Bretsch
Bretsch ist eine Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Seehausen (Altmark) an, die ihren Verwaltungssitz in der gleichnamigen Stadt hat.
Geografie
Bretsch liegt im Norden der Altmark, zwischen den Kleinstädten Arendsee (Altmark), Seehausen (Altmark) und Osterburg (Altmark). Östlich und westlich des Zehrengrabens zwischen Bretsch und dem Ortsteil Dewitz steigt das Gelände der allmählich und erreichtHöhen um 60 m ü. NN.
Gemeindegliederung
Zu Bretsch gehören die Ortsteile Dewitz, Drüsedau und Priemern.Die Orte Bretsch, Dewitz und Priemern gehören zum Pfarrbereich Kossebau, Drüsedau zum Pfarrbereich Seehausen.Telefonisch gehört Priemern zu Arendsee (039384), Drüsedau zu Seehausen (039386) sowie Bretsch und Dewitz zu Lückstedt (039391).
Geschichte des Ortes Bretsch
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Bretsch im Jahr
1263 als Brezie. Bretsch liegt ca. 32 m über dem
Meeresspiegel und im Urstromtal der Elbe, auf hügeligen
Grundmoränenlandschaft mit Busch und Baumgruppen.
Die Gemeinde ist von folgenden Gemarkungen
begrenzt: östlich: von Seehausen, Behrend,
Polkern, südlich: von Dequede, Stapel, Wohlenberg,
westlich: von Lückstedt.
Es liegt an der Zehre (Zehrengraben), der aus dem
Kleinauer Bruch entspringenden Halmaygraben und
dem Boock-Kleinauer Grenzgraben, dem sogenannten
Hammergraben. Der Zehrengraben teilt die Flure
Bretsch und Dewitz.
Bretsch ist ein typisches Haufendorf, obwohl der ursprüngliche
Ortskern eher den Charakter eines
Straßendorfes besitzt. Mittelpunkt des Dorfes ist die
Kirche mit Friedhof, umgeben von einer gewaltigen
Mauer aus Feldsteinen. Sie wurde schätzungsweise
1250, also vor der urkundlichen Erwähnung, erbaut.
Die in Richtung Gutshof befindliche Mauer mit Portal,
welche unter Denkmalschutz steht, besitzt eine
Gedenktafel. Diese wurde 1863 Carl Ernst Gustav von
der Schulenburg (? 23.10.1814
? 22.01.1890) und Sophie Marie von der Schulenburg,
geb. Maltzan (? 17.03.1833 ? 26.12.1912)
gewidmet.
Bevor Bretsch seinen heutigen Namen hatte, hieß es
nachweislich in alten Urkunden früher so:
1361 bretzeke, 1374 to olden und to nyen britzke (Altund
Neubrtesch), 1425 britzke, 1437 thume bresske,
1438 bryeczke, 1443 briezke, 1551 Brotze ? vom
wendischen breza abgeleitet, was soviel heißt wie
Birke.
Die wendischen Siedler sind von den Deutschen verdrängt
worden, haben sich aber dann in Neubretsch
niedergelassen, aber nur bis zum 15. Jahrhundert
gehalten.
1281 wird ein Jacob von Bretsch als Besitzer eines
adligen Gutes. Wychadus de Bretzeke übertrug 1361
seiner Tochter einige Güter, da sie ins Kloster Arendsee
ging. Die Familien von Bretzeke wurden von den
Feudalherren von der Schulenburg als Gutsbesitzer
abgelöst. Sie erwarben 1430 die Güter in Alt- und
Neu-Bretsch, Dewitz, Priemern, Drüsedau und Gehrhof.
Durch Verschuldung musste das Erworbene verkauft
werden und so wurde 1534 Valentin von Einbeck
als Besitzer erwähnt.
Das Dorf wurde von 3 Hügeln umgeben, westlich:
vom Mühlenberg, nördlich: vom Weinberg, südlich:
vom Kuckucksberg.
Es gab 6 Hünengräber, 3 davon sind nur noch erhalten
geblieben und am 12.06.1953 unter Denkmalschutz
gestellt worden.
Der 20.05.1913 ist ein ganz besonderer Tag für
Bretsch. Die Dorfbewohner bereiteten König
Friedrich Wilhelm IV. einen festlichen Empfang, der
bei seiner Reise durch die Altmark unter
anderem durch Bretsch fuhr.
Im Jahre 1812 wurde an das Küsterhaus ein Anbau
vorgenommen,. um die Kinder, die zeitweilig die
Schule besuchen wollten, es gab ja noch keine Schulpflicht,
unterzubringen.1854 wurde das Gebäude so
hergerichtet, dass eine Lehrerwohnung und eine
Schulklasse entstanden. Dieses Schulgebäude war
auch das Geburtshaus eines prominenten Bretschers,
nämlich des Lehrers, Dichters und Schriftstellers Carl-
Wilhelm Osterwald. 1901 bis 1903 wurde dann eine
neue Schule gebaut, wie sie heute noch zu sehen ist.
1913 wurden die Güter Bretsch und Priemern an den
rheinischen Industriellen Hans Georg Oeder verkauft.
Zur Verwaltung seiner Güter setzte er den Administrator
Wulf ein, welcher dieses Amt bis zum Jahr 1943
ausübte. Es wurde schon der Grundstein für die
Rinderherdbuchtzucht und die Zucht des Kaltblutpferdes
gelegt. Nach der Bodenreform wurde das
Rittergut Bretsch nicht aufgeteilt. Es erhielt den
Status, den nur einige wenige Großbetriebe bekamen,
Volkseigener Betrieb.
Einwohnerentwicklung
Bretsch 299 306 313 300 293
Dewitz 127 124 122 115 112
Drüsedau 143 143 138 131 127
Priemern 97 95 94 99 95
(mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde, Angaben jeweils zum
31.12. des Jahres, außer 2005 zum 30.06.)
Quelle: Einwohnermeldeamt
Politik
Gemeinderat
Bei den Gemeinderatswahlen am 14. Juni 2004 gab es folgende Ergebnisse:
CDU: 6,7 %
* WGB (Wählergemeinschaft Bretsch): 67,9 %
* WGD (Wählergemeinschaft Drüsedau): 23,6 %
Kultur und Sehenswürdigkeiten
kulturelles Leben
Das kulturelle Leben in der Gemeinde wird fast ausschließlich durch die ortsansässigen Vereine aufrechterhalten.In Bretsch sind das der Reit- und Fahrverein, sowie, wie auch in Dewitz und Drüsedau, die Fördervereine der FFW.
Regelmäßige Veranstaltungen
Dorffest in Drüsedau ? letztes Wochenende im August
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Von Bretsch führen Straßenverbindungen zur Bundesstraße 190 nach Arendsee (Altmark), zur Bundesstraße 189 nach Seehausen (Altmark) sowie nach Kalbe (Milde).
Die geplante Autobahn A14 wird durch das Gemeindegebiet bei Drüsedau in Nord-Süd-Richtung führen.

