Brenzbahn
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Die Brenzbahn ist eine Haupteisenbahnstrecke von Aalen nach Ulm. Sie folgt größtenteils dem namensgebenden Fluss Brenz.
Personenverkehr
Auf der Strecke verkehren stündlich RegionalExpress-Züge der Linie Ellwangen?Aalen?Ulm (zweistündlich ab Crailsheim sowie Regionalbahn-Züge zwischen Biberach / Laupheim und Langenau der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB). Dazu kommen noch InterRegioExpress-Züge (IRE) die Aalen und Ulm in weniger als einer Stunde verbinden. Das vorherrschende Fahrzeug auf der Strecke sind Regio-Shuttles der Baureihe 650, vereinzelt werden aber noch lokbespannte Züge mit Loks der DB Baureihe 218 und n-Wagen (Ex-Silberlinge) sowie Triebwagen der Baureihe_628.2 eingesetzt.
Bis Ende 2006 wurden auf der gesamten Strecke Bahnsteige und Bahnübergänge modernisiert sowie Gleiskörper und Signalanlagen erneuert. Im November 2006 ging das letzte Formsignal auf der Brenzbahn außer Betrieb, das Elektronische_Stellwerk (ESTW) Heidenheim hat die Steuerung der Strecke von Oberkochen bis Thalfingen (b Ulm) übernommen. Neigetechnik-Züge aus Triebwagen der Baureihe_612 sollen ab Juni 2007 als InterRegioExpress-Züge (IRE) zum Einsatz kommen.
Güterverkehr
Railion
Der Großteil des Güterverkehrs auf der Brenzbahn wird von der DB-Tochter Railion gefahren, diese setzt hierfür Loks der Baureihen 294, 225, 232 und vereinzelt auch 363/364/365 ein. Giengen_(Brenz) ist dabei der wichtigste Bahnhof. Von dort aus wird morgens mit einer Lok der Baureihe 294 der Anschluss der Firma Hartmann in Heidenheim bedient, anschließend fährt die Lok ohne Wagen nach Aalen, um dort einen Teil eines Güterzuges aus Stuttgart-Hafen zu übernehmen und mit ihm anschließend nach Giengen zurückzukehren. Tagsüber wird das Industriegebiet Vohenstein bei Herbrechtingen und ein Anschlussgleis in Hermaringen bedient, abends wird ein Güterzug zum Rangierbahnhof Ulm gefahren. Diese Fahrten finden an Werktagen außer samstags statt.
Größter Kunde im Güterverkehr an der Brenzbahn ist das Zementwerk der Firma Schwenk in Heidenheim-Mergelstetten. In unregelmäßigen Abständen wird das Werk mit Kohleganzzügen von Ulm her angefahren, die Züge verkehren nach Bedarf. Seit November 2006 sind neue Züge zum Transport von Zementklinker nach Novi Ligure in Italien sowie nach Tirol hinzugekommen. Diese verkehren etwa einmal wöchentlich. Zum Einsatz kommen Wagen der Gattungen Tds der DB (zweiachsig, Züge nach Italien) sowie Tads/Tadgs der ÖBB (vierachsig, Züge nach Tirol).
Andere Eisenbahnverkehrsunternehmen
Ein privater Güterzug fährt seit Anfang Januar 2007 jedes Wochenende von Kleinheubach bei Miltenberg nach Blaubeuren zum Steinbruch Merkle, um Kalkmehl für den Futtermittelhersteller Josera zu transportieren. Diese Transporte werden im Normalfall über die Brenzbahn geführt und durch die Firma Stock Transport aus Mainz ausgeführt, dabei kommt meistens eine Lokomotive der Baureihe 203 zum Einsatz.
Eine neue Leistung wird seit Anfang April 2007 gefahren: Aus dem westfälischen Arnsberg wird jede Woche ein Ganzzug mit Sturmholz des Orkans Kyrill bestehend aus etwa 30 Wagen des Typs Eas-z, durch die OHE und
LTH Transportlogistik im Auftrag von Rent-a-Rail ins Herbrechtinger Industriegebiet Vohenstein gefahren[http://rent-a-rail.de/meldungen/1967_long.php Pressemeldung Rent-a-Rail vom 18. April 2007] (abgerufen am 4. Mai 2007). Zum Einsatz kommen Lokomotiven des Typs Blue Tiger (Baureihe 250) sowie des Typs G2000. Es kann vorkommen, dass eine Lokomotive der Baureihe 185 den Zug bis Aalen bespannt und nach Herbrechtingen mitgeschleppt wird. Der erste Zug wurde am 7. April 2007 gefahren.
