Army Go Home!
Army Go Home! ist eine US-amerikanische Militärsatire des australischen Regisseurs Gregor Jordan aus dem Jahr 2001.
Handlung
Westdeutschland 1989, kurz vor dem Mauerfall. In der ?Theodore Roosevelt ? Kaserne? in Stuttgart sind die stationierten US ? Soldaten vom langsam verblassenden Feindbild des Kommunismus gelangweilt und arrangieren allerlei illegale Machenschaften. Allen voran der gewiefte GI Ray Elwood, welcher den Armeedienst dem Gefängnis vorzog und nun als Verantwortlicher im Nachschubbataillon an nahezu alles herankommt. Hinter dem Rücken des kameradschaftlichen, aber auch naiven Kasernenkommandanten Berman betriebt Elwood einen florierenden Schwarzmarkthandel mit Militärerzeugnissen, produziert und vertreibt Drogen und verführt nebenbei noch Bermans Ehefrau.
Sein bisheriges Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als First Sergeant Lee (Spieß) auf den Stützpunkt versetzt wird, um die Zustände zu verbessern. Der Ledernacken aus den Südstaaten ist ein unangenehmer und kompromissloser Zeitgenosse - und wird damit zum Feindbild für Elwood, dessen süßes Leben ab sofort vorbei ist. Doch gerade jetzt muss Ray eine große Ladung Heroin für seine Abnehmer herstellen. Darüber hinaus fällt Elwood durch Zufall ein Militärtransport mit _M16?Sturmgewehren und Stinger?Raketen in die Hände, die er im großen Stil verkaufen will. Dies alles rückt durch Lees Anwesenheit in weite Ferne. Zudem verliebt er sich in die Schwimmerin Robyn ? welche sich dummerweise auch noch als Lees Tochter entpuppt.
Ab sofort ist Elwood seines Lebens nicht mehr sicher. Durchs Lees Anwesenheit kann er die versprochenen Waffen nicht ausliefern, weshalb ihm sein Mittelsmann mit Konsequenzen droht. Und auch der Sergeant scheint in seinem Kreuzzug gegen die herrschenden Zustände über Leichen zu gehen, wie Elwoods Kumpel Stoney am eigenen Leib erfahren muss. Ray bleibt nur eine Chance: Um nicht auch noch die Junkie ? Kundschaft in den eigenen Reihen zu verlieren, müssen er und seine Freunde die große Menge Drogen herstellen, koste es was es wolle. Doch Lee, der einen Agenten (PFC Knoll) eingeschleust hat, dem Elwood völlig vertraut, stürmt zusammen mit ihm die Szenerie. Beim anschließenden Handgemenge droht Lee Elwood umzubringen. Diesem helfen schließlich die Rauschgift ? Chemikalien im Drogenlabor, welche zu heiß werden und explodieren. Elwood wird zusammen mit Lee aus dem Fenster geschleudert, überlebt aber verletzt.
Am Schluss wird er-nach seiner Genesung-auf einen Stützpunkt nach Hawaii versetzt, wo er seinen Schwarzmarkt neu aufziehen kann. Robyn wird seine feste Freundin.
Auszeichnungen
Der Film erhielt im Jahr 2003 fünf Nominierungen für den British Independent Film Award, darunter eine in der Kategorie Bester britischer Independentfilm, eine für Joaquin Phoenix und eine für das Drehbuch. Das Drehbuch erhielt 2004 den Evening Standard British Film Award. Oliver Stapleton wurde 2001 für den Golden Frog des polnischen Festivals Camerimage nominiert.
Trivia
* Drehorte waren unter anderem Jockgrim (Szene mit explodierender Tankstelle), die mittlerweile abgerissene US-Kaserne in Knielingen, das Tullabad und die Marienstraße (Karlsruhe) sowie der Marktplatz des nahe gelegenen Ortes Königsbach. Teilweise wurden auch Szenen im ehemaligen US Army Depot Siegelsbach gedreht. Der Höhepunkt, der Kampf um die Heroinproduktion, wurde in alten Industriegebäuden der Danzas (mittlerweile abgerissen) in Maximiliansau geschossen. Im Film selbst ist Stuttgart nie zu sehen.
* Viele Autos haben die Kennzeichen MA (Mannheim) oder auch KA (Karlsruhe). Elwoods Wagen wechselt sogar innerhalb des Filmes von KA zu MA.
*Im gleichnahmigen Buch (von Robert O´Connor ISBN-3-453-19779-8) spielt die Geschichte in Mannheim kurz nach Ende des Vietnamkriegs.
• Soldier] ist der Titel eines Liedes von Bob Marley
* Weil Army undeutlich ausgesprochen wie Ami klingt, wurde der Film mit dem Originaltitel Buffalo Soldiers im europäischen Raum nicht ohne Grund mit dem Namen Army Go Home! vermarktet. Die DVD ist jedoch unter Buffalo Soldiers erschienen.
* Ursprünglich sollte Ed Harris den Sergeant Lee spielen, zog nach Lesen des Skriptes aber den Part von Berman vor.
* Aufgrund der Ereignisse_des_11._Septembers wurde das Anlaufen des Filmes in den USA größtenteils um zwei Jahre hinausgezögert. Bei einer Vorführung auf dem Sundance Film Festival wurde dem Film von aufgebrachten Zuschauern Antiamerikanismus und unpatriotisches Gedankengut vorgeworfen, auf einer Pressekonferenz warf eine Frau eine Wasserflasche auf Anna Paquin.
* Die Szene, in der ein VW-Käfer von einem Panzer mit völlig zugedröhnter Besatzung überrollt wird, nimmt Bezug auf ein ähnliches, tatsächlich geschehenes Ereignis in Mannheim. Das Funk-Rufzeichen des Panzers ist Bravo Two Zero, ein Zitat des gleichnamigen Titels des Buches von Andy McNab über seine Erlebnisse als britischer Soldat des Special Air Service im Golfkrieg_1991.
Robert Edward Lee ist auch der Name des berühmtesten Generals der amerikanischen Südstaaten während des Sezessionskrieges 1861?1865.
* Die U.S. Army verweigerte jede Unterstützung des Films. Fahrzeuge mussten daher von kommerziellen Verleihern und privaten Sammlern geliehen werden. Daher sind im Film niederländische YPR-Schützenpanzer und modifizierte deutsche Leopard 1-Kampfpanzer zu sehen.
*Eine ?Theodore Roosevelt ? Kaserne? gibt es in Mannheim nicht. 1989 gab es in Mannheim 7 amerikanischen Kasernen. Eine davon ist die "Benjamin-Franklin-Village", die auch im Buch genannt wird.
Weblinks
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• Kritik zum Film auf filmstarts.de.

