Budapester Orpheum
Das Budapester Orpheum war eine bedeutende Wiener Kleinkunstbühne sowie als Budapester Orpheumgesellschaft ein Ensemble einiger der herausragendsten Wiener Komiker, Coupletsänger und Kabarettisten der Jahrhundertwende. Es bestand ab 1889 als Kabarettensemble ?Budapester Orpheumgesellschaft? ohne feste Spielstätte und ab 1911 als Kabarettbühne ?Budapester Orpheum? mit fester Spielstätte in Wien-Leopoldstadt. Dem von Josef Modl und Matthias Bernhard Lautzky gegründeten Kabarettensemble gehörten unter anderem Armin Berg, Hans Moser, Heinrich Eisenbach oder Max Rott an.Laut Karl Kraus bot die Budapester Orpheumgesellschaft ?das einzige reelle Theatervergnügen [...], das Wien nach Girardi heute zu bieten hat.?Die Fackel Nr. 324-325, 2. Juni 1911, S. 23: ?Distanzen?
Vor 1911 spielte die Budapester Orpheumgesellschaft haupsächlich in verschiedenen Hotelsälen der Wiener Leopoldstadt. 1911 übersiedelte die Gesellschaft schließlich in eine fixe Spielstätte in der Praterstraße, ebenfalls in Leopoldstadt.
Im Budapester Orpheum wurde vielfältige Unterhaltung geboten, die von Coupletliedern über Grotesktänze bis hin zu Kabarett- und Lustspielaufführungen reichte. Am meisten zeichnete sich das Kabarettensemble in der Publikumsgunst jedoch durch seine jüdische Jargonkomik, aber auch durch politische Seitenhiebe aus.
Literatur
*Georg Wacks: Die Budapester Orpheumgesellschaft. Ein Varieté in Wien 1889-1919. Vorw. von Gerhard Bronner, Verlag Holzhausen, Wien 2002 ISBN 3-85493-054-2

