Buddhistischer Fundamentalismus
Der Artikel braucht eine Definition/Einleitung und Kategorien. Vor allem aber scheint mir der Artikel zu beschreiben, dass es seinen Gegenstand nicht gibt?!? -- Karsten11 19:45, 13. Mai 2007 (CEST)
Der Begriff Fundamentalismus im weiten Sinn bezeichnet eine religiöse oder weltanschauliche Strömung, deren Ziel eine radikale, da kompromisslose Rückbesinnung auf die Wurzeln der jeweiligen Religion oder Ideologie ist. Im engeren ursprünglichen Sinn bezeichnet das Wort eine im US-amerikanischen Protestantismus entstandene konservativistische Bewegung, deren Wurzeln die Eschatologie (Endzeitlehre) ist.
Durch die starke Tendenz zur Zersplitterung unter den buddhistischen Denkrichtungen, ist es schwierig, eine offizielle "Lehrmeinung", auf die Fundamentalisten harren könnten, festzustellen. Am ehesten sind Fundamentalisten jedoch unter westlichen Konvertiten zu finden. Als einheimische Fundamentalisten bezeichnen kann man gewisse Teile der japanischen Nichiren-Schule, beispielsweise die Nichiren Shoshu und die Soka-Gakkai-Bewegung. Auch der mittelalterliche Schulgründer Nichiren selbst kann mit gewisser Berechtigung als Fundamentalist bezeichnet werden.
Gemäß Robert Liftons Definition des "fundamentalistischen Selbst" zeigt eine Studie von David N. Kay, dass die Neue Kadampa Tradition wegen ihrer gleichförmigen organisatorischen Struktur, ihrem Versuch, einen uniformen Glauben und eine einheitliche Praxis innerhalb der Organisation zu schaffen und die Betonung nur einer einzigen Tradition, verbunden mit einer kritischen Einstellung gegenüber anderen Traditionen, in Lifton?s Kategorie von "Fundamentalismus" passt.Tibetan and Zen Buddhism in Britain: Transplantation, Development and Adaptation by David N. Kay, London and New York, ISBN 0-415-29765-6, S. 111-113, speziell S.110 In der Studie wird zudem aufgezeigt, wie der Kampf um die Kontrolle des Instituts und die Unterdrückung der Erinnerung an die Konflikte im Institut zur späteren "fundamentalistischen" Identität der NKT beitrugen.Inken Prohl, FU Berlin in einer Buchbesprechung zu David N: Kays Studie, [http://www.globalbuddhism.org/7/prohl06.htm]
Im Himalaya-Königreich Bhutan ist der Mahayana-Buddhismus Staatsreligion. Andere Religionen finden keine offizielle Anerkennung und werden, sofern ihre Praxis öffentlich bekannt wird, verfolgt. Muslimen, Christen und anderen Andersgläubigen ist es z.B. nicht gestattet, in der Öffentlichkeit zu beten oder zu feiern. Religiöse Versammlungen in nicht-buddhistischen Häusern, an denen mehrere Familien beteiligt sind, sind verboten. Die Einfuhr von gedrucktem religiösen Material ist eingeschränkt. Auch Festnahmen dienen der Polizei als Druckmittel gegenüber Andersgläubigen. Neben dem behördlichen Druck gibt es auch Druck von Seiten buddhistischer Geistlicher und gewaltsame Übergriffe auf Andersgläubige. Die Gesellschaft übt somit einen starken Druck aus, buddhistischen Normen zu entsprechen.

