Klingenthal
Klingenthal ist eine Stadt im Vogtlandkreis. Sie befindet sich im Musikwinkel des Vogtlandes und ist durch den Musikinstrumentenbau, als Ferienort und Wintersportzentrum bekannt geworden.Geografie
Klingenthal liegt unmittelbar an der Grenze zur Tschechischen_Republik, gegenüber von Kraslice (Graslitz), am Fuße des Aschberges (). Die mit 10,5 km äußerst langgestreckte Stadt ist von unzähligen Zwota. Beide vereinigen sich an der deutsch-tschechischen Grenze zur Zwotau, die in die Eger mündet.
wichtige Berge um Klingenthal:
• (Berg)/'>Kiel]
•
*(Vogtland)|Schwarzberg]_
•_
• (Vogtland)/'>Schwarzberg]
•
Stadtgliederung
- Morgenröthe-Rautenkranz - Tannenbergsthal/Vogtl. - Zwota
In Tschechien:
Kraslice
Geschichte
Am Bach Zwota nahe der böhmischen Grenze wurde ab 1591 von Sebastian Köppel ein Hammerwerk errichtet, um die nahen Vorkommen an Eisenerz, sowie die weitläufigen Wälder der Region zu nutzen. Am 1. Februar 1602 erfolgte dann auch die erste Erwähnung des Namens "Höllhammer" im Kirchenbuch der Stadt Schöneck. Es lebten zu dieser Zeit dort Hammerschmiede, Bergleute und Köhler. 1628 brennt das Hammerwerk ab und wird bis auf das Hammergut nicht wieder aufgebaut.Damals gehörte Quittenbach nicht zu Klingenthal und ist als Lehen in Voigtsberg eingetragen. Im Jahre 1626 hatte Georg Christoph Boxberger von Hellhammer zu Errichtung eines Hammerwerks nachgesucht, was ihm jedoch aus Sorge vor möglichen Schäden an der Flur nicht gewährt wurde. Stattdessen wurde ihm erlaubt vier Häuser mit zugehöriger landwirtschaftlicher Nutzfläche einzurichten.
In der Mitte des 17. Jahrhunderts führten böhmische Exulanten, die im Zuge der Gegenreformation auswanderten, den Geigenbau ein. 1716 fand die Gründung einer Geigenmacherinnung statt. Ende des 18. Jahrhunderts folgte die Einführung der Bogenmacherei, der Saitenmacherei und der Fertigung von Holz- und Blechblasinstrumenten in Klingenthal. Im Jahre 1829 kamen die Mundharmonikaproduktion und die Holzkammfertigung dazu, 1852 die Herstellung der Handharmonika, das spätere Akkordeon. Klingenthal wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Weltzentrum der Harmonikaproduktion. Die älteren Zweige des Musikinstrumentengewerbes wurden durch die Harmonikainstrumente weitgehend verdrängt. Seit 1875 hat Klingenthal einen Bahnanschluss.
Das Stadtrecht erhielt Klingenthal am 1. Oktober 1919. Am 25. Juli 1952 wurde aus Teilen der früheren Kreise Auerbach und Oelsnitz der Kreis Klingenthal gebildet. Seit 1996 gehört Klingenthal zum Vogtlandkreis, dessen Verwaltungssitz Plauen ist. Im Unterschied zum elsässischen Klingenthal lautete der offizielle Name der Stadt bis zum 31. Januar 2007 Klingenthal/Sa. Mit Beschluss 377 (veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt vom 9. Februar 2007) wurde der Zusatz Sa. gestrichen, die Stadt heißt nach diesem Beschluss seither nur noch Klingenthal.
Die Eigenarten der Gebirgslandschaft haben den Wintersport seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Klingenthal heimisch werden lassen. Die Leistungen der Klingenthaler Skisportler haben den Ort und das Niveau des nordischen_Skisportes international mitbestimmt.
= siehe auch
=Geschichte des Geigenbaus in Klingenthal
Geschichte des Akkordeonbaus in Klingenthal
Eingemeindungen
1950 vereinigten sich die Gemeinden Brunndöbra und Sachsenberg-Georgenthal mit Klingenthal. Im Januar 1992 wurde Mühlleithen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahl im Jahre 1950 ist auf die Eingemeindung zurückzuführen. Zu DDR-Zeiten war die Einwohnerzahl der stark industrialisierten Stadt bereits wieder rückläufig. Der wirtschaftliche Niedergang nach der Wende beschleunigte diesen Vorgang, und auch die billige Konkurrenz aus Tschechien, zu der seit 2001 ein Straßen- und Eisenbahngrenzübergang hinüberführt, hat an dieser Entwicklung einen keineswegs geringen Anteil.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
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1834 bis 1946
1960 - 15.497
1971 - 14.062
1981 - 13.364
1984 - 13.369
1998 - 10.471
1999 - 10.203
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2000 bis 2004
Partei Deutschlands/'>SPD] -->
Städtepartnerschaften
1952
* Italien seit Mai 2003 -
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
*Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal
*Harmonikamuseum Zwota
*Akkordeon-Schaumanufaktur
Musik
*das Blasorchester "Stadtorchester Klingenthal"
*Kirchenkonzerte in der Rundkirche "Zum Friedefürsten
*der Internationale_Akkordeonwettbewerb
*der Männerchor "Goldbergchor"
*das Blasorchester "Lindenkapelle"
*das Akkordeonorchester
*die Band Dainty
*Posaunen- und Kirchenchöre der einzelnen Kirchgemeinden
*Mundharmonika-Live Festival
Religionen
evangelisch-lutherisch:
*Kirche Zum Friedefürsten (in Klingenthal 1)
** Lutherkirche Brunndöbra (in Klingenthal 2)
** Johannisgemeinde Sachsenberg-Georgenthal (in Klingenthal 3)
Christliche Versammlung
Römisch-Katholische Kirche
Bauwerke
*Rundkirche "Zum Friedefürsten"
*Großschanze an der Vogtlandarena
*Wanderaussichtsturm "Otto Hermann Böhm" - Der 1999 errichtete Turm hat eine Gesamthöhe von 32 m und eine Standorthöhe von ca. und befindet sich in der Nähe der Jugendherberge am Aschberg.
