Ratingen
Die Stadt Ratingen liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist eine große kreisangehörige Stadt des Kreises_Mettmann im Regierungsbezirk Düsseldorf.
Geographie
Geographische Lage
Ratingen liegt im nordwestlichen Vorland des Bergischen_Landes auf einer der Rhein-Terrassen auf einer Höhe zwischen 55 und 180 m ü. NN; der Stadtkern liegt um die 70 m ü. NN.
Ratingen grenzt im Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf und im Norden an die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen.
Nördlich des Ratinger Zentrums fließt die Anger, im Süden der Schwarzbach.
Stadtgliederung
Ratingen ist die bevölkerungsreichste Stadt des Kreises Mettmann. Es bestehen 6 Gemeindebezirke nach der Gemeindeordnung:
Geschichte
Frühgeschichte und Altertum
Der Beginn erster Besiedlung des Stadtgebietes ist nicht mehr genau feststellbar. Funde von etwa 150.000 Jahre alten Köln und dem Niederrhein, und dem Heiligenweg, einer Verbindung zwischen Rhein und Bergischem Land.
Mittelalter
Um 500 n. Chr. wurde Ratingen zum Kampfgebiet zwischen Sachsen und Franken.
Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung fand vor 849 im Werdener Chartular statt, wo Ratingen als ?Hratuga? bezeichnet wird.
Seit dem Mittelalter gehörte das Ratinger Gebiet den Grafen, später Herzögen von Berg. Für diese hatte die Siedlung, die anfangs durch Holzpalisaden geschützt war, eine wichtige Bedeutung im Kampf gegen den Erzbischof von Köln. Vermutlich nicht zuletzt deswegen wurden Ratingen am 11. Dezember 1276 durch Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte verliehen. Im Gegenzug für die damit verbundenen Privilegien wie z. B. Zoll- und Steuerfreiheit und Monopole auf das Mahlen von Korn und die Herstellung von ?Grüt?, ein damals zur Bierherstellung benötigter Stoff (?Grütrecht?), baute die Stadt die mächtige Stadtmauer mit ihren großen Verteidigungstürmen und bis zu 8 m breiten Wassergräben.
Im weiteren Verlauf der Geschichte erlebte Ratingen als einer der vier Hauptorte von Berg eine wirtschaftliche Blütezeit. Ratingen hatte Marktrecht, Zunftrecht, eine eigene Münze und ein Gericht, das den Gerichten in Mettmann, Gerresheim und Düsseldorf übergeordnet war. Am 25. November 1377 besuchte Karl_IV. die Stadt, etwa 100 Jahre später Christian I. von Dänemark.
Die wichtigste überregionale wirtschaftliche Bedeutung hatte vermutlich die Zunft der Schmiede und Schleifer, die bereit 1362 im Stadtbuch erwähnt wurde. Sie nutzten das Wasser von Anger und Schwarzbach zur Herstellung von Waffen, Werkzeugen (vor allem Messer und Scheren) und anderen Gebrauchsgegenständen, darunter auch Musikinstrumente. Ihre Waren wurden auch im Ausland gehandelt, unter anderem in Antwerpen, im Baltikum und Skandinavien.
Industrialisierung und Neuzeit
Ab dem 16. Jahrhundert endete der Jahrhunderte währende wirtschaftliche Höhenflug Ratingens: Das nahe Düsseldorf wurde 1511 zur Residenz, später zur Landesfestung. Die Pest kam über die Stadt, neue Waffen machten die Stadtmauer unwirksam und 1641 wurde sie während des Dreißigjährigen_Krieges vollständig zerstört. Nur noch 100 Menschen lebten damals in Ratingen, 200 Jahre zuvor waren es noch mehr als 10 mal so viele gewesen.
Doch ausgerechnet in diesem nunmehr fast bedeutungslos gewordenen Städtchen wird heute der Beginn der kontinentaleuropäischen Industrialisierung gesehen: Der Elberfelder Geschäftsmann Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 an der Anger eine mechanische Baumwoll-Spinnerei, die als erste Fabrik auf dem europäischen Festland gilt. Ihrer technikhistorischen Bedeutung wegen wird die ehemalige Textilfabrik Cromford heute vom Rheinischen_Industriemuseum als Textilmuseum weiter betrieben.
Aufgrund des Wiener Kongresses gehörte Ratingen ab 1815 zu Preußen, dem Regierungsbezirk Düsseldorf und der Provinz Jülich-Kleve-Berg (Sitz in Köln), ab 1822 zur Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz.
