigeren Dachform auch als T2c bezeichnet ? mit luftgekühltem Heckmotor und G-Kat ? noch in Brasilien als VW ?Kombi? gebaut. Dabei wurden Merkmale vom T2a (Stoßstangen) und vom T2b (Blinker vorne, Rückleuchten) verwendet. Die Produktion des T2c fand mit der Sonderserie ?Prata? (?Silber?) ein Ende. Seit 2006 hat der Kombi einen Motor mit Wasserkühlung, das Design ist aber, bis auf eine Kühlerblende aus schwarzem Plastik, weiterhin nahezu unverändert.
Bild:VW Bus T2c von hinten rechts.jpg/'>T2c in Zweifarb-Lackierung
Bild:VW Bus T2c Silberfisch.jpg|VW Bus T2c ?Prata?
Bild:Brazilian Watercooled Kombi.jpg|Front des brasilianischen Kombis (2006)
T3 (Produktion Europa: 1979?1992)
Offiziell wurde der T3, der von jeher konzernintern so benannt war und bis heute immer so benannt wird, noch unter dem Begriff Typ2 in den Verkauf gebracht. Grund hierfür ist die geschützte Bezeichnung ?T3?, deren Markennameninhaberin die Deutsche Post, heute Deutsche Telekom AG, ist. Daher ist T3 der inoffizielle ?Spitzname? für die Baureihen von 1979 bis 1992, wobei sich letztendlich diese Bezeichnung durchgesetzt hat.
Bild:Vw_transporter_t3_luft_v_sst.jpg|T3, luftgekühlt (ohne zweiten Grill). Der Lufteinlass hinten aus Blech weist auf ein frühes Baujahr hin.
Bild:Vw_transporter_t3_luft_h_sst.jpg|T3, luftgekühlt
Bild:Vw_t3_s_sst.jpg|T3, wassergekühlt (mit zweitem Grill) und zwei Schiebetüren (Sonderausstattung).
Bild:Vw_transporter_t3_wasser_h_sst.jpg|T3, wassergekühlt
Bild:Vw_transporter_t3_pritsche_sst.jpg|T3, Pritsche
Bild:Vw_transporter_t3_doka_sst.jpg|T3, Pritsche mit Doppelkabine (?Doka?, ?Maurerbulli?)
Bild:VW_Type2_T3_Caravelle_Synchro.jpg|T3 Syncro (mit Allradantrieb)
Bild:Vw_transporter_t3_last_edition_sst.jpg|T3 ?Limited Last Edition?
Image:VW T3 hinten.JPG|T3 Pritsche von hinten
Image:Volkswagen T3 vorne.JPG|T3 vorne
Image:VW_T3_Pritsche.JPG|T3 Doppelkabine der Bundeswehr
Bild:T3-campingbus.jpg|T3 Campingbus mit festem Hochdach
Der eckige T3 mit seiner typischen Kastenform kam Dreiecksquerlenkern und Schraubenfedern realisiert, anstatt der bisherigen Längslenkerachse mit Torsionsstabfedern, wie sie aus den Käfern vor 1969 bekannt ist.
Der Motor war aus Rücksicht zu den vorhandenen Luftboxer-Maschinen nach wie vor im Heck angeordnet. Dieses Konzept galt allerdings bereits beim Erscheinen des T3 als veraltet, da so keine durchgehende ebene Ladefläche zur Verfügung stand. Entsprechend schlecht verkaufte sich diese Version des Bullis auf etlichen Exportmärkten; in Deutschland, den Niederlanden oder Österreich fanden sich hingegen zahlreiche Käufer. Der T3 ist robust und zäh; noch 15 Jahre nach dem Auslaufen der Produktion sind zahlreiche Exemplare als Nutzfahrzeug in Firmen und Behörden im Einsatz. Private Exemplare werden vorwiegend als "Familienvan" oder Campingfahrzeug genutzt. Größter ?Feind? ist der Fugenrost.
Neben der Variante ?Transporter? gab es nun auch offiziell den ?Bus? und ab 1981 die ?Caravelle? (ab Ende '83 in den Varianten C, CL, GL und Carat). Für viele blieb er einfach der ?Bulli?. Anfang der 1980er zogen Neuerungen ein: Wassergekühlte Boxer (WBX) ? (1982) und Dieselmotoren (1981) im Heck, diese Modelle waren an dem zusätzlichen Grill über der vorderen Stoßstange zu erkennen, hinter dem sich der Wasserkühler verbirgt. Die leistungsstärksten Motoren, die serienmäßig in Europa im T3 verbaut wurden, waren der 112 PS Wasserboxer ?DJ? und der 95 PS Wasserboxer (mit Kat) ?MV? mit elektronischer Zündung und Benzineinspritzung Digijet bzw. Digifant.
