Buick Electra
Der Buick Electra war ein Modell der oberen Mittelklasse des Herstellers General Motors. Beim Modell Electra 225 bezog sich der Zahlenzusatz auf die Länge des ersten so benannten Modells, die 225 Zoll (5,71 m) betrug.
Modellgeschichte
Modelljahre 1959-1970
Bis 1958 hießen die großen Buick-Modelle Super, Roadmaster und Limited. Diese wurden mit Einführung des Modelljahrgangs 1959 umbenannt; der Electra ersetzte den Super, der Electra 225 Roadmaster und Limited. Spitzenmodell war der Electra 225 Riviera, eine pfostenlose viertürige Sechsfenster-Hardtop-Limousine, deren Dachlinie dem gleichzeitigen Cadillac Fleetwood entsprach und die riesigen ?Deltawings? zum Einsatz kamen. Der 1959 Electra 225 war dem oberen Luxus Segment zugedacht. Die extra lange 225er Version wurde in den Baureihen 4-door Hard Top 10491 mal- in der Version 4-Door Sedan nur 6324 und als Convertible 5493 gebaut. Riviera war bei Buick seit 1949 der Name für alle Hardtop-Modelle.
1963 stellte Buick den regulären Electra ein, der Electra 225 wurde weitergebaut. Zugleich verschwand die Bezeichnung Riviera für die Hardtop-Ausführungen und bezeichnete von da an den Buick Riviera, mit dem die Firma in den Markt der Personal luxury cars einstieg.
Für das Modelljahr 1965 erhielten alle GM-PKW neue Karosserien mit fließenden Linien und, bei den Coupés, schräg stehender C-Säule (Fließheck-Design). Die Sechsfenster-Limousinen wurden nicht fortgeführt. Buick änderte seine Marketing-Strategie und bot den Electra 225 in zwei Versionen an, als Basismodell und als besser ausgestatteten Custom. Für den Electra 225 Custom gab es ein Limited-Paket mit komfortbetonter Ausstattung.
Ab Modelljahr 1968 ?verschwanden? die Scheibenwischer in Ruhestellung hinter einer hochgezogenen Lippe der hinteren Motorhaubenkante; 1969 entfielen die Ausstellfenster in den vorderen Türen.
Angetrieben wurden die Electras der Jahre 1959 bis 1966 von einem 6,6-Liter-V8 (401 cui) oder, 1964 bis 1966, von einer Siebenliter-Version (425 cui) dieser Maschine. Ab 1967 kam Buicks neuer Siebenliter-V8 (430 cui) zum Einsatz, der 1970 durch einen 7,5-Liter (455 cui) ersetzt wurde.
Automatikgetriebe waren durchgängig Serie. In den Modellen 1959 bis 1963 war dies die Dynaflow-Automatik, danach die überall bei GM verwendete Automatik vom Typ THM 400.
Modelljahre 1971-1976
1971 bis 1973 waren alle Electra 225 zwei- oder viertürige Hardtop-Modelle, die zuvor lieferbaren Cabriolet und viertürige B-Säulen-Limousine gab es nicht mehr.
1974 übernahm Buick, wie andere GM-Marken, für das Coupé eine neue Karosserie mit B-Säule; das Electra Limited-Coupé gab es auch mit Landau-Vinyldach, das nur die hintere Dachpartie überspannte. Ab 1974 waren auch Fahrer- und Beifahrerairbags sowie Max Trac, eine frühe Form der Traktionskontrolle, gegen Aufpreis erhältlich.
Ab 1975 besaßen alle Electra 225-Coupés fixe hintere Seitenscheiben und B-Säulen. Im gleichen Jahr erhielten die Modelle aufgefrischte Frontpartien mit Rechteck-Doppelscheinwerfern und überarbeitete Innenausstattungen. Die Viertürer blieben bis zum Auslaufen der Serie im Sommer 1977 pfostenlos. Ebenfalls 1975 kam ein Park Avenue-Paket ins Programm, das anfangs nur für den viertürigen Electra 225 Limited erhältlich war. Das Paket umfasste spezielle Sitzbezüge, dickere Teppiche, zusätzliche Geräuschdämmung und einen Dachhimmel aus Velours. Daneben gab es den nur 1975 angebotenen Park Avenue Deluxe, bei dem jedes für den Electra bestellbare Extra serienmäßig mit an Bord war.
1976 erhielt der Electra leichte Änderungen an Kühlergrill und Stoßstange. Die vorderen Blinker wanderten von der Stoßstange direkt unter die Scheinwerfer; der geänderte Grill bestand nicht mehr aus Metall, sondern aus Kunststoff. Das Park Avenue-Paket wurde weiterhin angeboten, der Park Avenue Deluxe nicht mehr - er hatte sich im Vorjahr lediglich 37 Mal verkauft.
Alle Electra 225 wurden von 1971 bis 1976 vom 7,5-Liter-V8 angetrieben, der 1971 noch 315 SAE-Brutto-PS leistete, 1976 nach Netto-Norm 208 PS. Der Leistungsverlust ging auf die geänderten Messnormen, aber auch auf die zunehmend strenger werdenden US-Abgasgesetze zurück; aber selbst der Motor des Jahres 1976 wartete mit 470 Nm Drehmoment auf. Der 7,5-Liter verschwand nach dem Modelljahr 1976 aus dem Angebot zugunsten hubraumschwächerer, sparsamerer Motoren.
Modelljahre 1977-1984
Für das Modelljahr 1977 wurden alle Full-Size-Modelle von GM verkleinert; sie basierten auf der neuen B-Plattform von Buick Estate), danach wurden sie in die beiden genannten Baureihen integriert.Lieferbar war der Electra 225 als Basismodell und als umfangreicher ausgestatteter Electra 225 Limited, jeweils als zweitüriges Coupé und als viertürige Limousine. Den Antrieb übernahmen V8-Motoren von 5,7 oder 6,6 Liter Hubraum.
1978 wurden Kühlergrill und Heckleuchten retuschiert. Neben Basis und Limited kam, als neue Spitzenversion, der Electra Park Avenue in die Modellpalette.
Für das Modelljahr 1980 erhielt der Electra (der Zusatz 225 entfiel ab diesem Zeitpunkt), wie sämtliche Modelle der B-Plattform, ein Facelift mit flacherer, aerodynamisch günstigerer Front. Etliche Maßnahmen ließen das Gewicht um etwa 80 Kilogramm sinken. Der 6,6-Liter-Motor war nicht mehr lieferbar; neuer Basismotor war ein 4,1-Liter-V6, auf Wunsch gab es einen 5,7 Liter großen V8 oder den 5,7-Liter-Dieselmotor von Oldsmobile. Basisversion war jetzt der Electra Limited, der Electra Park Avenue diente als Spitzenmodell. Die Luxusversion des vormaligen Buick Estate-Kombis wurde als Electra Estate Wagon weitergeführt; im Kombi verrichtete ein 4,9 l-V8 mit 142 PS seinen Dienst.
1981 wurde im Kombi der 4,9-Liter durch einen gleich starken Fünfliter ersetzt, den es auch in den anderen Electra-Modellen gab, der 5,7-Liter-Benziner entfiel.
In dieser Form blieb der Electra mit geringfügigen jährlichen Änderungen bis April 1984 in Produktion.
Insgesamt entstanden von dieser Modellgeneration des Electra knapp 800.000 Exemplare.

