Bremsbelag
Unter einem Bremsbelag versteht man bei Kraftfahrzeugen einen Werkstoff, der mittels Reibung an einer Graugusstrommel/-scheibe die Bewegungsenergie in Wärme umwandeln soll.
Der weit verbreitete Begriff Bremsklotz bezeichnet die Bremsbeläge auch außerhalb des Kraftfahrzeug-Sektors, so z. B. beim Fahrrad, Eisenbahn usw.
Bei Scheibenbremsen ist der Werkstoff auf den Träger geklebt, bei Trommelbremsen wird er auf die Bremsbacke aufgeklebt oder genietet.
Die handelsüblichen Bremsbeläge bestehen aus den Stoffen:
*1/2 pulverisierten Petrolkoks
*1/3 Metall (meist Stahllegierung in Form von Pulver, Späne oder Wolle)
*1/6 Bindemittel (häufig auf (Kunst-)Harz oder Kautschukbasis)
*teilweise aus organischen Stoffen (Zuschlags- und Füllstoffe, Gleitmittel und Kunststoffe)
die zusammengepresst bzw. gesintert werden oder aus
• für hohe Belastungen
Sport- und Luxuswagen haben zudem manchmal Bremsbeläge aus:
*Kohlenstofffaser verstärktem Siliciumcarbid
oder auch
*Spuren von Ton
Vor 1990 wurde eine beträchtliche Menge EU untersagt ist. Die erhöhte Asbestkonzentration lässt sich jedoch heute noch in Bereichen, wo viel gebremst wird (Kreuzungen, Autobahnausfahrten, Landebahnen, Bahnhöfe), nachweisen. Die Herstellung, der Vertrieb und der Einbau von asbesthaltigen Bremsbelägen ist in der EU seit Einführung der Asbestverordnung (Fassung 1989) verboten.
Der Bremsbelag sollte:
*eine möglichst gleich bleibende Reibungszahl aufweisen (Bremsfading durch Überhitzung)
*temperaturbeständig (bis 800°C) um dem "Verglasen" vorzubeugen und
*mechanisch belastbar sein.
Neue Bremsbeläge entfalten ihre volle Bremswirkung erst nach einer gewissen Einfahrzeit. Während dieser Phase gleicht sich die Belagoberfläche an die Oberfläche der Scheibe/Trommel an, bis sich ein gleichmäßiges Tragbild entwickelt. Innerhalb dieser Phase verändert sich auch das Material an der Kontaktfläche zur Scheibe/Trommel. Es bildet sich Reibkohle. Erst danach wird die optimale Verbindung der Reibpaarung (Bremsbelag/Scheibe, Trommelbelag/Trommel) und somit beim Bremsen die maximale Verzögerung erreicht.
Bereits frühere Bremsbeläge besaßen Verschleißanzeigen, die einen Hinweis gaben, wenn der Belag abgenutzt war. Diese Verschleißanzeige oder sogenannter Warnkontakt wurde Ende der 70er Jahre von dem aus Israel nach Deutschland emigrierten KFZ-Elektriker Yigal Bar-Yoav erfunden. Er entwickelte auch die heute bekannte Funktion des Warnkontakts bereits vor der kompletten Abnutzung, den Zustand des Bremsbelags anzuzeigen. Bar-Yoav machte sich dabei das ohmsche_Gesetz zunutze. Je weniger Belag vorhanden ist, desto kleiner der gemessene elektrische Widerstand.
Als Beitrag zur Feinstaubbelastung sind Bremsbeläge seit der Asbestabschaffung erneut in die Kritik geraten und Untersuchungsobjekt.

