Bulgariendeutsche
Als Bulgariendeutsche werden die Deutschen bezeichnet, die sich Ende des 19. Jahrhunderts im Norden von Bulgarien ansiedelten.Geschichte
Nachdem Österreich-Ungarn Gebiete von dem immer schwächer werdenden Osmanischen Reich annektierte, musste man die leeren Landstriche wieder bevölkern. Die Kolonisierung wurde im Frieden_von_Passarowitz festgeschrieben. Die ersten Deutschen kamen aus dem Gebiet, des rumänischen Banats, um Temeschwar. Sie sprachen Dialekte, die noch von der vorherigen Herkunft zeugten, z.B. tirolerisch, alemannisch, bairisch. Am 17. April 1893 zogen die ersten sieben Familien, wegen der hohen Bevölkerungszunahme, donauabwärts bis zur bulgarischen Hafenstadt Orjechowo. Von da aus zogen sie weiter, bis sie am 19. April 1893 das Dorf Bardarski, welches von Banater Bulgaren bewohnt wurde, erreichten. In den nächsten Jahren kamen immer mehr Familien in das Dorf, bis die Anzahl auf den Höchststand von 95 deutschen Familien erreicht wurde. Die Deutschen, die wie die Banater Bulgaren, katholisch waren, besuchten zusammen mit ihnen die bulgarische katholische Kirche. Im Jahre 1894 kam ein polnischer Geistlicher ins Dorf, der gut deutsch konnte und ab da an wurden auch deutsche Lieder gesungen und deutsche Messen gehalten. In den 1930er wurden auch deutsche Chöre gegründet und eine deutsche Schule wurde errichtet, die den provisorischen Deutschunterricht ablöste.
Heutige Situation
Heute leben in dem Dorf Bardarski mit 2.360 Einwohnern nur noch eine verschwindend geringe Anzahl Deutschstämmige, die auch noch deutsch sprechen können. Die meisten flohen nach dem 2. Weltkrieg nach Baden-Württemberg.
Quellen
*Reise zu den Deutschen im Osten Europas (Martin Schmidt), ARES Verlag ISBN 3-902475-21-8

