Brohna
Brohna, sorbisch Bronjo, ist ein Dorf in der Gemeinde Radibor im Norden des Landkreises_Bautzen in der Oberlausitz 11 km nördlich von Bautzen.Name
Das Dorf wurde nach der hier befindlichen Wallanlage so genannt. Eichler, Ernst/ Walther, Hans: Ortsnamenbuch der Oberlausitz, Bd. 1, Akademie-Verlag, Berlin, 1975.Eichler, Ernst/ Walther, Hans (Hg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Bd. 1, Akademie Verlag, 2001.
Deutsche Namen waren 1517 Brohn, Brone, 1519 Bronaw, 1522 Brone, 1658 Bronau, 1746 Bron, 1791 Brana, Bröna, 1866 Brane und seit 1908 Brohna. Sorbische Namen sind 1712 Bron, 1800 Bronj, 1835 (1866) Bro? und ab 1886 Bronjo.
Geschichte
Die Urkundliche Ersterwähnung war 1290 als Herrensitz (Nicolaus de Bronowe). Weitere Nennung um 1414 (1427) Nickel vom Bron, von Brone. Zugehörigkeit zu Grundherrschaften war ab 1522 zum Rittergut Radibor und ab 1777 Rittergut Malsitz. 1936 wurde der Ort nach Radibor eingemeindet.
Schanze
Im ehemaligen Sumpfgebiet liegt ca. 300 m nördlich von Brohna die Schanze, sorbisch Hrod?i??o (Burgwall). Diese alte Schanze ist heute nur noch zu etwa einem Sechstel erhalten, da man große Teile der ehemals runden Niederungsburg zur besseren Nutzung der sumpfigen Wiesen abgetragen hat.
Der Zugang zum festen Land verlief in Richtung auf den heutigen Ort Brohna auf dem kürzesten Weg durch den Sumpf. Der Wall wurde durch einen 6 Meter breiten und mehr als 1 Meter tiefen Vorgraben umgeben, der einen inneren Durchmesser von 48 Metern besass. Die Nutzbare Innenfläche der Schanze hatte einen Durchmesser von 25 Metern.
Einwohner
*1777: 9 bessesene (=ansässige) Mann, 1 Gärtner, 10 Häusler Blaschke, Karlheinz: Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Teil 4, Oberlausitz, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, 1957.
*1834: 94 Ew
*1871: 95 Ew
*1890: 120 Ew
*1910: 124 Ew
*1925: 149 Ew
Sorben:
*1885: 103 Ew
*1900: 129 EwIn Brohna wird der sorbisch-katholische Brauch des Osterreitens gepflegt.
Literatur
*Coblenz, Werner: Die Sumpfschanze von Brohna bei Bautzen, in: Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 18, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1988.
*Von Boetticher, Walter: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter, 3 Bände, 1912/1913/1919.
Quellen
hsb:Bronjo

