Gerald Weinkopf
Gerald Weinkopf (29. Dezember 1925 in Mährisch_Ostrau; ? 30. November 1992) war Tenorsaxophonist und Flötist im Orchester von Erwin Lehn und gehörte neben Franz Bummerl zu den wichtigsten Personen in der Gründerzeit der Egerländer Musikanten um Ernst Mosch.Gerald Weinkopf spielte als Jugendlicher bereits Akkordeon und machte sich später mit vielen Musikinstrumenten vertraut. Unter anderem spielte er Bratsche, Tenorhorn, Tuba und Geige.
Während des Zweiten_Weltkrieges gründete er seine eigene Tanzkapelle, in der er das Tenorsaxophon blies. Nach dem Krieg spielte er vorwiegend Jazz in amerikanischen Clubs, bis er 1954 als 1. Tenorasaxophonist zu Erwin Lehn und seinem Südfunk-Tanzorchester kam. Von Gerald Weinkopf wusste man, dass er gute Jazz-Arrangements schrieb und dass er seit Jahren bei den Umfragen der Fachblätter als Flötist und Saxophonist zu den besten Jazzmusikern gehörte. Von seiner alten, jedoch heimlichen Liebe, der Blasmusik, wusste man nichts, obwohl Gerald Weinkopf schon mit 14 Jahren für die Blaskapelle seiner Heimat komponierte.
Spontan schrieb er für Ernst Mosch und seine neugegründeten Egerländer Musikanten einige Bearbeitungen. Daraus wurde für ihn eine Lebensaufgabe. Von 1956 bis zu seinem Tod am 30. November 1992 war Gerald Weinkopf als Arrangeur und Texter für die Egerländer Musikaten tätig. Er prägte ihren Klang und Erfolg maßgeblich.
Unter seinem Pseudonym Bruno Zwinger schrieb er unter anderem die Texte für die Titel ?Bis bald auf Wiedersehn?, ?Sterne der Heimat? und ?Wir sind Kinder von der Eger?. Auch der Text zum Erfolgswalzer ?Mondschein an der Eger? stammt aus seiner Feder.
Was offenbar heute so gut wie unbekannt ist: Weinkopf war beim Süddeutschen Rundfunk (Südfunk-Fernsehen) hauptberuflich als ?Musikreferent? tätig. Als solcher verantwortete er in den Sechzigerjahren zahlreiche klassische Fernsehmusiksendungen, z.B. Konzerte mit Maurice André oder dem Stuttgarter Kammerorchester unter Karl Münchinger. Herausragende Kirchenkonzerte und auch die Reihe ?Bei der Arbeit beobachtet? (das waren Sendungen, in denen berühmte Dirigenten bei der Erarbeitung von Orchesterwerken mit Orchestern beobachtet wurden) kamen unter seiner Verantwortung zustande. In der SDR-eigenen Zeitschrift ?Südfunk? (August-Ausgabe 1968) schildert der Journalist Hans-Dieter Musch, damals als Pressereferent des Senders tätig, ausführlich die Haltung Weinkopfs zum Playback und zur klassischen Musik.

