Häfen (Bremen)
Häfen ist ein Stadtteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk Mitte, aber zum Ortsamt West.
Geschichtlicher Abriss
Die Versandung erschwerte bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts den Schiffsverkehr auf der Weser. Hochseeschiffe steuerten nicht mehr die in der Stadtmitte gelegenen Häfen (Schlachte) an, sondern flussabwärts gelegene Häfen, zunächst Vegesack, später Brake (Unterweser) und ab 1827 Bremerhaven. Um den lukrativen Handel und Schiffsverkehr wieder in die Stadt zu holen, baute Bremen ab 1887 einen flussabwärts des Stadtkerns gelegenen Hafen, den Europahafen.
Im Zuge des Beitritts der Freien Hansestadt Bremen zum Zollverein 1888 wurde der Europahafen zum Freihafen. Das Hafenbauprojekt war erfolgreich, nach dem ersten Hafenbecken folgten weiter flussabwärts weitere Hafenbecken, zuletzt 1906 der Überseehafen. Der Hafenbetrieb an der Schlachte wurde eingestellt.
In den 1950er Jahren wuchs der Außenhandel mit dem Wirtschaftswunder. Die auf der rechten Weserseite vorhandenen Umschlagkapazitäten reichten dafür nicht aus. Die Freie Hansestadt Bremen entschloss sich 1960 dazu, ein 1,6 km2 großes Gebiet auf der linken Weserseite zu erschließen. 1964 nahm dort der Neustädter Hafen als Freihafen seinen Betrieb auf; 1968 wurde er um ein Containerterminal erweitert.
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurden die stadtbremischen Häfen noch als klassische Häfen genutzt. Zuletzt rentierte sich der Betrieb nicht mehr, weil die heute benutzten Containerschiffe zu groß für Flussschifffahrt auf der Weser wurden. Seit 2000 ist der Freihafenstatus der Häfen auf der rechten Weserseite aufgehoben. Der verbleibende freihafenspezifische Umschlag findet im Neustädter Hafen statt.
Nach der Zuschüttung des Überseehafen und der Umwandlung des Europahafens in einen Yachthafen wurde der Freihafen auf der rechten Weserseite Ende der 90er Jahre eingestellt und die Zollgrenze abgebaute. Reste der Zollhäuser stehen 2007 noch.
Ortsteile
thumb|left|180px|Holz-_und_Fabrikenhafen_im_Ortsteil_HandelshäfenHandelshäfen
Im Ortsteil Handelshäfen befinden sich noch zwei genutzte Hafenbecken, der Holz- und Fabrikenhafen sowie der Europahafen. Auf den aufgegebenen und zugeschütteten Hafenbecken wird das Stadtentwicklungskonzept Überseestadt realisiert. Unter anderem soll dem Konzept zufolge der Europahafen in einen Yachthafen mit Wohnbebauung an der Kaje umgewandelt werden. Inzwischen befinden sich in der Überseestadt unter anderem der Großmarkt sowie im ehemaligen Speicher XI die Hochschule für Künste Bremen und das Hafenmuseum.
Hohentorshafen
Der Hohentorshafen ist der kleinste Hafen und liegt auf der linken Weserseite.
Industriehäfen
Die Industriehäfen bestehen hinter der Schleuse Oslebshausen aus den Becken Hüttenhafen (Arcelor Bremen), Kohlehafen (Kraftwerk Hafen), Kalihafen, Hafen E und Hafen F sowie dem Hafenkanal Hafen A. Zwischen Industriehäfen und Handelshäfen befinden sich an der Weser der kleine Kap-Horn-Hafen und der Werfthafen (der ehemaligen AG Weser), die beide zu den Industriehäfen zählen.
Neustädter Häfen
In den Neustädter Häfen auf der linken Weserseite, die nach dem zweiten Weltkrieg geplant wurden, ist nur das Becken II, der Lankenauer Hafen und das Wendebecken Neustadt verwirklicht worden. In dem Gebiet liegen das Güterverkehrszentrum, die DHL (ehemals Post) Paketverteilung, der Tchiboversand und die Kranbaufirma Friedrich Kocks ( ua. Containerbrücken und das größte transportable Riesenrad der Welt).
Beim Bau des Hafenbeckens in den 1960er Jahren wurde eine Hansekogge von 1380 im Weserschlick gefunden, welche nunmehr zum Bestand des Deutschen Schiffahrtsmuseums Bremerhaven zählt.
Stadtbremisches Überseehafengebiet Bremerhaven
Das Hafengebiet im nordwestlichen Teil von Bremerhaven gehört zur Stadt Bremen.
Es besteht aus dem tideabhängigen Containerterminal im Norden mit der weltlängsten Stromkaje (5 km), den über die Nordschleuse und die Kaiserschleuse erreichbaren tideunabhängigen Häfen und dem Passagierhafen mit der Columbuskaje, der tideabhängig zwischen den beiden Schleusen an der Weser liegt. Zur Columbuskaje gehört ein Abfertigungsgebäude mit Bahnhof, von dem aber keine Personenzüge mehr verkehren. Dort werden zur Zeit nur Kreuzfahrtschiffe abgefertigt. Den letzten regelmäßigen Fährdienst betrieb die Reederei DFDS nach Harwich in England.
Die übrigen Häfen von Bremerhaven werden von der Stadt Bremerhaven verwaltet.
Siehe auch
Hafengruppe Bremen/Bremerhaven
Weblinks
• bremen.de ? Häfen
• zoll.de ? Bremer Freihafen

