Breve (Schriftstück)
Breve (von lat. brevis, "kurz") bezeichnete ursprünglich jede kürzere Zuschrift (davon stammt das moderne Wort ?Brief? ab).Im moderneren Sprachgebrauch bezeichnet es ein päpstliches Schreiben, das sich von der Bulle außer durch seine Kürze auch durch die geringere Wichtigkeit (und weniger Feierlichkeit) unterscheidet. Sie wird vom Papst ohne Beirat oder Beschluss der Kardinäle erstellt.
Ein Breve ist von einem Motu proprio (einem "Privatschreiben" des Papstes) zu unterscheiden. Es enthält stets offizielle Entscheidungen und Verordnungen. Der Papst spricht darin von seiner eignen Person als ?Papa? (Vater) ohne weitere Kirchentitel (Kurialien). Derjenige, an welchen das Breve gerichtet ist, wird mit ?Dilecte fili? (geliebter Sohn) angeredet.
Die Urkunde wird in der Secretaria brevium ausgefertigt. Das Breve wird nicht vom Papst unterzeichnet, sondern nur vom Sekretär der Breven (ital. Segretario de Brevi) gegengezeichnet und statt des Bleisiegels mit dem Siegel des Papstes, dem Fischerring in rotem Wachs versehen, früher wurde es in einer Blechkapsel verpackt.
Es trägt die Unterschrift: ?Datum Romae sub annulo piscatoris?
(Gegeben zu Rom unter dem Ring des Fischers). Durch Erlass des Papstes Leo XIII. vom 29. Okt. 1879 wurden die Hauptunterschiede zwischen Breve und Bulle beseitigt.
Siehe auch
• Minus]