Aufgrund von Formsandvorkommen entstand ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Eisenindustrie. Auch weitere Industriebetriebe entstanden, etwa eine Papiermühle im Angertal, Dachpfannenbrennereien und mehrere Kalkbrennereien. Doch an Schwung gewann die Wirtschaft erst mit dem nahezu zeitgleichen Bau zweier Eisenbahnlinien, der Ruhrtal-Bahn im Osten, die am 1. Februar 1872 ihren Betrieb aufnahm, und der 1873 fertig gestellten ?Westbahn?, einer Konkurrenzverbindung von Düsseldorf nach Mülheim und Duisburg. Am 28. Mai 1903 wurde die Angertalbahn (heute meist als ?Kalkbahn? bezeichnet) eingeweiht, über die Kalk und Formsand, bis in die 1950er-Jahre auch Personen, aus Wülfrath und den dortigen Kalkwerken zur Westbahn transportiert wurden und noch heute werden.
Aufgrund der nunmehr geschaffenen Verkehrsanbindung siedelten sich im Umfeld der Bahnen zahlreiche kleinere und mittlere Betriebe an. 1883 der Dampfkesselhersteller Dürr, 1910 die Deutsche_Lastautomobilfabrik_AG (DAAG).
In der kommunalen Neuordnung 1929 behauptete Ratingen seine Selbstständigkeit. Die Gebiete der heutigen Stadtteile Tiefenbroich und Ratingen-West aus der damaligen Bürgermeisterei Eckamp wurden seinerzeit eingegliedert.
Der Zweite_Weltkrieg endete in Ratingen mit dem Zusammenbruch des Ruhrkessels, markiert durch die Selbsttötung des Ruhrkessel-Kommandeurs Walter Model im Wald bei Ratingen-Lintorf südlich von Duisburg.Walter Görlitz: Model. Der Feldmarschall und sein Endkampf an der Ruhr. Frankfurtam Main, Berlin: Ullstein, 1992. ISBN 3548331556, ISBN-13 978-3548331553. Während der letzten Kriegstage wurden noch Endphaseverbrechen auch in Ratingen durchgeführt.
Nach relativ geringen Kriegsschäden erlebte Ratingen in den 1960er und 1970er Jahren die Entwicklung zur Schlafstadt (so der in den späten 60er Jahren entstandene Stadtteil Ratingen-West mit 20.000 Einwohnern 1980) und zum Standort von Dienstleistungs- und Kleingewerbebetrieben für das nahe Düsseldorf. 1973 wurde die Einwohnerzahl von 50.000 noch vor weiteren Eingemeindungen überschritten.
Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik und die günstigen Infrastrukturvoraussetzungen haben jedoch seit den 70er Jahren dazu beigetragen, dass Ratingen den Charakter einer Schlafstadt inzwischen wieder verloren und sich ins Gegenteil gewandelt hat: Seit einigen Jahren weist Ratingen trotz der gleich drei unmittelbar angrenzenden Oberzentren einen deutlich positiven Pendlersaldo aus (siehe Ratingen#Wirtschaft).
Eingemeindungen
Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1975 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel und Lintorf (alle zum ehemaligen Amt Angerland gehörig) sowie Homberg-Meiersberg (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) und die alte Stadt Ratingen aufgelöst und unter Einschluss des in der aufgelösten Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) liegenden Schwarzbachtales zu einer neuen Stadt Ratingen zusammengeschlossen.
Einwohnerentwicklung
Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit war Ratingen ein Ort mit wenigen hundert Einwohnern. Die Einwohnerzahl wuchs nur sehr langsam und ging auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit der Errichtung der Baumwollspinnerei 1783 und besonders dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in der Stadt eine stärkeres Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1855 erst 5.000 Menschen in Ratingen, so waren es 1950 bereits 25.000. Bis 1973 verdoppelte sich diese Zahl auf 52.216.
Am 1. Januar 1975 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindungen mehrerer Orte - darunter Lintorf (10.593 Einwohner 1970) - auf rund 85.000. Am 30. Juni 2005 betrug die ? Amtliche_Einwohnerzahl? für Ratingen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 91.865 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1800 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die ?Ortsanwesende Bevölkerung?, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die ?Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung?. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Stadtrat
Rat der Stadt nach der Kommunalwahl 2004:
CDU: 34,7 % (23 Sitze), SPD: 23,5 % (16), GRÜNE: 9,3 % (6), FDP: 6,4 % (4), MWG: 3,6 % (2), Bürger-Union: 21,7 % (14), Ratinger Linke: 0,9 % (1 Sitz)
Bürgermeister
Bürgermeister seit der Neubildung der Stadt durch die Kommunale Neugliederung 1975 (bis 1999 ehrenamtlich):
1975 - 1989: Ernst Dietrich (CDU)
1989 - 1994: Hugo Schlimm (SPD)
1994 - 2004: Wolfgang Diedrich (CDU)
seit 2004: Harald Birkenkamp (Bürger-Union)
Städtepartnerschaften
{|
|||Beelitz, Brandenburg, Deutschland seit 1990
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|||Gagarin, Russland seit 1998
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|||Frankreich (Partnerschaft der Altgemeinde Hösel) seit 1963
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|||South Dakota, USA seit 1969
/'>-
|||Provinz_Jiangsu, Volksrepublik China seit 2007
/'>}
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
= Marktplatz
=Das Zentrum Ratingens bildet der Marktplatz, auf dem schon mindestens seit 1371 Waren angeboten werden. Der heutzutage jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag dort stattfindende Wochenmarkt ist einer der belebtesten und beliebtesten weit und breit. Der Marktplatz wird bestimmt von dem Bürgerhaus (entstanden um 1300) und der dahinter liegenden Kirche St. Peter und Paul (s. u.). Nordwestlich des Marktplatzes befindet sich etwas versteckt das Minoritenkloster (gebaut 1656).
