Massengutfrachter
thumb|350px|MS_Berge_Athene,_ein_Schüttgutfrachter_mit_225,200_tdw_der_norwegischen_Reederei_BergesenMassengutfrachter (auch Bulkcarrier oder Schüttgutfrachter genannt) sind Schiffe, die zum Transport von losen Massengütern verwendet werden. Werden feste Massengüter transportiert wie bspw. Erz, Kohle, Bauxit, Phosphat, Zement oder Getreide, spricht man von Schüttgutfrachtern.
Flüssige Massengüter wie Rohöl, Chemikalien und flüssige Lebensmittel werden von Tankern transportiert.
Die ersten Massengutfrachter im heutigen Sinn waren Segelschiffe, welche vom 17. Jahrhundert an, zum Kohletransport von Newcastle, Nordostengland, nach London eingesetzt wurden. In den 1840ern wurden auf dieser Route zum ersten Mal Dampfschiffe eingesetzt.
Um 1910 wurde noch in großem Umfang bei der "Salpeterfahrt" nach Chile mit Segelschiffen Kohle von Europa nach Südamerika und von dort Salpeter zurück nach Deutschland gefahren. Bekannte deutsche Segelfrachter waren hier das Fünfmast-Vollschiff Preußen, die Fünf- bzw. Viermastbarken Potosí, Pamir, Passat, Peking und andere.
Die Konstruktion moderner Massengutfrachtern richtet sich in erster Linie danach, das Schiff möglichst preiswert und einfach zu bauen. Da Massengutfracht unter Bewegung instabil werden kann, besteht die Gefahr verrutschender Ladung. Dies kann zur Schräglage des Schiffes bis hin zum Kentern führen. Aus diesem Grund werden Massengutfrachten sorgfältig gestaut. Die Laderäume sind so konstruiert, dass ein Verrutschen weitgehend verhindert wird, und mittels hoch gelegener Ballasttanks, sogenannter Wingtanks, ein krängendes Moment ausgeglichen werden kann. Es gibt reine Massengutfrachter und auch kombinierte OBC- (Ore-Bulk-Container) und OBO- (Ore-Bulk-Oil) Schiffe, die neben/anstatt des Schüttgutes auch Container oder Öl laden können. OBC (Erz/Ore-Schüttgut/Bulk-Container) Schiffe sind zwar aufwendiger im Bau, können aber auch Container transportieren. OBO (Erz/Ore-Schüttgut/Bulk-Öl/Oil) Schiffe sind ebenfalls teurer im Bau, können aber im Gegensatz zu reinen Tankern auf einer etwaigen Rückreise trockenes Schüttgut laden.
Mit der seit dem 1. Juli 2006 gültigen 88. Ergänzungsprotokoll zur SOLAS 74 gültig und hat ganze Kapitel neu eingeführt, bzw geändert, um sich Massengutschiffen und den mit dem Betrieb dieser Fahrzeuge einhergehenden Risiken anzupassen, indem man unter anderem nun auch aus Sicherheitsgründen Doppelhüllenkonstruktionen verbindlich vorschreibt, mit der Einschränkung, dass auf den Widerstand Griechenlands hin, Schiffe die ausschließlich Flüssiggüter befördern (Tanker), davon ausgenommen sind.
Man unterscheidet reine Massengutfrachter grob nach Ihrer Größe.
* Handysize Bulk Carrier (10-30.000 tdw) in für kleine Ladungsgrößen und Fahrtgebiete mit Häfen mit geringem Tiefgang. Handy Bulk Carrier haben meist eigenes Ladegeschirr.
* Handymax Bulk Carrier (30-50.000 tdw) haben meist auch eigenes Ladegeschirr und schließen die Lücke zwischen Handy Bulk Carriern und
*Panamax Bulk Carrier (55-80.000 tdw) welche hauptsächlich Kohle, Getreide und Bauxit im weltweiten Verkehr transportieren.
* Capesize Bulk Carrier (100-300.000 tdw) sind fast ausschließlich im Transport von Eisenerz und Kohle tätig.
Der derzeit größte Bulk Carrier ist die 1986 von Hyundai Heavy Industries gebaute Berge Stahl, der norwegischen Reedererei Bergesen, mit einer Tragfähigkeit von 364.767 tdw und einer Länge ü.a. von 343,00 Metern.
Literatur
*Stopford, M: Maritime Economics, Routledge, London 1997, ISBN 0415153107
Links
*http://www.ship-photos.de (englisch) - Schiffsfotos
siehe auch
Stückgutschiff

