Buchholz in der Nordheide
Buchholz in der Nordheide ist die größte Stadt des Niedersachsen und gehört zur Metropolregion Hamburg. Sie liegt etwa 20 km südlich von Hamburg und etwa 120 km nördlich von Hannover in der Nordheide, dem nördlichen Teil der Lüneburger Heide.
Geografie
Geografische Lage
Höchste Erhebung ist der Brunsberg (129 m) als Teil der sich von den Harburger_Bergen über den Wilseder Berg zur Hohen_Heide ziehenden Endmoränen-Staffel des Drenthe II- sowie des Warthestadiums der Saaleeiszeit. Am östlichen Abhang des Brunsberges befindet sich das Höllental, ein geomorphologisch bemerkenswertes Relikt eines neuzeitlich überformten periglazialen Trockentals.
Stadtgliederung
Buchholz besteht aus insgesamt 6 Stadtteilen. Dies sind zum einen die sogenannte Kernstadt und zum anderen die 5 Ortschaften, die alle über einen eigenen Ortsrat und Ortsbürgermeister verfügen. Die meisten Stadtteile sind wiederum in Ortsteile untergliedert, die allerdings verwaltungrechtlich keine Bedeutung haben. Reindorf gehört zur Kernstadt und verfügt als einziger Ortsteil über einen Ortsvorsteher.
Stadtteile (nach Einwohnerzahl absteigend sortiert):
*Buchholz (Kernstadt)
**Ortsteil Reindorf
**Ortsteil Vaensen
**Ortsteil Buensen
• Ortsteil Seppensen
** Ortsteil Holm-Seppensen
** Ortsteil Holm
*Steinbeck
**Ortsteil Steinbeck
**Ortsteil Meilsen
*Sprötze]
• Trelde
**Ortsteil Suerhop
*Dibbersen]
**Ortsteil Dibbersen
**Ortsteil Dangersen
(nebenbei: Vaensen, Buensen und Suerhop werden mit langgezogenem Vokal ([[Dehnungs-e), und nicht mit Umlaut ausgesprochen, in der kurhannoverschen_Landesaufnahme/'>Kurhannoversche Landesaufnahme/'>kurhannoverschen Landesaufnahme um 1770 ist z.B. Buensen noch als Buhnsen verzeichnet)
Geschichte
Obwohl Buchholz in den heutigen Grenzen eine recht junge Stadt ist, reicht die Geschichte weit zurück.
Ältestes Zeugnis menschlicher Besiedlung im Stadtgebiet Buchholz ist ein Lagerplatz der Sprötze wurde als Sproccinla 1105, der Ortsteil Steinbeck 1331 erstmals erwähnt. 1432 wird Buchholz erstmalig im ?Winsener Schatzregister? als Dorf ?Bockholte? genannt. Es besteht damals aus wohl nur 6 Hofstellen.
1527 wird Buchholz evangelisch. 1654 wird die erste Schule in Buchholz gebaut.
Laut Amtslagerbuch des Amtes Harburg hat Buchholz 1667 14 Hofstellen, eine Schule und einen Krug. Die Ackerfläche beträgt 45,5 ha. 1699 wird der erste Feuerlöschverband gegründet.
Von 1803 bis 1814 besetzen Napoleons Truppen das Dorf. In dieser Zeit wird die Chausse Bremen-Hamburg (heutige B_75) gebaut.
Am 15. Mai 1857 erhält die Gemeinde Buchholz die Selbstverwaltung.
Am 1. Juni 1874 wird die Eisenbahnstrecke Hamburg ? Bremen mit dem Bahnhof in Buchholz dem Verkehr übergeben. Die Strecke Buchholz-Lüneburg wird eingeweiht. Sie erhält einen eigenen Bahnhof.
1899 eröffnet ein Imprägnierwerk (Julius Rütger aus Berlin) südlich des Bahnhofs, mit anfangs etwa 50 Arbeitern. Um 1900 entsteht ein Kalksandsteinwerk gegenüber dem Bahnhof. Nach dem Ersten_Weltkrieg wird daraus eine Mehlfabrik, später eine Faßfabrik. Heute befindet sich auf dem Gelände die Reihenhaussiedlung Bremer Reihe (seit 1963).
1901 wird die Eisenbahnstrecke Buchholz-Soltau eingeweiht. Im gleichen Jahr entsteht ein Wasserwerk (besteht bis 1923). Im folgenden Jahr wird die Eisenbahnstrecke Buchholz-Bremervörde eingeweiht (Abschnitt Buchholz-Hollenstedt 1968 stillgelegt).
