Buchener Faschenacht
Buchener Faschenacht, auch: Buchemer Faschenaacht.Figuren
Die wohl wichtigsten Figuren der Buchemer Faschenaacht sind der Buchener Blecker und der Huddelbätz.
Der Buchener Arschblecker
Diese Figur stammt aus einer Legende, nach der die Stadt Buchen von einer Armee belagert wurde. Die Buchener entschlossen sich, als ihre Nahrungsmittel zu Ende zu gehen drohten, alles Essen einem einzigen Mann zu geben. Als dieser nun wohlgenährt war, streckte er auf der Stadtmauer den feindlichen Truppen seinen dicken Hintern entgegen um zu zeigen, dass die Truppen noch lange warten könnten, da es in der Stadt offensichtlich noch genug Essen gab um einen einzigen Mann so gut zu nähren. Schließlich zogen die Belagerer ab.
Im Jahre 1382 gab es tatsächlich eine erfolglose Belagerung Buchens durch die Truppen von Ruprecht I. von der Pfalz. Zu Ehren dieses Vorfalles wurde eine Steinfigur, die dem Zuschauer ihren nackten Hintern entgegenstreckt, in die Stadtmauer eingebaut.
Heute befindet sich der Arschblecker im Buchener Bezirksmuseum, aber eine Nachbildung des Bleckers wird jedes Jahr auf einem eigenen Wagen bei der Buchemer Faschenaacht gezogen. Es ist Brauch auf den Wagen zu steigen und dem Blecker den Hintern zu küssen, selbstverständlich wird die Figur danach wieder gereinigt.
Steinfiguren die lediglich ein nacktes Hinterteil zeigen findet man öfter in Stadtmauern oder in Mauern, welche Höfe, Burgen oder Schlösser umgeben. Deren Anbringung leitet sich von der Tradition der Neidköpfe ab, die ursprünglich böse Mächte und Geister abwehren sollten.
Der Huddelbätz
Diese Figur ist neben dem Buchener Blecker eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt Buchen (Odenwald). Ihre äußere Erscheinung besteht aus einer Hose und einer Jacke, die von bunten "Huddeln" (Flecken) übersehen sind. Die Flecken wurden früher aus alten Kleidern oder Vorhängen etc. herausgeschnitten, so konnte man sich relativ billig selbst ein Kostüm basteln. Heutzutage bestehen Huddelbätze aber immer mehr aus Filzflecken. Wichtig ist hierbei, dass die Farben bunt durcheinandergemischt sind und keine gleichfarbige Flecken nebeneinander hängen.
Ein Huddelbätzkostüm besteht zudem noch aus einem Spitzhut, der ebenfalls mit Flecken versehen ist, aus einem weißen Kragen, weißen Handschuhen und aus einem Besen bzw. einer Rute aus Birkenreisig. An einzelnen Flecken hängen auch kleine Glöckchen, wodurch man den Huddelbätz schon von großer Entfernung her hören kann.
Der Huddelbätz soll, wie an Faschenaacht üblich, Geister und Böses vertreiben, hierzu nutzt der Huddelbätz seine Glöckchen, die einen ziemlich großen Lärm machen, wenn hunderte Huddebätze nebeneinander laufen. Mit seinem Besen kann er den Dreck (Symbol für das Böse) wegkehren und er ist stehts in Bewegung. Huddelbätze haben nämlich ihre eigene "Sprungtechnik", diese ständige Bewegung symbolisiert das Leben.
Lieder
Als wichtigstes Lied ist hier wohl "Kerl wach uff" (Kerl wache auf) zu nennen, der Titel dient den Buchenern zugleich als Faschenaachtsspruch (Hinne Houch) .
Kerl wach uff
Der Text wurde von Jacob Mayer (geboren 1866 in Buchen), außerdem hat er noch viele weitere buchener Faschenaachtslieder geschrieben.
Jacob Mayer
* geboren am 5. Januar 1866 in Buchen
* Religion: jüdisch
Lange Zeit war Jacob Mayer ein hochgeachteter Bürger Buchens, der auch in einigen Vereinen sehr engagiert war. Diese Idylle bekam jedoch in der Zeit des Nationalsozialismus einen Riss und er wurde immer weniger in der Öffentlichkeit respektiert. Als jedoch im zweiten Weltkrieg die Aufforderung an den Buchenern Amtsrichter kam den Juden Jacob Mayer zum KZ auszuliefern weigerte sich der zuständige Amtsrichter, was wohl zeigt, dass er immer noch sehr geschätzt in der Gesellschaft war.
Nach ihm ist nun auch eine der zwei Buchener Grundschulen benannt.
Siehe auch
• Weblinks
• Der Blecker in Abbildung und Geschichte (Klicken bei: Unsere Fasenacht)
* [http://www.buchen-online.de/hierzuland/bilder/huddelbaetz500.jpg Bild