Naturdenkmäler
*der Topasfelsen Schneckenstein
*Naturschutzgebiet Hochmoor Großer Kranichsee
• Winselburg
*Radium]quelle im Steinbachtal
Sport
• Im Ort befindet sich eine nicht überdachte Kunsteis]bahn, auf welcher in den [[Wintermonaten (November bis März) gefahren werden kann. Im Sommer kann die Bahn zum Inlineskating genutzt werden.
• Klingenthal/Mühlleithen]: Rund um Klingenthal führen 110 km gespurte [[Loipen. Hier finden sportliche Wettkämpfe statt (z.B. Kammlauf).
• In der Umgebung befinden sich 3 Skihänge in unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.
Regelmäßige Veranstaltungen
Eine bedeutende kulturelle Veranstaltung, die im Mai eines jeden Jahres durchgeführt wird, ist der Internationale_Akkordeonwettbewerb]._Er_genießt_bei_den_Experten_in_aller_Welt_ein_hohes_Ansehen._
Weiterhin_finden_regelmäßig_Konzerte_im_Park_statt._Zwei_[[Blasorchester]. Er genießt bei den Experten in aller Welt ein hohes Ansehen.
Weiterhin finden regelmäßig Konzerte im Park statt. Zwei [[Blasorchester, ein Akkordeonorchester und zahlreiche kleinere Musikgruppen sind durch Funk, Fernsehen und Schallplatte bekannt.
Eine weitere bedeutende Veranstaltung ist Mundharmonika-Live http://www.mundharmonika-live.de 20.07.2006 an jedem dritten Wochenende im September. Höhepunkt des internationalen Mundharmonikafestivals ist neben den Workshops für Laien und Profis die musikalisch-kulinarische Livenacht mit Mundharmonikamusik in zahlreichen Klingenthaler Gaststätten. Die musikalische Palette reicht von Folk über Blues, Jazz, Dixieland bis zum Country.
In der Rundkirche_"Zum_Friedefürsten" werden regelmäßig Kirchenkonzerte gegeben.
Wirtschaft und Infrastruktur
Gewerbe
* Gastgewerbe insbesondere für Wander- und Wintersport-Tourismus
* Sitz einiger Firmen und Einrichtungen zur Erforschung und Entwicklung, zum Bau und zur Reparatur von Musik-Instrumenten und Musik-Elektronik
*Metallverarbeitende Betriebe
*Forstwirtschaft
*Produktion medizinischer Produkte
Verkehr
Die Eisenbahn wird von der Vogtlandbahn betrieben. Die Züge fahren nach Kraslice im Süden und Zwickau (Fahrzeit: 1 Stunde 30 Minuten) im Norden. Durch Klingenthal führt die Bundesstraße 283. Ferner existierte von 1917 bis 1964 zwischen Klingenthal und Sachsenberg-Georgenthal eine elektrische Straßenbahn mit 1.000 mm Spurweite.
Folgende Grenzübergänge führen in und um Klingenthal nach Tschechien:
* PKW-Grenzübergang Klingenthal - Graslitz an der B 283
* Eisenbahngrenzübergang der Linie Zwickau - Sokolov
Wanderübergang Klingenthal/Aschberg - Bublava
Bildung
Grundschule "Sigmund Jähn"
* Mittelschule "Am Amtsberg" (wird geschlossen)
* Skisport Gymnasium Klingenthal
* Gewerbliche Berufsschule
Berufsfachschule "Vogtländischer Musikinstrumentenbau" Klingenthal
* Kreisvolkshochschule
Kolping-Bildungszentrum Plauen GmbH
Musikschule Vogtland e.V.
* Schulzentrum "Am Amtsberg" (im Bau)
Söhne und Töchter der Stadt
Johann Wilhelm Rudolph Glier (1793-1873), Instrumentenbauer
Otto_Ludwig (* 1880), Instrumentenbauer und Musiker
Helmuth Herold (1928-2001), Lehrmeister der Mundharmonika
Harry Glaß (1930-1997), Skispringer
Karlheinz Steinmüller (* 1950), Diplomphysiker und Science-Fiction-Autor
Marlies Rostock (* 1960), Skilangläuferin.
Siehe auch
*
Literatur
* Wir-Verlag Walter Weller (Hrsg.): Klingenthal. Wir-Verlag Walter Weller, Aalen 1991, ISBN 3-924492-59-X.
* Kurt Erich Dörfel: Geschichte der Orte des Amtsbezirks Klingenthal. Verlag Gustav Bergmann, Klingenthal 1930.
* Arthur Müller: Blicke in die Vergangenheit Klingenthals. Im Kommissionsverlag von Brückner & Niemann, Leipzig 1897.
Weblinks
• Offizielle Seite der Stadt Klingenthal
• Wintersportzentrum Klingenthal
• Musik & Wintersportmuseum

