Brettspiel
Bild:Halma-Spielfeld.jpg|Halma
Bild:German Monopoly board in the middle of a game.jpg/'>Scotland_Yard
Ein Brettspiel ist ein Spiel, dessen kennzeichnendes Element ein Spielbrett ist, auf dem die Spielerinnen und Spieler mit Figuren, Steinen oder anderem Material agieren. Ein Spiel, bei dem eine reine Auslage entsteht (wie beispielsweise bei Carcassonne) wird oftmals auch zum Genre der Brettspiele gezählt, obwohl es sich strenggenommen um ein Legespiel handelt.
Das "Brett" muss nicht zwangsläufig aus Holz oder aus einem Stück sein. Bei manchen Spielen, etwa bei den Siedlern_von_Catan, ist es variabel und wird bei jeder Partie neu zusammengesetzt.
Die Bedeutung des Spielbretts ist in den einzelnen Spielen unterschiedlich. Bei manchen Titeln - die dann in vielen Fällen an der Grenze zum reinen Karten- oder Würfelspiel stehen - stellt es fast ausschließlich eine angepasste Punktetabelle dar, bei anderen ist es wirklich das spielbestimmende Element.
Eine besondere Qualitätsauszeichnung für Brettspiele ist der Preis "Spiel des Jahres". Er gilt als die weltweit bedeutendste Spieleauszeichnung und wird für deutschsprachige Brett- und Kartenspiele verliehen.
In Auflistung einzelnen Brettspiele findet sich in der Wikipedia-Kategorie "Brettspiel" (Link am Ende des Artikels).
Geschichte
thumb|left|300px|Adelige_Schachspieler,_Deutschland,_um_1320
Klassische Brettspiele
Als ältestes Brettspiel kann das "Spiel von Ur" (2300 v. Chr.) gelten. Auch Go beansprucht diesen Titel oft. Zu den klassischen Brettspielen zählen Schach, Dame, Mühle, Go, Pachisi, Mancala, und Backgammon.
Neuzeitliche Brettspiele
Neuzeitliche Brettspiele aus dem 20. Jahrhundert mit namentlich bekannten Autoren sind meist über Spielverlage in den Handel gebracht werden. Dazu gehören unter anderem Klassiker wie
Halma (erfunden in den USA bereits 1883, als secheckige Version in Deutschland 1892),
Monopoly (erfunden in den USA 1904, populär ab 1934),
Mensch ärgere dich nicht (in der Schweiz: Eile mit Weile, erfunden 1907, populär ab 1914)),
Scrabble (erfunden 1931, populär ab 1948, gleichzeitig ein Buchstabenspiel) und
Malefiz (international auch bekannt als "Barricade", erschienen 1959).
Megatrends des 20. Jahrhunderts trugen zur weiten Verbreitung der Brettspiele bei. So wurde "Mensch ärgere Dich nicht" im Ersten Weltkrieg an die Lazarette verschickt, damit sich die Soldaten dort die Zeit vertreiben konnten. "Monopoly" wurde als Zeitvertreib für die Zeit der Beschäftigungslosigkeit während der Weltwirtschaftskrise populär.
Monopoly wurde in Deutschland nach seinem Erfolg in den Vereinigten Staaten von Amerika vermutlich ab 1934 populär, jedoch ab 1936 unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verboten. In Österreich zur Vermeidung eines Verbots 1938 in DKT - Das kaufmännische Talent umbenannt. Monoply gehöhrt heute zu den erfolgreichsten Brettspielen in Deutschland und der Schweiz, bzw. DKT in Österreich.
Autorenspiele
Moderne Brettspiele wie beispielsweise
Scotland_Yard (erschienen 1983),
Das verrückte Labyrinth (erschienen 1986),
Siedler_von_Catan (erschienen 1995),
Carcassonne (erschienen 2000, eigentlich eher ein Legespiel),
Einfach_genial! (erschienen 2004) oder
Puerto_Rico (Deutscher Spielepreis 2002)
Dungeon Twister (erschienen 2004 in Frankreich, 2006 in Deutschland)
werden auch als Autorenspiele bezeichnet, da der Name des oder der verantwortlichen Spieleautors/-autoren bekannt ist und sich sich diese oft hautpberuflich mit Spielen beschäftigen. Autorenspiele zeichnen sich auch dadurch aus, dass es zu einem erfolgreichen Spiel oftmals mehrere Aufbausets, Erweiterungen, sowie abgeleitete Spiele gibt (z.B. das Kartenspiel "San Juan" bei Puerto Rico, oder die Erweiterung "Seefahrer" bei Siedler von Catan)
Während in den meisten Ländern vor allem klassische Brettspiele gespielt werden, hat sich im deutschsprachigen Raum eine vielfältige Szene um Autorenspiele gebildet. In den Vereinigten Staaten hat dies schon dazu geführt, dass Brettspiele auch als German Games bezeichnet werden.
Die Internationalisierung des Phänomens der Renaissance von Brettspielen in neuer Vielfalt schreitet momentan rasch voran. Auch in den USA, den Niederlanden, Frankreich und Teilen Asiens formieren sich lebendige Spieleszenen.
Mehr als 600 Neuheiten werden Jahr für Jahr auf den Spielemessen in Essen (im Oktober) und Nürnberg (im Februar) vorgestellt. Außerdem wird jährlich von einer Spielejournalisten-Jury die weltweit bedeutendste Spiele-Auszeichnung Spiel des Jahres vergeben, die in der Folgezeit für Katalogwerbung wie auch für für das Design der Verpackung eine unübersehbares und wertvolles Gütesiegel datstellt.
Brettspiele als Computerspiele
Die meisten Brettspiele erscheinen mittlerweile auch als Computerspiel. Dies wird oftmals ergänzt durch die Umsetzung im Internet als Browserspiel. Zudem gibt es auch vollständig elektronische Brettspiele (mit Sensoren und Sprachausgabe) und DVD-Brettspiele (normale Brettspiele mit Zusatz-DVD).
Siehe auch
Spiel
Spiel des Jahres
Deutscher Spiele Preis
Weblinks
• Homepage des Deutschen Spiele-Archivs, das sich die Aufgabe gesetzt hat, die Entwicklung der Brett- und Tischspiele im deutschsprachigen Raum seit 1945 zu dokumentieren• Board Game Studies - Fachzeitschrift zum Thema Brettspiele
• Abstract Strategy Games - Eine virtuelle Ausstellung moderner Brettspiele (ohne Werbung)
• Luding - Spieledatenbank Luding mit Links zu Rezensionen aus über 100 Quellen
• Brettspielwelt - Eine virtuelle Sammlung von Brettspielen, die online gespielt werden. Gleichzeitig wird mithilfe der Spiele ein Metaspiel gespielt.
• Boardgamegeek - Überregionale Spieleplattform mit immens großem Verzeichnis
• spielbox - DIE Spielefachzeitschrift
• Startspieler - Spielerezensionen
• Holgs Spieleteufel - Spielebeschreibungen