Geschichte
In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts ermittelte eine Kommission im Auftrag König_Wilhelms_I._von_Württemberg die Eisenbahn als geeignetes Mittel, um die Donau mit dem Bodensee zu verbinden und den Warenverkehr Württembergs zu beschleunigen. Der Rand der Schwäbischen_Alb erwies sich hierbei als schwer zu überwindendes Hindernis. 1843 wurde ein Gesetz zum Bau der Brenzbahn erlassen, doch technische und wirtschaftliche Überlegungen, unterschiedliche politische Interessen und konkurrierende Gemeinden verzögerten die Arbeiten.
Eisenbahngeschichtlich ist hier die so genannte Brenzbahnklausel von Bedeutung. Diese war Bestandteil eines Staatsvertrags vom 21. Februar 1861 zwischen den Königreichen_Bayern und Württemberg über die Fortsetzung der Remsbahn Stuttgart?Wasseralfingen bis zur Landesgrenze bei Nördlingen und den dortigen Anschluss an das bayerische Netz. Württemberg musste sich für diese Anbindung der Bedingung unterwerfen, ab dem Tag der Eröffnung der Cannstatt?Nördlinger Bahn in einem Zeitraum von zwölf Jahren keine Schienenverbindung zwischen dieser und der Cannstatt?Ulmer Bahn, also die spätere Brenzbahn, herzustellen. Der Grund war darin zu suchen, dass die Verbindung von Nördlingen zum Bodensee auf württembergischer Seite (bis Friedrichshafen) kürzer gewesen wäre als die auf bayerischer Seite (bis Lindau).
Der Bau der Strecke Aalen?Heidenheim wurde 1862 in Angriff genommen. Obschon zweigleisig geplant ? dies ist noch an diversen Brückenköpfen ablesbar ? wurde sie eingleisig ausgeführt. Der einzige Tunnel führt durch den Brünneleskopf (zwischen Schnaitheim und Itzelberg) und ist 257,1 m lang. Schon zwei Jahre später, am 12. September 1864, wurde die Brenzbahn bis Heidenheim feierlich eröffnet. Am 25. Juli 1875 wurde die Strecke dann bis Niederstotzingen verlängert, am 15. November 1875 bis Langenau_(Württ). Der Weiterbau der Strecke nach Ulm erfolgte erst nach dem Ablauf der Brenzbahnklausel im Jahr 1875, eröffnet wurde dieser Streckenabschnitt am 5. Januar 1876.
Von 1. Mai 1911 bis 1956 bestand eine Verbindungsbahn von Sontheim ins bayerische Gundelfingen an der Donautalbahn[http://private.freepage.de/wernernuesseler/chronik/bahn.htm Private Webseite].
Bild:Heidenheim-1902.jpg|Heidenheim 1902
Bild:Unterthalfingen-1903.jpg|Bahnhof Thalfingen 1903
Bild:Brenzbahn_RegioShuttle_2fach_Schnaitheim.jpg|Baureihe 650 auf der Brenzbahn.
Bild:629_344_Heidenheim_Nacht.jpg|Triebwagen der Baureihe 628.2.
Bild:203_506_Stock_Transport_Schnaitheim1.jpg|Privater Güterzug der Firma Stock Transport auf der Brenzbahn.
Bild:218_156_56209_Rammingen.jpg|Güterverkehr der DB auf der Brenzbahn.
Bild:Holzzug_thc1.jpg|Privater Holzzug der OHE im Industriegebiet Vohenstein.
Quellen
*Uwe Siedentop: Die Brenztalbahn, Verlag Uwe Siedentop Heidenheim (Brenz) 1984
• www.gueterzugkursbuch.de
*Drehscheibe 197 (1/2007), ArGe Drehscheibe e. V. 2007 [http://www.drehscheibe-online.de/ www.drehscheibe-online.de]
Weblinks
• Infos zur Strecke

