Buckower Kleinbahn
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Die Buckower Kleinbahn ist eine Eisenbahnstrecke im Osten Brandenburgs. Die Zweigstrecke der Preußischen_Ostbahn ist seit dem 15. Mai 1930 ein elektrischer Inselbetrieb und wurde im Laufe ihrer Geschichte nie erweitert.
Verlauf
Die Strecke zweigt im Bahnhof Müncheberg von der Ostbahn ab und verläuft anschließend nach Norden über Waldsieversdorf nach Buckow (Märkische Schweiz). In Müncheberg besteht eine Gleisverbindung zur Hauptbahn, in Buckow gibt es eine Wartungshalle für die Fahrzeuge. Ausweichmöglichkeiten sind auf der Strecke keine vorhanden, lediglich in den beiden Endbahnhöfen ist dies möglich.
Geschichte
Bereits 1849 gab es Planungen für eine Königliche Ostbahn von Berlin nach Königsberg in Preußen. Die Strecke sollte nah an den Städten Altlandsberg, Strausberg und Buckow vorbeiführen und diese somit allesamt einen Bahnhof erhalten. Da der Staat Preußen jedoch auch militärische Aspekte in den Vordergrund stellte und die Trasse möglichst preiswert sein sollte, wurde eine recht geradlinigen Führung der Strecke verwirklicht und 1867 eröffnet. Aus diesem Grund lag der Bahnhof von Strausberg weit außerhalb der Stadtgrenzen und Altlandsberg und Buckow erhielten gar keinen Anschluss an das preußische Eisenbahnnetz.
Die Möglichkeit dazu kam mit dem Preußischen_Kleinbahngesetz vom 28. Juli 1892. Nachdem am 17. August 1893 bereits die Strausberger_Kleinbahn vom Vorstadtbahnhof in die Stadt eröffnet wurde, brachten die Buckower Ratsmänner den Entwurf einer Bahnstrecke von Müncheberg nach Buckow am 30. August 1893 im Landrat des Kreises Lebus ein. Die Kosten übernahmen Stadt, Kreis, Land, Staat und Privatinvestoren zu etwa gleichen Teilen. Mit dem Bau wurde die Firma Phillip Balke beauftragt, die die Strecke am 26. Juli 1897 dem Verkehr übergeben konnte. Die Strecke wurde als Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 mm erbaut und mit Dampflokomotiven betrieben. Altlandsberg erhielt schließlich seinen Bahnanschluss ein Jahr später mit der Altlandsberger Kleinbahn nach Hoppegarten.
Nach Streitigkeiten zwischen den Orten Buckow und Wüste Sieversdorf (ab 1907 Waldsieversdorf) erhielt letzterer knapp 9 Jahre nach dem Bau der Strecke im Juni 1906 auch einen eigenen Haltepunkt, der bis heute der einzige Unterwegshalt auf der Strecke ist. Züge halten hier seit der Eröffnung lediglich bei Bedarf, früher befand sich hier auch ein Ladegleis für den Güterverkehr.
Im Vergleich mit der Ostbahn waren die Fahrgastzahlen der Buckower Kleinbahn nie groß, jedoch brachte der Ausflugsverkehr die Kleinbahn bereits bald an die Belastungsgrenze. 1925 wurden annähernd 180.000 Personen im Jahr befördert, die meisten davon Berliner auf dem Weg in die Sommerfrische. Um diese Beförderungsleistung zu erbringen, wurden zahlreiche zusätzliche Züge gefahren. Man erzählt, manche Züge seien so voll gewesen, dass die stärkeren Passagiere schieben mussten. Die schmalspurige Kleinbahn war dem Ansturm bei weitem nicht mehr gewachsen, ein Umbau der Strecke auf Normalspur war unausweichlich. Aufgrund der Leistungsfähigkeit des elektrischen Antriebs entschied man sich für eine Elektrifizierung mit 800 V Gleichstrom. 1929 wurde im laufenden Betrieb mit den Bauarbeiten begonnen, bereits am 15. Mai 1930 konnte der elektrische Betrieb aufgenommen werden, der letzte Kleinbahnzug fuhr am selben Tag. Mit der neuen Betriebsart kamen auch neue Fahrzeuge in Form elektrischer Triebwagen auf die Strecke.
