Brose Fahrzeugteile
Die Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg ist ein Automobilzulieferer. Das Familienunternehmen hat seinen Sitz in Coburg.
Im Jahr 1908 eröffnete Max Brose in Berlin ein Handelshaus für Automobilteile und Flugzeugmaterial. 1919 wurde dann von Max Brose und Ernst Jühling das Metallwerk Max Brose & Co. zur Herstellung von Metallwaren für Kraftfahrzeuge in Coburg gegründet. 1971 übernahm Michael Stoschek, Enkel des Firmengründers Max Brose, im Alter von 23 Jahren die Leitung des Unternehmens mit damals 25 Mio. Euro Umsatz. 1982 wurde die Gesellschaft zur Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG umfirmiert. Die Brose Unternehmensgruppe entwickelt und produziert heute an weltweit fast 40 Standorten in 20 Ländern mechatronische Komponenten und Systeme für Fahrzeugtüren und -sitze. Zu den Kunden zählen über 40 Automobilhersteller sowie Sitzproduzenten. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 9.132 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte die Brose Gruppe einen Umsatz in Höhe von rund 2,3 Mrd. Euro.
Gesellschafter
* Michael Stoschek, Vorsitzender
* Julia Stoschek
* Maximilian Stoschek
* Christine Volkmann
* Gabriele Volkmann
Geschäftsführung
* Jürgen Otto, Vorsitz
* Klaus Deller, Stv. Vorsitz und Ressort Einkauf/Entwicklung
* Torsten Greiner, Geschäftsbereich Schließsysteme
* Jan Kowal, Präsident Brose North America
* Dr. Dietmar Meister, Ressort Kaufmännische Funktionen
* Periklis Nassios, Geschäftsbereich Sitzsysteme
* Kurt Sauernheimer, Geschäftsbereich Türsysteme
* Thomas Spangler, Ressort Produktion
* Gary Tan, Präsident Brose Asia-Pacific
Marktposition
Bei Fensterhebersystemen hat das Unternehmen einen Marktanteil von 25 % weltweit, bei Türsystemen einen Anteil von rund 39 % und bei elektrischen Sitzverstellungen einen Anteil von 50 % in Europa. Mit Schließsystemen ist Brose der drittgrößte Anbieter in Europa (15%).
Weltweite Präsenz
Brose unterhält 27 Fertigungsstätten:
Europa: Coburg, Hallstadt/Bamberg, Meerane, Wuppertal, Saarwellingen, Rastatt, Sindelfingen, Gent (Belgien), Bratislava (Slowakei), Ostrava (Tschechien), Coventry (Großbritannien), Sta. Margarida (Spanien), Tondela (Portugal), Göteborg (Schweden), Beteiligung in Istanbul (Türkei)
Nordamerika: Detroit, Chicago, Tuscaloosa (USA), London (Kanada), Puebla, Querétaro (Mexiko)
Südamerika: Curitiba (Brasilien)
Asien: Produktionsgesellschaft in Changchun (China); Gemeinschaftsunternehmen in Zhangjiagang und Shanghai (China), Toyota City (Japan)
Afrika: Beteiligung in Brits (Südafrika)
Darüber hinaus ist Brose mit Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaften in Ingolstadt, Köln, Sindelfingen, Rüsselsheim, Wolfsburg (Deutschland), Voisins-le-Bretonneux (Frankreich), Nagoya (Japan), Ansan-si (Südkorea) und New Delhi (Indien) vertreten.
Firmengeschichte und Innovationen
* 1919: Gründung als Metallwerk Max Brose & Co durch Max Brose und Ernst Jühling
* 1928: Produktion des weltweit ersten mechanischen Fensterhebers
* 1955: Ausscheiden des Gesellschafters Ernst Jühling
* 1963: Markteinführung des ersten elektrischen Fensterhebers in Europa
* 1968: Übernahme der Geschäftsführung durch Gisela Brose
* 1968: Aufnahme der Produktion manueller Sitzverstellungen/Sitzbeschläge
* 1969: Das Unternehmen wird zur KG umfirmiert.
* 1971: Michael Stoschek wird geschäftsführender Gesellschafter.
* 1979: Markteinführung der elektrischen Sitzverstellung in Europa
* 1982: Umstrukturierung in Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG
* 1996: Einführung der Türelektronik (CAN-Bus)
* 2002: Die Schließsystem-Aktivitäten der Robert Bosch GmbH werden eingegliedert.
* 2004: Brose do Brasil Ltda. übernimmt das Fensterhebergeschäft der Maxion Sistemas
* 2005: Die Brose Gruppe erwirbt 40 Prozent der Unternehmensanteile an der Pressan A. S.
* 2006: Jürgen Otto übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung des Familienunternehmens.
Arbeitnehmerpolitik (Kritik)
Das Verhältnis zwischen Brose und den Gewerkschaften gestaltet sich, auch in der Öffentlichkeit, sehr problematisch. Zum Teil werden Betriebsvereinbarungen über Inhalte abgeschlossen, die üblicherweise in Tarifverträgen geregelt sind (so geschehen in Coburg und Hallstadt). Das Arbeitsgericht Coburg hat im März 2006 einige Punkte der Betriebsvereinbarung, wie unentgeltliche Ableistung von zwei zusätzlichen Arbeitstagen pro Jahr, beanstandet. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wird Brose eine Revision beim Landesarbeitsgericht in Nürnberg beantragen, wo erst 2008 eine endgültige Entscheidung zu erwarten ist. Im Mai 2006 ist das Unternehmen aus dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie/Arbeitgeberverband ausgetreten.
An anderen Standorten (z.B. in Saarwellingen) werden Tarifverhandlungen mit der IG Metall verweigert. Es wird mit Werkschließung für den Fall gedroht, dass die Mitarbeiter weiterhin an ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag festhalten. [http://www.igmetall-voelklingen.de/index.php?id=akt-100 Aktuelle Infos u. Medienberichte].
2005 entscheidet das Bundesarbeitsgericht, dass die Betriebsratswahl am Standort Coburg im Jahr 2002 unwirksam war (7 ABR 39/04) [http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=en&sid=a68292c94772db52be4ca0dd0a8dd038&nr=10603&anz=14&pos=1&Frame=2 Urteil]. Grund hierfür war ein Fehler des Wahlvorstandes, durch den die Liste der IG Metall nicht zur Wahl zugelassen wurde. Ende September 2005 gerät Brose mit negativen Schlagzeilen in die Presse, als Mitarbeiter des Hallstadter Werkes direkt nach der Aushändigung der Kündigung durch den Werkschutz vom Gelände geführt werden. Daraufhin kommt es zu einer spontanen Arbeitsniederlegung der Belegschaft. Die IG Metall wirft Brose vor, dass diese Methode das Unterzeichnen eines Aufhebungsvertrags seitens der Mitarbeiter bezweckte und System hätte.
Weblinks
• Brose Fahrzeugteile