Am 8. Juni 1925 wurde in Buchholz durch Otto Telschow die erste NSDAP-Ortsgruppe des nördlichen Niedersachsen gegründet. Telschow wurde später Gauleiter des Gaus Ost-Hannover, dessen Sitz bis zum Sommer 1932 in Buchholz war, bevor dieser zuerst nach Harburg und später nach Lüneburg verlegt wurde. Der Ort blieb trotz dieser Verlegung jedoch ein Zentrum nationalsozialistischer Politik in der Region. So stand in Buchholz in der Geraden Straße die am 4. November 1934 eingeweihte Ehrenhalle der Nationalsozialisten, welche die wichtigste nationalsozialistische Kult- und Feierstätte im Gau Ost-Hannover war. Auf dem Schornstein der o. g. Fassfabrik an der Bremer Straße und damit in Sichtweite der sog. Ehrenhalle wehte die Hakenkreuzfahne. Diese Fahne haben ein paar Arbeiter, die in der damals verfolgten SPD organisiert waren, bei Nacht und Nebel heruntergeholt und einige Tage versteckt. Sie wurde anonym per Post an die NSDAP nach Harburg geschickt.
1936 wird das Teilstück Dibbersen ? Sittensen der Reichsautobahn (A1) dem Verkehr übergeben.
Am 19. April 1945 rücken britische Panzer in Steinbeck ein, am 6. Juni 1945 setzt die Militärregierung einen provisorischen Gemeinderat ein. Im Gasthaus ?Hohe Luft? in Steinbeck wurde über die kampflose Übergabe der Stadt Hamburg an die Engländer verhandelt. Der Verhandlungstisch ist dort noch heute zu sehen.
Am 15. Juli 1958 wird Buchholz Stadt und erhält am 14. Dezember 1959 den Namenszusatz ?in der Nordheide?, der ab dem 1. Januar 1960 offiziell verwendet wird. Am 1. Juli 1972 werden die Dörfer Dibbersen, Holm, Holm-Seppensen, Seppensen, Sprötze, Trelde und Reindorf im Zuge der Gemeindereform nach Buchholz eingemeindet. Die Einwohnerzahl der Stadt erhöht sich um 50 %. Im gleichen Jahr werden das Hallen- und Freibad Herrenheide und die Kreis-Sonderschule eingeweiht und das Abwassernetz der Stadt an den Abwasserkanal des Landkreises angeschlossen.
1981 verliert die Eisenbahnstrecke Buchholz - Lüneburg ihren Personenverkehr und wird 1988 endgültig stillgelegt. Der Abschnitt Buchholz - Jesteburg ist heute Teil der Güterumgehungsbahn zum Rangierbahnhof Maschen.
Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
• ? 178
*1871] ? 350
• ? 1.220
*1925] ? 2.138
• ? 3.110
*1945] ? ca. 5.000
• ? 6.003
*1958] ? 7.523
• ? 10.364
*1968] ? 13.590
• ? 15.273 (30. Juni)
*1972] ? 22.620 (1. Juli ? nach Eingemeindungen)
• ? 26.393
*1998] ? 35.264
• ? 35.603
*2000] ? 35.916
• ? 36.109
*2002] ? 36.483
• ? 37.943
*2004] ? 38.556
• ? 40.500
Politik
Stadtrat
=Kommunalwahl 2001
=Nach dem Wahlergebnis von 2001 waren im Stadtrat vertreten (in Klammern die Zahl der Mandate): CDU]_(14),_FDP (5), Grüne (4), BUB (1), IDA (1). Der hauptamtliche Bürgermeister hat im Stadtrat ebenfalls Sitz und Stimme.
=Kommunalwahl 2006
=Bei der Kommunalwahl am 10. September 2006 erreichten bei einer Wahlbeteiligung von 52,4 % (in Klammern die Zahl der Mandate) CDU 45,3 % (17), SPD 22,3 % (8 Sitze), Bündnis 90/DIE GRÜNEN 11,9 % (4), FDP 10,0 % (4 Sitze), WASG 2,3 % (1), BUB 2,0 %(1), IDA 1,6 % (1), UWG 4,6 % (2 Sitze). Der hauptamtliche Bürgermeister hat im Stadtrat ebenfalls Sitz und Stimme.
Bürgermeister
=Bürgermeisterwahl 2001
=Im Jahr 2001 wurde mit Norbert Stein (SPD) erstmals direkt ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt, der gleichzeitig Chef der Verwaltung ist.