Nach dem Krieg wurde die Strecke kurzzeitig wegen der fehlenden Stromversorgung noch einmal mit Dampfloks befahren, bevor 1947 die elektrischen Anlagen wieder hergestellt waren. Im Jahr 1950 wurde die Bahn schließlich der Berliner S-Bahn unterstellt. Diese übernahm neben dem Betrieb auch die Wartung der Fahrzeuge, jedoch nicht in der hauseigenen Halle in Buckow, sondern im RAW_Schöneweide. Die Zukunft der Strecke stand jedoch auch weiterhin auf der Kippe, 1965 wurde der spärliche Güterverkehr auf der Strecke eingestellt, der Personenverkehr sollte nach dem Willen der Reichsbahn bald folgen. Der Mangel an Omnibussen sowie der schlechte Zustand der Straßen in der Gegend verhinderten die Umsetzung. Die Buckower Kleinbahn gehörte in den darauffolgenden Jahren zu einer der am besten ausgelasteten Nebenstrecken in der DDR.
1980 wurden die im RAW Schöneweide drei neue Züge aus je einem Trieb- und einem Steuerwagen gebaut. Da der RGW der DDR einen solchen Neubau jedoch untersagt hatte, wurden die alten Triebwagen zuvor zur ?Rekontruktion? nach Schöneweide überführt und dort bis auf wenige weiterverwendete Teile verschrottet. Gleichzeitig wurde die Fahrspannung des Betriebs von 800 auf 600 V heruntergesetzt. 1989 wurde ein Neubau des Oberbaus der Strecke begonnen, aufgrund der politischen_Umstände konnte nur der Abschnitt von Müncheberg bis Waldsieversdorf fertig gestellt werden, der übrige Streckenabschnitt nach Buckow wurde lediglich notdürftig instand gesetzt. Da die Bahn durch die Zunahme sowohl der Arbeitslosigkeit als auch der Autos an Bedeutung verlor, wurde die Baumaßnahme später nie weitergeführt. Als auch ein Umbau des Unterwerks wegen einer Umstellung der Energieversorgung nötig geworden wäre, stellte die Deutsche_Reichsbahn den elektrischen Betrieb am 22. Mai 1993 ein. Seitdem kamen auf der Strecke dieselbetriebene ?Ferkeltaxen? zum Einsatz, die Züge fuhren teilweise bis Berlin-Lichtenberg durch.
Zum Fahrplanwechsel 1995/96 wurde der Betrieb auf die Sommermonate reduziert und im Winterhalbjahr stattdessen ein Busverkehr eingerichtet. Zum 100-jährigen Bestehen der Bahn im Jahr 1997 wurde auch dieser Saisonverkehr abbestellt. Der letzte Zug nach dem bisherigen Fahrplan fuhr am 27. September 1997 Buckow an. Im folgenden Jahr gab es aber doch noch einen regulären Betrieb an Sommerwochenenden und Feiertagen. Genau ein Jahr nach dem Ende des Saisonbetriebs kam am 27. September schließlich doch das endgültige Aus für den planmäßigen Nahverkehr auf der Strecke.
Durch den Einsatz eines Vereins von Eisenbahnfreunden richtete die Deutsche Bahn am 20. Juni 1999 einen einmaligen Pendelverkehr zwischen Müncheberg und Buckow ein, der von Eisenbahnfreunden und der örtlichen Bevölkerung sehr gut angenommen wurde. Der Eisenbahnverein Märkische Schweiz e.V. nahm sich der Strecke an und baute in den folgenden Jahren zunächst das Unterwerk um, um wieder elektrischen Betrieb zu ermöglichen. Es dauerte etwa drei Jahre, bis der Betrieb ? wiederum auf die Sommermonate beschränkt ? als Museumsbahn wieder aufgenommen werden konnte. Seit 2002 wird die Strecke wieder regelmäßig mit den Triebwagen der Baureihe_479 befahren. Allerdings wird die Strecke nicht mehr als Eisenbahn im Sinne der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) betrieben, sondern nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab). Aus diesem Grund wurde das Verbindungsgleis zur Ostbahn blockiert, es ist jedoch noch befahrbar und wird für gelegentliche Überführungsfahrten genutzt.
Siehe auch
Liste von Eisenbahnstrecken in Deutschland
Weblinks
• Eisenbahnverein Märkische Schweiz e.V.
• offizielle Homepage der Buckower Kleinbahn
• Fahrplan 2007 der Buckower Kleinbahn
• Seiten von Axel Krüger

