Bruno H. Schubert
Bruno H. Schubert (25. Oktober 1929 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Unternehmer, Konsul und Kunstmäzen.Die Familie
Schubert wurde als erster Sohn des Besitzers der Brauerei Henninger Bräu Bruno Schubert und seiner Frau Johanna Schubert (geb. Henrich), die ebenfalls aus einer Brauereifamilie stammte, geboren. Ihr Großvater, der geheime Kommerzienrat Carl Henrich, war der erste Präsident des Deutschen_Brauereienbundes.
Über die Geburt des Sohnes , freute sich der Vater so sehr, dass er allen Arbeitern seines Betriebes einen Tag frei gab und einhundert Reichsmark als Trinkgeld ausgab. Nach der Geburt seines 8. Sohnes soll er gesagt haben:
:Wenn ich gewußt hätte, daß nach Bruno noch sieben weitere Buben kommen, hätte ich das Geld nicht spendiert.
Die Eltern waren mit Intellektuellen und Künstlern befeundet, u. a. mit Max Beckmann. Dieser malte der Mutter zuliebe das Geburtshaus Schuberts, Wendelsweg 64. Unter dem Namen Der Wendelsweg hängt es heute in der Kieler_Kunsthalle im Entree.
Die Familie war äußerst privilegiert. Die Kinder wurden in vornehme Schulen zu geschickt, zuerst in die Volksschule Schwarzburg anschließend in das Adlerflycht-Gymnasium'' (von den Nazis umgenannt in Adolf-Hitler-Schule) im Frankfurter Nordend. Beide Schulen hatten einem Anteil von über 30% Schülern jüdischer Abstammung.
Während des Krieges wurde Schubert als Wachtmeister bei der Flak-Artillerie eingeteilt. 1942 starb der Vater an einem Herzinfarkt. 1944 wurde das Elternhaus ausgebombt. Die Mutter zog mit Bruno und den drei jüngsten Söhnen Hans Otto, Paul Adolf und Knut nach Frankfurt-Höchst. Der Krieg überlebten nur Paul Adolf, der in der Schweiz im Bankwesen ausgebildet wurde, Theodor, der die Pepsi-Konzession für das Land Nordrhein-Westfalen erwarb und der sich heute in Mougins in Südfrankreich der Malerei widmet sowie Günther, der eine Brauerei übernahm und mit dessen Enkelin Catherine die elfte Brauereigeneration repräsentiert.Der Ehrenbürger- Aus dem Leben des Mäzens Bruno H. Schubert, Hilmar Hoffmann, Sozietäts-Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-7973-0854-X
Der Unternehmer
Nach 1945 baute Schubert die Frankfurter Henninger-Bräu zu einer der erfolgreichsten und größten Brauereien in Europa aus. 1979 verkaufte Bruno H. Schubert das Unternehmen, um sich ganz der neuen Aufgabe, dem Schutz der Umwelt und der Tierwelt zu widmen. 1952 wurde Bruno H. Schubert Generalkonsul von Chile. Er ist Gründungsmitglied der Zoologischen Gesellschaft und des WWF Deutschland. Seit 1988 ist er Vizedoyen des Hessischen Consular Corps Frankfurt am Main.
Für seine mäzenatischen und umweltschützenden Engagements hat er viele Ehrungen und Auszeichnungen erhalten, wie zum Beispiel: 1962 Verleihung des Verdienstordens der chilenischen Regierung im Großoffiziersrang mit Stern und Schulterband. Im Jahre 1979 wurden ihm das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 1989 das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 1996 der Hessische Verdienstorden verliehen. Der Ehrensenator der Goethe-Universität Frankfurt erhielt 2002 von der Stadt Frankfurt am Main die Ehrenbürgerwürde.
Im November 1984 gründeten Schubert zusammen mit seiner Ehefrau Inge als Gesellschafterin die Bruno H. Schubert-Stiftung. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Wissenschaften und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Abwehr von Bedrohungen für Natur, Tier und Umwelt.
Dies erfolgt durch die Vergabe von Forschungsaufträgen, die Gewährung von Stipendien, durch Förderung wissenschaftlicher Publikationen oder durch Bewilligung von Mitteln zur Durchführung von Forschungsvorhaben sowie der Verleihung des Bruno H. Schubert-Preises. Mit dem Preis werden wissenschaftliche Leistungen und deren praktische Umsetzung auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes honoriert. Die Stiftung ist mit einem Kapital von 1 Million DM ausgestattet worden. Der mit 100.000 ? dotierte Bruno H. Schubert-Preis wird jährlich verliehen.
Schubert hat zwei Kinder, die 1966 verstorbene Schauspielerin Renate Schubert (* 1941) und den aus einer ausserehelichen Verbindung stammenden Hanns Peter Nerger (* 1947).
Literatur und Quellen
Weblinks
• Bruno H. Schubert auf http://www.frankfurter-koepfe.de