=Bürgermeisterwahl 2006
=Bei der Bürgermeister-Direktwahl am 10. September 2006 unterlag der bisherige Amtsinhaber Norbert Stein mit 32,5 % seinem Herausforderer Wilfried Geiger (parteilos) (67,5 %). Der Amtsantritt Geigers erfolgte am 1. November 2006.
Buchholzer Gemeindevorsteher und Bürgermeister seit 1869:
• ? 1873]: Hans-Heinrich Eggers
• ? 1880]: Johann Heinrich Koch
• ? 1885]: Hans-Heinrich Eggers
• ? 1894]: (Peter?) Rehm
• ? 1900]: Adolf Behrens
• ? 1906]: P. H. Albers
• ? 1919]: Adolf Behrens
• ? 1921]: Wilhelm Meister
• ? 1924]: Hermann Burgdorf (DVP)
• ? 1928]: Otto Meyer
• Hermann Soltau
*1928] ? [[1933: Oskar Dost
• ? 1935]: Theodor Mahler (NSDAP)
• ? 1945]: Rudolf Meyer (NSDAP)
• ? 1946]: Otto Meyer
• ? 1947]: Adolf Meyer (Unabhängige)
• ? 1948]: Heinrich Fricken (SPD)
• ? 1950]: Peter Cohrs (DP)
• ? 1955]: Adolf Meyer
• ? 1956]: Friedrich Diekmann
• ? 1961]: Ludwig Kröger (UWG)
• : Wilhelm Prehn
*1961] ? [[1976: Adolf Matthies
• ? 1981]: Margareta Braasch (SPD)
• ? 1991]: Hans-Heinrich Schmidt (CDU)
• ? 1994]: Götz von Rohr (SPD)
• ? 2001]: Joachim Schleif (CDU)
• - 2006]: Norbert Stein (SPD)
* ab [[2006 : Wilfried Geiger (parteilos)
Wappen
Das Wappen der Stadt zeigt einen waagerecht geteiltes Schild, dessen oberes Feld nochmals senkrecht geteilt ist. Auf der linken Seite findet sich auf goldenem Grund ein Buchenzweig mit fünf grünen Blättern, der auf den Ortsnamen verweist. Die rechte Seite enthält auf blauem Grund in Gold zwei sich anschauende niedersächsische Pferdeköpfe. In der unteren Hälfte ist rotes Mauerwerk in fünf Schichten zu sehen, sie soll den Aufbau (nach dem Krieg) symbolisieren.
Städtepartnerschaften
• Département Seine-Maritime], [[Frankreich (1978)
• (Wohlau]), Bezirk [[Breslau (Wroc?aw), Polen (1996)
• Finnland] (2005)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Musik
* Stadtorchester Buchholz e.V. (vormals Blasorchester Sprötze)
* KIB - Kammermusik in Buchholz (Konzerte im Albert-Einstein-Gymnasium)
Bauwerke
*St.Paulus Kirche
*St.Johannis Kirche
*St. Petrus Kirche
*Rathaus
*Rathausplatz
*Empore
*Fernsehturm
*Bahnhof
*Fußgängerzone
*Holmer Mühle
*Gut Holm
*Sniers Hus
*Windmühle Dibbersen
Parks
* Schmetterlings-Park
* Rathauspark
* Stadtpark
* Park am Stadtteich
* Park am Seppenser Mühlenteich
Sport
* Buchholzer Fußballclub
* Blau-Weiss Buchholz e.V.
* TSV Buchholz 08
* Segelkameradschaft Buchholz e.V.
* Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Buchholz e.V.
* SV Holm-Seppensen e.V.
* TC Nordheide e.V.- Tennisverein
* Radsportgemeinschaft Nordheide e.V.
Wirtschaft und Infrastruktur
Presse
Für Buchholz erscheinen mit lokaler Berichterstattung die Tageszeitungen
[[Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) und ?Harburger Rundschau? (als Beilage des Hamburger Abendblatts). Beide Zeitungen erscheinen im Axel-Springer-Verlag. Ferner erscheinen für Buchholz die Werbezeitungen ?Blickpunkt? (Tochterblatt der HAN) und das ?Nordheide Wochenblatt? des Schrader-Verlages.
Verkehr
*Fernstraßennetz
Buchholz ist an die Autobahnen A1 sowie über die A261 an die A7 angeschlossen. Außerdem liegt Buchholz an den Bundesstraßen B_75 und B_3.