Im Freizeit- und Familienbereich setzte der T3 neue Maßstäbe. Diverse Campingausstatter boten Um- und Ausbauten für den T3 an. Bei den VW-Händlern wurde mit Modelleinführung wieder ein Westfalia-Ausbau angeboten. Dieser wurde zunächst in verschiedenen Versionen als ?Joker? angeboten und bald parallel zum ?Club-Joker? aufgewertet. Später wurde der ?Joker?, dann nicht mehr unter der Federführung von Westfalia, sondern von Volkswagen direkt, als leicht abgespeckte Variante unter dem Namen ?California? verkauft. Als ?Atlantic? brachte VW eine nochmals aufgewertete Wohnmobilversion heraus, die unter anderem Isolierscheiben hinten und eine komplette Beplankung bot und heute sehr gesucht ist. Aus einer genialen Idee des VW Marketings ging 1985 der Multivan hervor. Er bot einen Klapptisch sowie eine zum Doppelbett umklappbare Sitzbank.
Weitere Ausbauten wurden u.a. von Reimo, Carthago, Weinsberg und Dehler angeboten. Hierbei erwies sich der Heckmotor als vorteilhaft, da die Motorkonsole meist als Bettunterbau benutzt wurde und dadurch der Innenraum recht großzügig ausfiel.
Das Reserverad war beim T3 in einer speziellen Vorrichtung vorne unter dem Fahrzeug angebracht. Beim T2 war es im Innenraum untergebracht, was viele T2-Besitzer dazu veranlasste, das fünfte Rad senkrecht an der Front des Fahrzeugs zu befestigen, um den Innenraum besser nutzbar zu machen. Beim T3 war dies nicht mehr nötig.
Als ?Syncro? war der T3 ab 1985 erstmals wahlweise auch mit Allradantrieb zu kaufen. Gebaut wurde diese Variante im österreichischen Graz von der Steyr Daimler Puch AG. Für die 4WD-Variante waren jedoch einige Änderungen an der Karosserie nötig. So wurde der Tank nach hinten über das Getriebe gelegt, da der Platz unter dem Bus nun für die Antriebswelle vom Getriebe zu der Vorderachse benötigt wurde. Auch die schöne Lösung des Reserveradhalters vorne unter dem Bus konnte beim 16" Allradbus nicht beibehalten werden. Wie beim Vorgänger ?landete? dieses wieder im Innenraum auf der Motorkonsole oder an einem Heckträger hinter der Heckklappe. Der Syncro-Bus war in zwei Varianten erhältlich: Zum einen das Modell mit 14-Zoll-Rädern, wie sie auch am hinterradgetriebenen Bus Serie waren, und zum anderen das höhergelegte Modell mit 16-Zoll-Bereifung. Syncros in 16-Zoll Ausführung wurden nur 2138 Stück gebaut.
Beliebt waren der T3 und die nachfolgenden Modelle wegen der robusten Bauweise. So wurden die Bullis schon mit ?Schlachtschiffen? oder ?Autoscootern? verglichen, da sich unter den Stoßstangen Stahlbügel verstecken, die durch parallele Träger miteinander verbunden sind und so eine gewisse Unfallstabilität bieten. Unterstrichen wird der Sicherheitsanspruch durch ein bereits ab 1987 bestellbares ABS, was dem Fahrverhalten im Winter, bedingt durch den Heckantrieb, einen gewissen Sicherheitsvorteil bot.
Die Bundeswehr nutzte ab 1988 die Version T3-Pritsche als Nachfolger für die T2-Pritsche. Dieser Typ hatte ein erweitertes Einsatzspektrum und wurde für Material- und Personentransporte aller Art sowie in der Kraftfahrgrundausbildung eingesetzt. Bis zur Ablösung 1995 durch das Nachfolgemodell T4 befanden sich 4.340 Fahrzeuge im Bestand der Bundeswehr.
Zahlreiche Sondermodelle prägten das Bild des T3, so gab es ab 1987 das Multivan-Sondermodell ?Magnum?. Dieses wurde Anfang 1989 erst durch den ?Bluestar? und Ende 1989 parallel durch den ?Whitestar? abgelöst. Blue- und Whitestar tragen die Plakette ?Hannover Edition?. Die Star-Modelle zeichneten sich durch ihre gehobene Ausstattung aus, u.a. gehörten ZV, E-Spiegel, Caratscheinwerfer, Colorverglasung, tiefergelegtes Fahrwerk und ein neuer Polsterstoff zur Serie. Einen ?Redstar? aus dieser Zeit gab es nicht (!) (gerne mal als ?Vorserienmodell? angepriesen), angebliche Redstars aus 1989/90 konnten meist als Eigenbauten oder als gestohlene Limited Last Edition (siehe weiter unten) ?entlarvt? werden.
