Buddy Bär
Der Buddy Bär (Buddy = Kumpel, Freund) ist eine von Sponsoren bezahlte, individuell bemalte lebensgroße Bärenskulptur aus witterungsbeständigem glasfaserverstärkten_Kunststoff.
Der Buddy Bär kopiert eine Idee, die zuvor unter anderem in der Kuh-Kultur in Zürich (1998) sowie der CowParade in Chicago (1999) und New York (2000) verwirklicht wurde.
Der Buddy Bär wurde 2001 von Klaus Herlitz und seiner Frau Eva in enger Zusammenarbeit mit dem österreichischen Künstler Roman Strobl entwickelt. Vier verschiedene Bären-Modelle wurden entworfen: ein auf allen Vieren stehender (?Freund?), ein auf den Beinen stehender (?Tänzer?), ein Kopfstand machender Bär (?Akrobat?) sowie ein sitzender Bär.
Im Jahr 2001 wurden ca. 350 Bären bemalt und in ganz Berlin aufgestellt. Die Aktion wurde verlängert und mittlerweile findet man die Bären nicht nur in Berlin. Insgesamt gibt es über 1.100 Bären, wovon sich rund 800 außerhalb Berlins und Brandenburgs befinden.
Ziel der Buddy-Bär-Aktionen ist laut der Veranstalter, durch Versteigerungen Kinderhilfsorganisationen zu unterstützen. Das Projekt wurde von zahlreichen Unternehmen, Sportvereinen und Prominenten unterstützt, so auch von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben und Verkehrsbetrieben.
Die bis zu 2 m großen und rund 50 kg schweren Bären werden auf einem Betonsockel montiert und mit einer Plakette versehen, die den Namen des Bären, den Künstler und den Sponsor nennt.
Im Jahr 2002 wurde ein Kreis neuer Bären zusammengestellt. Die Veranstalter beabsichtigten, mit dem weiterführenden Gedanken, durch das Bild des friedlichen Nebeneinanders der Bären, für Toleranz und Völkerverständigung zu werben und durch Versteigerungen und andere karitative Aktivitäten, Spenden für UNICEF und andere Kinderhilfsorganisationen, wie z. B. das Kinder-_und_Jugendwerk_?Die_Arche? zu generieren.
Der Kreis der United Buddy Bears besteht mittlerweile aus 142 Bären, von denen jeder ein Land der Vereinten Nationen repräsentiert und jeweils von einem Künstler des jeweiligen Landes gestaltet wurde. Er stand ab Juni 2002 für sechs Monate auf dem Pariser Platz in Berlin. Im Jahr 2003 wurde das Projekt nochmals in Berlin gezeigt, die Eröffnung der Ausstellung nahm UNICEF-Weltbotschafter Sir Peter Ustinov vor. Anschließend gingen sie auf Welttournee. Ausgestellt wurden sie ab dem Jahr 2004 in Kitzbühel (Österreich), Hong Kong (unter der Schirmherrschaft von Jackie Chan) und Istanbul. Im Jahr 2005 folgten Tokio (die Eröffnung der Ausstellung wurde vorgenommen vom Bundespräsidenten Horst Köhler sowie dem japanischen Premier Junichiro Koizumi), Seoul und Anfang des Jahres 2006 Sydney. Sie stehen in der Regel in einem ca. 60 m durchmessenden Kreis, von den Veranstaltern auch ?Die Kunst der Toleranz? (The Art of Tolerance) genannt.
Die Berliner TAZ kommentierte, es handle sich um ein ?peinliches? Plagiat, ?Kitsch?, und der Bär sei ein ?Kumpel für Doofe?.
Im Sommer 2006 waren die United Buddy Bears wieder in Berlin zu sehen. Sie standen auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte. Aufgrund des geschichtsträchtigen Standortes kam es im Frühjahr 2006 zu einer kontroversen Diskussion in Berlin: So äußerte der Berliner Kultursenator Thomas Flierl seinen Unmut über die Bären, da der Bebelplatz ein Mahnmal an die Bücherverbrennung_von_1933 ist. Im Unterschied dazu begrüßte die jüdische Gemeinde zu Berlin ausdrücklich die Aufstellung der Bären in der Mitte des Bebelplatzes und bezeichnete die Idee als ?eine Aufwertung des Bebelplatzes?. Ebenfalls hat die benachbarte katholische Gemeinde der Sankt-Hedwigs-Kathedrale das Projekt begrüßt, ebenso auch der israelische Künstler und Bildhauer Micha Ullmann. Unterstützung erhielt die Ausstellung in Berlin durch das Auswärtige_Amt, den Berliner_Senat und den Bezirk_Berlin-Mitte. Die offizielle Eröffnung des Kreises am 15. Juni 2006 ? anlässlich einer großen Festveranstaltung mit Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kunst ? nahmen Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Bürgermeisterin Karin Schubert im Beisein von rund 60 Botschaftern vor.
Nach der Ausstellung in Berlin ging der Kreis erneut auf Welttournee und wurde zunächst im Herbst 2006 auf dem Karlsplatz in Wien präsentiert. Im Frühjahr 2007 folgte eine Ausstellung in Kairo, die von Ägyptens First Lady, Suzanne Mubarak, am Ufer des Nils, auf der Insel Zamalek eröffnet wurde. Im Sommer ist eine Ausstellung in Jerusalem geplant, viele weitere Städte sind in Vorbereitung, darunter Kapstadt, Peking und St. Petersburg.
Weitere Projekte dieser Art sind die Münchner Löwenparade (2005) und die Pinguinale (2006).
Siehe auch
Buddy_Bären_in_Berlin-Spandau
Dortmunder_Nashorn
Weblinks
• Offizielle Webseite der Buddy Bären ? u.a. mit Bärengalerie und Presseartikeln
• Offizielle Webseite der United Buddy Bears
• Die Goldenen Buddy Bären
• Jackie Chan & United Buddy Bears
• United Buddy Bears-Galerie

