Breuninger
Die E. Breuninger GmbH & Co., Stuttgart, betreibt unter dem Namen Breuninger Warenhäuser in Deutschland. Sie bedienen das gehobene Preissegment. Der Schwerpunkt des Warenangebots liegt bei Textilien.
Stammhaus
Das Breuninger-Stammhaus befindet sich seit 1881 am Stuttgarter_Marktplatz. Heute ist es mit 35.000 m² Verkaufsfläche eines der größten Kaufhäuser Deutschlands (größer sind z. B. die Warenhäuser KaDeWe in Berlin,
Oberpollinger in München (53.000 m² Verkaufsfläche) und Galeria Kaufhof in Köln (36.000m² Verkaufsfläche). Die Außenfassade des Hauses ist architektonisch schlicht, hat einen grauen Verputz und keine riesigen Schaufensterfronten, was für ein Kaufhaus eher ungewöhnlich ist.
1989 wurde das Stammhaus um die Karlspassage erweitert. Seitdem führt eine öffentliche Fußgängerzone durch das Kaufhaus hindurch, die auch nach Ladenschluss benutzt werden kann.
Warenhäuser
Dresden
Erfurt
Freiburg im Breisgau (ehemals Schneider)
Karlsruhe
Leipzig
Ludwigsburg (als Breuningerland)
Nürnberg
Reutlingen
Sindelfingen (als Breuningerland)
Stuttgart
Sulzbach (im Main-Taunus-Zentrum)
Geschichte
Das Stammhaus wurde im Jahr 1881 von Eduard Breuninger in Stuttgart eröffnet, nachdem er das am Marktplatz gelegene Haus der E.L. Ostermayer (Münzstraße 1) übernommen hatte. Innerhalb weniger Jahre wurden die oberen Stockwerke des Hauses als weitere Verkaufsfläche genutzt, 1888 zog Breuninger zunächst in das Haus Münzstraße 7 um, nutzte jedoch aufgrund von Platzmangel bereits nach kurzer Zeit beide Häuser.
Bis 1903 wurde das alte Haus in der Münzstraße 7 durch ein neues, großzügigeres Gebäude ersetzt. Fünf Jahre später wurde ein drittes Haus (Sporerstraße 7) gebaut. Während des 1. Weltkriegs erweiterte Breuninger sein neues Geschäftshaus bis an den Marktplatz heran. Trotz den Schwierigkeiten der Weltwirtschaftskrise baute Eduard Breuninger ab 1929 das neue Haus Marktstraße 3. Die Einweihung fand 1931 statt.
Nachdem Eduard Breuninger 1932 starb, übernahm sein Sohn Alfred das Unternehmen.
Im 2. Weltkrieg wurden sämtliche Häuser des Unternehmens zerstört. Nach dem Tod Alfred Breuningers 1947 wechselte die Unternehmensleitung in die dritte Generation an Heinz Breuninger. Aufgrund der Finanzknappheit gelang es Breuninger erst allmählich, seine Verkaufsräume wieder aufzubauen.
1952 wurde der Bär Breuni eingeführt, der bis heute Maskottchen des Unternehmens ist.
In den 1960er Jahren wandelte sich Breuninger von einem reinen Textilien-Verkäufer zum Vollsortimenter. Da jedoch die Anzahl der Kunden, die von außerhalb Stuttgarts kommen, um bei Breuninger einzukaufen, spürbar rückläufig war, entschloss sich das Unternehmen, den Kunden entgegenzukommen.
Seit den 1970er Jahren expandierte Breuninger daher auch außerhalb von Stuttgart. Zunächst wurde 1973 das erste Breuningerland in Ludwigsburg eröffnet, 1980 folgte das Sindelfinger Breuningerland. Das Breuningerland-Konzept besteht aus einem Einkaufszentrum mit weiteren angeschlossenen Handelsgeschäften und Gastronomiebetrieben. Sowohl Ludwigsburg als auch Sindelfingen sind bis heute die ertragsstärksten Niederlassungen von Breuninger.
In den 1970er Jahren baute Heinz Breuninger den neu ins Unternehmen eingetretenen Willem G. van Agtmael zu seinem Nachfolger auf. Nachdem Heinz Breuninger 1980 im Alter von 60 Jahren starb, übernahm van Agtmael die Geschäftsleitung. Er forciert seitdem den Expansionskurs von Breuninger; bereits kurz nach der Wende eröffnete Breuninger Niederlassungen in Dresden und Leipzig. Seitdem folgten neun weitere Niederlassungen.
Im März 2006 eröffnete im Stammhaus Stuttgart mit dem sogenannten Flagshipstore das größte Luxusangebot Deutschlands. Hier werden u. a. exklusive Marken wie Dior, Fendi, Gucci gehandelt.
Einzelne Filialen des Unternehmens, wie beispielsweise die in Würzburg, wurden 2006 wegen schlechter Umsatzzahlen geschlossen.
Dies und Das
* Bereits in den 1950ern verfügte Breuninger über Fahrstühle und Rolltreppen.
* 1959 war Breuninger das erste deutsche Handelsunternehmen, das mit der Breuninger Card (damals Breuninger Kundenkarte genannt) eine Kundenkarte einführte, mit der Stammkunden auf Kredit mit regelmäßiger Abrechnung einkaufen konnten.
* Auch verfügte das Haus als erstes Warenhaus über ein eigenes Parkhaus für seine Kunden. Die Idee hierzu brachte der damalige geschäftsführende Gesellschafter Heinz Breuninger von einer USA-Reise mit.
* Seit den 1920er Jahren ist es für sämtliche Mitarbeiter im Kundenbereich Pflicht, nur Kleidung in den Farben Weiß, Schwarz und Grau zu tragen.
* Im zweiten Halbjahr 2006 wurde Breuninger zum Ziel von Tierrechtlern und Pelzgegnern (siehe Offensive gegen die Pelzindustrie), die zum sofortigen Boykott aufrufen, da das Warenhaus sowohl Pelz(-artikel) verkauft, als auch Pelzmodeschauen veranstaltet.
Weblinks
• Internetauftritt von Breuninger