Als bis jetzt einzige Modellreihe kann der T3 mit zwei (eigentlich drei) Sondermodellen der Doppelkabine aufwarten. Zum einen gab es den ?TriStar syncro?: Diese DoKa war mit Caratscheinwerfern, Caratstoßstange vorne und an den Vordertüren, heizbarer Heckscheibe, Plastikradläufen, Teppich, Stoffsitzen mit Armlehnen, Rücksitzbank aus Stoff mit Einzelsitzcharakter, kompletter Innenraumdämmung, schwarz eloxierten Schiebefenstern hinten usw. ausgestattet. Das auffälligste Merkmal war die serienmäßige vierte Tür auf der Fahrerseite. Einige wenige Modelle gibt es als 2WD, zumeist wurden diese nach Schweden verkauft. Ebenfalls als Sondermodell kann man eine weitere ?spezielle? DoKa ansehen, die ausschließlich nach Schweden verkauft wurde: ?Magnum?. Diese DoKa hat nichts mit dem Multivan ?Magnum? zu tun, sie war in Deutschland nicht erhältlich. Sie besitzt u.a. Caratscheinwerfer und Stoffsitze. Alle Schweden-T3 haben übrigens serienmäßig Scheinwerferreinigungsanlage (Pflicht in S!) und Sitzheizung! Das zweite Sondermodell für Deutschland war die DoKa als ?Jagdwagen?, diese Variante war speziell auf die Bedürfnisse von Förstern und Jägern ausgelegt und ist noch seltener als der TriStar. Den Jagdwagen gab es nur als ?Syncro?.
Der T3 war das letzte Fahrzeug, das Volkswagen in Europa mit dem traditionellen Heckmotorantrieb herstellte. Mit Einstellung der Produktion ging bei VW eine Ära zu Ende. Entsprechend hoch war gegen Ende der Produktionszeit die Nachfrage: Nachdem die Produktion im Stammwerk Hannover-Stöcken 1990 geendet hatte, wurden noch bis 1992 Behördenfahrzeuge und Syncros bei der Steyr Daimler Puch AG in Österreich hergestellt. Zum endgültigen Auslaufen der Baureihe brachte VW eine Neuauflage des Multivan als ?Limited Last Edition? (LLE) heraus. Der LLE wurde ebenfalls in Graz gebaut und ist prinzipiell genauso ausgestattet wie die 89er/90er Blue- und Whitestar. Es gab ihn in tornadorot und orlyblau-metallic (dunkelblau gegenüber dem hellblau des Bluestars) und nur als 70 PS-TurboDiesel ?JX? oder 92 PS-Wasserboxer ?SS?. Es wurden genau 2.500 LLE gebaut; 2.499 Stück wurden verkauft und sind heute gesuchte Sammlerstücke. Die Nummer 2.500, das allerletzte in Europa gebaute Exemplar, steht im Automuseum in Wolfsburg.
Volkswagen rechnete jedoch nicht mit dem reißenden Absatz der LLE und versprach mehreren hundert VW-Angehörigen einen der Busse. Alle 2.499 durchnummerierten Exemplare waren jedoch schnell vergriffen, und so brachte man Ende 1992 / Anfang 1993 zwei völlig identisch ausgestattete Modelle als ?Redstar? und ?Bluestar? heraus. Diese gab es nur als Turbodiesel ?JX?. Somit gibt es zwei Bluestars, was gerne für Verwirrung sorgt, einen hellblauen Bluestar von 1989/1990 und einen dunkelblauen Bluestar von 1992/1993. Die 92/93er Blue/Redstar gab es nie im Handel, sie waren nur für die Werksangehörigen vorgesehen, denen ein LLE versprochen wurde.