*Eisenbahn
Buchholz liegt an der Hauptstrecke Hamburg-Bremen und ist sowohl Ausgangspunkt der Heidebahn nach Hannover als auch einer Güterumgehungsbahn zum Rangierbahnhof Maschen, die teilweise die Trasse der ehemaligen Bahnstrecke Buchholz?Lüneburg nutzt. Bis 1968 existierte darüber hinaus noch eine Strecke nach Hollenstedt. Der Bahnhof Buchholz war früher ein bedeutendes Bahnbetriebswerk und verfügt über umfangreiche Gleisanlagen einschließlich eines Vorbahnhofes sowie stillgelegtem Ablaufberg, Drehscheibe und Ringlokschuppen.
Im Personenverkehr wird der Bahnhof Buchholz durch Züge von DB Regio (RegionalBahn-Linien Hamburg?-Tostedt und Buchholz?-Soltau?-Hannover) sowie der metronom Eisenbahngesellschaft (Expresslinie Hamburg-Bremen) bedient. Die Regionalbahnen halten auch an den im Buchholzer Stadtgebiet liegenden Haltepunkten Sprötze, Suerhop und Holm-Seppensen. In allen Zügen gelten Fahrausweise des Hamburger_Verkehrsverbundes_(HVV).
Im Güterverkehr wird Buchholz seit einigen Jahren nicht mehr bedient. Letzter Kunde war ein Schotterwerk südlich des Vorbahnhofes. Die Bahnhöfe Holm-Seppensen und Sprötze verloren ihre Eigenschaft als Güterbahnhof bereits in den 1980er Jahren und wurden zu Haltepunkten zurückgebaut.
Außer für den Personennahverkehr (ca. 5000 Fahrgäste täglich) hat der Bahnhof Buchholz eine große Bedeutung für den Durchgang von Güter- und Fernverkehrszügen.
*Busverkehr
Drei im 30-Minutentakt fahrende Buslinien (Buchholz Bus) erschließen die Kernstadt sowie die Stadtteile Steinbeck und Holm-Seppensen und schneiden sich dabei an der zentral gelegenen Haltestelle ?Treffpunkt?. An Sonn- und Feiertagen verkehren diese Linien aber nicht.
Darüber hinaus verkehren Regionalbusse Richtung Hamburg-Harburg, Winsen und Hollenstedt, teilweise auch an Sonn- und Feiertagen. Diese Busse fahren vom Bahnhof oder vom ZOB und übernehmen mit der Anbindung von Dibbersen, Trelde und Reindorf auch innerstädtische Verkehrsaufgaben.
An Schultagen fahren zusätzlich zahlreiche Schulbusse sternförmig aus dem ganzen Landkreis nach Buchholz und nachmittags wieder zurück. Diese Busse sind öffentlich und können von jedermann genutzt werden. Da Buchholz bedeutender Berufsschulstandort ist, ergeben sich Fahrtmöglichkeiten in fast alle Ortschaften des Landkreises Harburg. Zentrale Umsteigehaltestelle für den Schülerverkehr ist der ZOB.
Genau wie im Bahnverkehr gilt für Busfahrten seit Ende 2004 der HVV-Tarif.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Otto Telschow, Gauleiter des NSDAP-Gaus Ost-Hannover, 1941 zum Ehrenbürger der Gemeinde Buchholz ernannt.
Derzeit hat die Stadt Buchholz 9 Ehrenbürger:
* 1968: Kurt Jung, 1947-1968 im Gemeinderat
* 1972: Hermann Gerdau, langjähriges Ratsmitglied
* 1976: Ludwig Kröger und Adolf Matthies, ehem. Bürgermeister
* 1980: Walter Kludas (Heimatforscher)
* 1987: Margareta Braasch, für ihre 20-jährige Tätigkeit zum Wohle von Buchholz
* 1987: Richard Heuer, Ortsbürgermeister von Holm-Seppensen seit 1945
* 1997: Werner Böhring, langjähriger Ortsbürgermeister von Sprötze und Schiedsmann der Stadt Buchholz
* 2002: Dieter Hoppe wurde für seine 30-jährige ehrenamtliche Arbeit
* 2002: Hans Heinrich Schmidt, ehemaliger Bürgermeister, für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement
Söhne und Töchter der Stadt
• Leber] ? Stammapostel und Präsident der Neuapostolischen_Kirche
• Meier] ? Fußballspieler bei Eintracht Frankfurt
• Stephan] - Schauspieler
* Andreas ?AC? Clausen - Radiomoderator
Weblinks
• Offizielle Internetpräsenz der Stadt Buchholz
• Daten zur Stadtgeschichte
• Kammermusik in Buchholz

