Buddha-Statue
thumb|Schreitender_Buddha,_Sukhothai-StilEine Buddha-Statue ist das plastische, meist idealisierte Abbild des Buddha. Eine Buddha-Statue wurde nicht als Kunstwerk geschaffen, zur Dekoration oder nur, um das Auge zu erfreuen. Die Absicht war vielmehr, den Betrachter zu erinnern, zu belehren oder vielleicht sogar zu erleuchten. Die Erschaffung einer Buddha-Statue wird als ?gute Tat? angesehen, wodurch sich ein positiver Einfluss auf die nächste Wiedergeburt erhofft wird.
Geschichte
Als der Buddha wusste, dass der Tod ihn bald ereilen würde, teilte er seinen Jüngern mit, dass sie jetzt die Initiative selbst ergreifen und sein Werk ohne ihn weiterführen müssten. Seinem Jünger Ananda wurde schnell klar, dass die Lehre mit der Zeit in Vergessenheit geraten würde, wenn nicht irgendeine Möglichkeit gefunden würde, die Erinnerung an den Meister zu erhalten. Könnten nicht die Jünger einen regelmäßigen Akt der Huldigung durchführen, fragte er den Meister traurig. Könnten sie nicht irgend eine Art von Ersatz haben, eine Art ?Denk-mal? sowohl für seine Person als auch für die Lehre? Um Bedürfnisse dieser Art zu befriedigen, antwortete der Buddha, könne der Gläubige zum Beispiel eine Pilgerreise zu den Stätten seines Wirkens unternehmen. An diesen Orten könne er sich dann an die damit verbundenen Ereignisse, an den Sieg über das Böse und die Ignoranz erinnern, um so zur Nachahmung inspiriert zu werden. Sollte dies nicht genügen, könnten sie nach seiner Kremation seine körperlichen Reliquien (Sanskrit: sariradhatu, Pali: dhatucetiya) nehmen und über ihnen Stupas (Pali: paribhogacetiya, Thai: Chedis) erbauen. Diese würden die Menschen an die Lehre erinnern und ihre Herzen glücklich machen.
So ist in den ersten buddhistischen Kunstwerken, wie z.B. auf den Reliefs der Stupa von Sanchi, der Buddha selbst nicht zu sehen. Er allein durch Symbole repräsentiert, die für bestimmte Szenen aus dem Leben des Meisters stehen:
*Eine Lotos-Knospe als Symbol seiner Geburt.
*Der Bodhi-Baum
*Ein leerer Sitz unter dem Bodhi-Baum, der von dem Naga-König Muchalinda beschirmt wird, erinnert an die Erleuchtung.
*Das Rad (chakra) erinnert an die erste Predigt, bei der ?das Rad Der Lehre in Bewegung gesetzt? wurde.
*Fußabdrücke (phuttabat).
*?Feurige Energie?, die als Aureole dargestellt wird.
*Die Stupa (Thai: Chedi) erinnert an seinen Eingang in das Nirvana (in der Pali-Sprache: parinibbana).
In alten vor-buddhistischen Kulturen Indiens wurden bereits einige dieser Symbole angebetet: die Sonnenscheibe (Sonnenrad), die Schlange, Baum- und Stein-Geister.
Die ersten Bildnisse, die den Meister in seiner menschlichen Gestalt darstellten, tauchten zu Beginn der christlichen Zeitrechnung etwa gleichzeitig in Gandhara (heute Afghanistan) und Mathura (Nord-Indien) auf. Und auf wundersame Weise wurden die alten Symbole wieder verwendet: der Baum, unter dem der Buddha beschützt von einer Schlange auf einem steinernen ?Thron? sitzend meditierte, die Sonnenscheibe wurde zum ?Heiligenschein?, ...
(Mehr zur Geschichte siehe: Buddhistische Kunst)
Schon bald darauf entwickelten sich spezielle Regeln, nach denen der Erleuchtete porträtiert werden konnte: spezielle physikalische Charakteristika, die Mönchs-Kleidung, Gesten und Körper-Haltungen, alles wurde kodifiziert.
Stilkunde geordnet nach Ländern (Auswahl)
Die Ikonographie der Buddha-Statuen wird in den verschiedenen Ländern unterschiedlich definiert:
Thailand
* Japan (s. Daibutsu)
Literatur
* Silpa Bhirasri: An appreciation of Sukhthai art, The Fine Arts Department, Bangkok 1962, (Thai culture; Bd. 17)
* Alexander B. Griswold: What is a Buddha Image? The Fine Arts Department, Bangkok 1962, (Thai culture; Bd. 19)