T3 (Produktion in Südafrika bis Sommer 2003)
In Südafrika wurde der T3 noch bis Sommer 2003 als Microbus und Caravelle weitergebaut und nur im afrikanischen Markt vertrieben. Die Fahrzeuge waren auch für unsere Verhältnisse reichhaltig ausgestattet und besitzen viele Features, die man hierzulande vergeblich sucht. Die Motorenpalette hielt keine Diesel parat. Es wurden ab 1992 die Wasserboxer ersetzt durch 4 Zylinder (1,8i mit 90 PS) und 5 Zylinder (2,5i mit 136 PS) Reihenmotoren und in den späteren Jahren ausschließlich Audi Fünf-Zylinder Aggregate (2,3i mit 115 PS und 2,6i mit 136 PS) mit Benzineinspritzung verbaut. Eine Klimaanlage, ZV, Wegfahrsicherung usw. ist in fast jedem Afrikabus anzutreffen ? Abgasreinigung sucht man bei allen afrikanischen Fahrzeugen jedoch vergeblich und die Fahrzeuge sind ausschließlich als Rechtslenker produziert worden, was einen Import (fast) unmöglich macht. In Deutschland gibt es ca. 24 Fahrzeuge. Unter der afrikanischen Bevölkerung war/ist der T3 weiterhin sehr beliebt ? ähnlich wie der immer noch gebaute Golf_I ? dort bekannt als Citi Golf in verschiedensten Varianten mit bis zu 100 PS und moderner Ausstattung.
T4 (1990?2003)
Bild:VW Bus T4 Polizei.jpg/'> T4 Polizei (kurzer Radstand)(Kurzer Vorderwagen)
Bild:Rettungswagen Oesterreich.jpg|T4 als Krankentransportwagen (kurzer Vorderwagen)
Bild:Vw_t4_v_sst.jpg|T4 als Notarzteinsatzfahrzeug (GP, langer Vorderwagen)
Bild:Vw_t4_h_sst.jpg|T4 als Notarzteinsatzfahrzeug
Bild:Vw_multivan.jpg|T4 Multivan (GP, langer Vorderwagen)
Bild:VW Transporter 2.5Tdi 2002.jpg|T4 Transporter (langer Radstand)
Der T4 beendete Frontantrieb und dadurch eine ebene Ladefläche.
Der T4 war in verschiedenen Ausstattungsvarianten in Deutschland erhältlich:
* als Transporter in zahlreichen Ausführungen (Kastenwagen, Doppelkabine und Pritschenwagen),
* als Syncro (mit Allradantrieb),
* als Großraumlimousine unter der Bezeichnung Caravelle (edlere Innenausstattung wie z. B. Teppichfußboden) mit maximal 9 Sitzplätzen inkl. Fahrer,
* als Familien- und Freizeitmobil Multivan (robustere Innenausstattung wie z. B. Kunststoff-Fußboden, Rückbank als Bett umklappbar),
* als California Coach mit aufklappbarem Hochdach als einfaches Campingmobil und
* als California Exclusive als Campingfahrzeug mit festem Hochdach als Alkoven.
* als Business als Fahrzeug für gut verdienende Manager, die das Understatement lieben. Dieses Fahrzeug war vor Einführung des VW Phaeton das teuerste Auto der Marke Volkswagen.
Neben dem Transporter, der in erster Linie von Firmen und Behörden genutzt wurde, erfreute sich vor allem die Multivan-Variante großer Beliebtheit, da sie mit der praktischen Innenausstattung (Klapptisch, Bett, flexible Einzelsitze in der zweiten Reihe) viel Komfort für Reisen bot, dennoch PKW-ähnliche Abmessungen aufwies und damit auch im Alltag handlich war. In die USA wurde nur diese dort als Eurovan bezeichnete Version zum Personentransport exportiert.
Der T4 war der erste ?Bulli?, der mit zwei unterschiedlichen Radständen verfügbar war: Die kurze Version misst 4,7 m bei einem Radstand von 2,9 m, die lange Version 5,1 m bei 3,3 m Radstand. (Diese Maße gelten für die erste Modellvariante.) Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang der am Anfang zu zahlende Aufpreis von nur 1.000 DM für die lange Radstandvariante. Die kurze und lange Version lassen sich leicht an der außen angebrachten Rollschiene der Schiebetür unterscheiden: Bei der kurzen Version schließt die Schiene bündig mit der Nut der Heckklappe/-tür ab.
Die Bundeswehr nutzte gleichfalls dieses Modell ab 1995 als Nachfolger für den T3-Pritsche und beschaffte ca. 5610 Fahrzeuge.
