Buddhanatur
Buddhanatur (skt. buddha-dh?tu, tath?gata-dh?tu; ; hg. ??, bulseong; jap. bussh?; viet. ph?t tính) ist im Buddhismus, insbesondere im chinesischen Chan und im japanischen Zen, sowie im tibetischen Vajrayana die immanente Fähigkeit und Potenz von Lebewesen, zu Buddhas zu werden. Die Buddhanatur wird ferner in den Tathagatagarbha-Sutren als die innewohnende, unbegreifliche, ungeschaffene und unsterbliche Buddha-Essenz (svabhava) aller Lebewesen dargestellt.Seine Ursprünge im Mahayana liegen in den Darlegungen des Lotos-Sutra, des Nirvana-Sutra, der Tathagatagarbha-Sutren, im Vajrayana auch in den Lehren nichtdualer Praxissysteme wie Lamdre, Dzogchen und Mahamudra. Dort wird die Buddhanatur auch als die Natur des Geistes oder als Klares Licht ursprünglichen Gewahrseins bezeichnet. Im Nirvana-Sutra wird die Buddha-Natur (Buddha-dhatu) vom Buddha selber als "das wahre Selbst" Buddhas erklärt und als "bestaendig, fest und ewig" (nitya, dhruva, sasvata) beschrieben. Sie wird auch mit dem Dharmakaya gleichgesetzt.
Im Nirvana-Sutra heisst es: "Die Essenz des Selbst ist der subtile Tathagatagarbha" (Kapitel: Tathagatagarbha).
Dieser Tathagatagarbha - ein anderes Wort fuer die Buddhanatur - ist nach dem Nirvana-Sutra das wahre Selbst, das Selbst Buddhas, das keinen Tod kennt. Laut dem Nirvana-Sutra:
"All Dinge (dharma) sind nicht ohne das Selbst. Das Selbst ist wirklich (tattva), das Selbst ist fest (dhruva), das Selbst ist Tugend (guna), das Selbst ist ewig (nitya), und das Selbst ist Friede" (Kapitel: "Gram").
Im Angulimaliya-Sutra liest man:
"Alle Dinge (dharma) haben den Tathagatagarbha als deren Essenz (svabhava) ... Auch wenn alle Buddhas selber emsig danach suchten, wuerden sie keinen Tathagatagarbha finden, der nicht ewig (sasvata) ist, denn der ewige Dhatu, die Buddhanatur, der Dhatu, der mit endlosen Haupteigenschaften und den kleineren Eigenschaften (eines Buddha) ausgestattet ist, ist in allen Wesen vorhanden. Auch wenn alle Buddhas selber emsig danach suchen wuerden, wuerden sie keinen Tathagatagarbha finden, der nicht fest (dhruva) ist, denn der feste Dhatu, die Buddhanatur, der Dhatu, der mit endlosen Haupteigenschaften und den kleineren Eigenschaften (eines Buddha) ausgestattet ist, ist in allen Wesen vorhanden".
Die Buddhanatur wird als unzerstörbar und ungeboren beschrieben, denn sie ist weder von äußeren Einflüssen, noch von psychischen Veränderungen beeinflussbar. Es handelt sich um einen Begriff der Transzendenz. Die Lehren zur Buddhanatur stellen die gewöhnliche Wahrnehmung eines nichterleuchteten Wesens als relative Wirklichkeit der Wahrnehmung eines erleuchteten Wesens gegenüber. Diese nichtduale erleuchtete Wahrnehmung wird als absolute Wirklichkeit bezeichnet. Aus der Perspektive absoluter Wirklichkeit sind relative und absolute Wirklichkeit untrennbar.
Literatur
Dalai Lama: Die Buddhanatur - Tod und Unsterblichkeit im Buddhismus, Aquamarin Verlag, Grafing ISBN 3-89427-079-9
*The Mahayana Mahaparinirvana Sutra, translator: Kosho Yamamoto, editor: Dr. Tony Page (Nirvana Publications, London 1999-2000)
* Namkhai Norbu, Dzogchen-Der ursprüngliche Zustand, Oddiyana Edition, Rom 1993, ISBN 3-9801635-0-4
* John Myrdhin Reynolds, Self-Liberation through seeing with naked awareness, Snow Lion Publications, Ithaca-New York 2000, ISBN 1-55939-144-8
* Manjushrimitra, Primordial Experience, An Introduction to Dzogchen Meditation, Shambala
Weblinks
*Nirvana-Sutra: der Gesamttext im Englischen und Kommentar [http://www.nirvanasutra.org.uk]

