Heinrich von Brunck
Heinrich Brunck (26. März 1847 in Winterborn; † 4. Dezember 1911 in Ludwigshafen) war ein deutscher Chemiker.Brunck wurde 1847 als Sohn eines Landwirtes Winterborn (Rheinland-Pfalz) geboren. Er arbeitete langezeit bei der BASF, war seit 1884 dort technischer Direktor und wurde 1901 ihr Vorstandsvorsitzender. Ihm gelang die Indigo-Synthese und er finanzierte die Forschungsarbeiten von Fritz Haber, der mit Carl Bosch ein Verfahren erfand, das die synthetische Herstellung von Ammoniak als Ersatz für Salpeter zur Herstellung von Düngemitteln und Sprengstoff ermöglichte.
Die Forschungsergebnisse zog er durch Abfindungen an sich und machte so aus einer Farbenfabrik einen Düngemittel-, bzw. einen Chemiekonzern. 1905 wurde er in den Adelsstand (Heinrich Ritter von Brunck) und zwei Jahre später zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Ab 1884 übernahm erst sein älterer Bruder, ein Reichstagsabgeordneter und Ehrenbürgermeister der Stadt, die Immobilie, bevor er, Heinrich Brunck, 1889 alleiniger Eigentümer von Schloß, Schloßgarten nebst ehemaligem Ballsaal wurde (Stadt Kirchheimbolanden). Er befreite den als landwirtschaftliche Fläche genutzten ehemaligen Schlossgarten und ließ ihn neu anlegen. Für die Gartenanlage beauftragte er die Gebrüder Sießmayer aus Frankfurt am Main, die gerade auch mit der Anlage des Frankfurter Palmengartens beauftragt waren. Die erlesenen Bäume wurde nachweislich von Baumschulen aus Schleswig-Holstein, Sachsen und Böhmen gekauft, bzw. er beschaffte sie auf seinen diversen Reisen. Zum Schluss sollen es allein 64 verschiedene Baumarten gewesen sein, von denen sich bis heute noch 13 verschiedene Baumarten erhalten haben. Der Garten gilt heute noch als einer der schönsten Naturgärten der Südwestdeutschlands.
Auch heute noch gilt er in der BASF als Vater der betrieblichen Sozialfürsorge, ließ er doch in Mannheim ein ganzes Wohnviertel für seine Arbeiterschaft errichten. Er starb am 4. Dezember 1911 in Ludwigshafen. Hier im Schlossgarten fand er auch seine letzte Ruhestätte. Sein Vermögen nebst Haus und Grundbesitz vermachte er einer Stiftung der BASF. Sein am Schlosspark liegendes Anwesen wurde später von der Stiftung abgerissen, um ein Erholungsheim für Mitarbeiter zu bauen. Dieser Bau kam aber nicht zur Ausführung.