Mit dem Modellwechsel 1996 im Herbst 1995 erfolgte die ?Große Produktaufwertung? (GP). Am auffallendsten daran war die Verlängerung des Vorderwagens um acht Zentimeter. Der bis dahin rechteckige Kühlergrill erhielt das zum damaligen Zeitpunkt VW-typische ?Smile-Face?, die Scheinwerfer des langen Vorderwagen wurden darüber hinaus keilförmig, und er erhielt ab Werk weiße statt gelbe Blinkergläser. VW wollte damit die PKW-Varianten Caravelle und Multivan optisch von den Transportermodellen abheben. Mit Einführung des langen Vorderwagens wurde auch erstmalig der Einbau des VR6-Motors ? der damaligen Spitzenmotorisierung mit 103 kW / 140 PS ? möglich. Ab 1998 war eine leistungsgesteigerte Variante des TDI-Motors mit 111 kW/150 PS erhältlich, äußerlich erkennbar an einem rotem ?I? im Schriftzug. Zeitgleich wurde auch eine leistungsschwächere Version des TDI mit 65 kW / 88 PS angeboten, dann mit einem blauen ?I?. Ab dem Jahr 2000 ersetzte eine überarbeitete Version des VR6-Motors mit 150 kW / 204 PS das Vorgängertriebwerk, optisch durch einen Schriftzug V6 mit roter ?6?.
*T4 2.0l / 62KW 84 PS
*T4 2.0l / 85KW 115 PS
*T4 VR6 / 103 KW 140PS
*T4 VR6 / 150 KW 204PS
*T4 2.5 TDI / 65 KW 88 PS
*T4 2.5 TDI / 75 KW 102 PS
*T4 2.5 TDI / 110 KW 150 PSEs fehlt jedoch beim Pritschenwagen und Doka (Doppelkabine) der beliebte und praktische ?Tresor? unter der Ladefläche, ein kleiner Stauraum, den der damals geschlossene Unterbau zwischen Motor und Personenkabine ergab.
T5 (seit 2003)
Bild:VW Eurovan T5 Multivan.jpg/'>Der aktuelle T5 (Multivan)
Bild:BG34-71.JPG|Der T5 als Einsatzfahrzeug der Bundespolizei
Bild:Volkswagen T5 Van - Transporter.jpg|T5 als Österreichischen_Roten_Kreuz
Seit 2003 wird die intern als T5 bezeichnete fünfte Generation des VW-Busses produziert. Wie der Vorgänger T4 verfügt der T5 über Frontmotor und Frontantrieb. Die eleganteren PKW-Varianten Caravelle, Multivan und California (Wohnmobil) unterscheiden sich in der Frontgestaltung vom schlichten Nutzfahrzeug Transporter, dessen Front aus viel grauem Kunststoff besteht. Im Gegensatz zur Entwicklung vom T3 zum T4 weist der T5 nur wenige technische Neuerungen im Vergleich zu seinem Vorgänger auf. Die Nockenwellensteuerungen der stärkeren Dieselmotoren wurden von den anfälligen Zahnriemen auf Zahnräder umgestellt. Die Motor- und Rollgeräusche versuchte man besser in den Griff zu bekommen, indem ein sogenannter Fahrschemel eingeführt wurde (Entkopplung der Vorderräder vom Fahrgastraum). Die erzielten Ergebnisse sind gut, gehen aber zu Lasten des Gewichts und Spritverbrauchs. Der T5 wird sowohl in Hannover-Stöcken als auch im polnischen Posen gebaut. Beim T5 California wird das Basisfahrzeug (aus Hannover-Stöcken) in Hannover-Limmer zum Reisemobil ausgebaut.
Der T5 ist das erste VW-Bus-Modell, das nicht in die USA exportiert wird. Vermutlich wollte man auf die Einführung des VW Microbus warten, welcher jedoch gestrichen wurde. Dies hat dazu geführt, dass die Nachfrage für die zuletzt gebauten gebrauchten T4 hoch bleibt.
Das Luxus-Modell der Multivan-Reihe trägt den Namen Multivan Business. Der Van ist ab 120.000 Euro zu haben und ist serienmäßig mit Bi-Xenonscheinwerfern, Navigationssystem, Klimaautomatik, elektrischer Schiebetür, Einzelsitze in Volllederausstattung, Entertainmentsystem und diversen Holzzierteilen ausgestattet.
Da der Multivan durch immer mehr Komfortaustattungen immer teurer wurde ? der Einstiegspreis liegt inzwischen bei mehr als 30.000,- ? ? und VW daher im unteren Preissegment der Großraumlimousinen immer mehr Marktanteile verlor, werden günstigere Einstiegsmodelle mit reduziertem Austattungsumfang angeboten (unlackierte Stoßfänger, Stahlräder, keine Klimaautomatik, etc.). Damit erreicht das Intervall der Einstiegspreise für ein und die selbe Baureihe den wohl einmaligen Faktor von sechs (üblich sind etwa zwei bis drei)
Weblinks
• offizielle VW-Nutzfahrzeuge Webseite
• www.vw.com.br ? Der ?Kombi? (T2c) von Volkswagen do Brasil (portugiesisch)
*
• Auto BILD Artikel über einen VW-Bus mit Porsche Turbo Motor.