= Stadtmauer
=Von der Stadtmauer mit ihren ehemals 15 monstranz sehenswert.Die evangelische Stadtkirche (Fertigstellung 1684) ist die älteste noch erhaltene protestantische Kirche des Rheinlandes.
= Wasserburg Haus zum Haus
=Bereits im 9. Jahrhundert befand sich am Standort der heutigen Wasserburg eine durch Palisaden geschützte Wallburg. Sie diente zur Absicherung einer Furt über die Anger. Im 12. Jahrhundert wurde diese Wallburg durch einen Brand vollkommen zerstört. Die Wasserburg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und war Teil der ?Angerlinie?, eine Reihe von Verteidigungsanlagen längs der Anger. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut, zuletzt noch Ende des 20. Jahrhunderts. Sie verfügt über drei Rundtürme zur Verteidigung und den rechteckigen Torturm. Die Burgmauer und der Wassergraben umgeben die Burg heute nur noch zu etwa drei Viertel. In der Burg sind heute ein Kulturzentrum, ein Restaurant, Wohngebäude und ein Architekturbüro untergebracht.
= Schloss Landsberg
=In Ratingen-Breitscheid befindet sich Schloss_Landsberg, ein im 13. Jahrhundert für Adolf V. von Berg erbautes Schloss am Fuße des Ruhrtals. Das Schloss beherbergt heute ein Konferenzzentrum der Thyssen-Krupp AG; es kann jedoch von den umgebenden öffentlich zugänglichen Parkanlagen aus von außen besichtigt werden.= Cromford
=Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 die Textilfabrik Cromford, die als erste Fabrik des europäischen Kontinents gilt. Er benannte sie nach der mittelenglischen Stadt Cromford, aus der er mittels Industriespionage die Konstruktionsprinzipien einer dort eingesetzten Spinnmaschine erhielt.
Das aufwändig restaurierte Fabrikgebäude gehört heute zum Poensgenpark (auch: Cromford-Park) mit großzügigen Rasenflächen und vielen exotischen Bäumen und Sträuchern aus der ganzen Welt. Er wurde als exzellenter Park 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.
= Im Roten Hahn
=Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus (auch Wallersches Haus oder Suitbertus-Haus genannt) in der Oberstraße 23 gilt als schönstes Fachwerkhaus Ratingens. Es beherbergt heute eine Gastwirtschaft, die ?Suitbertus-Stuben?.
Parks
Neben dem oben erwähnten Poensgen-Park verfügt Ratingen über ausgedehnte Waldflächen sowie den 110 ha großen Erholungspark Volkardey, der den Grünen See und den Silbersee umfasst (siehe hierzu auch hochdeutsch: Daumenklemmer) bezeichnet. Der Ursprung dieser Bezeichnung wird häufig der sogenannten Dumeklemmersage zugeschrieben: Dieser Sage zufolge wollte der Missionar Suitbertus die damals heidnische Stadt Ratingen zum Christentum bekehren. Als er jedoch das Stadttor passieren wollte, schlugen ihm die Ratinger selbiges vor den Nase zu; dabei wurde der Daumen des Suitbert in der Tür eingeklemmt. Daraufhin solle Suitbert der Stadt zwar unverrichteter Dinge den Rücken gekehrt, jedoch seine Einwohner zuvor mit einem Fluch belegt haben, demzufolge in Zukunft alle in Ratingen Geborenen mit einem platten Daumen zur Welt kommen sollten. Seither sollen die Ratinger den Beinamen ?Dumeklemmer? gehabt haben.
Historiker halten jedoch wenig von dieser Legende, insbesondere weil Suitbert über 500 Jahre vor der Verleihung der Stadtrechte 1276 und dem Bau des Stadttores lebte.
Die wahrscheinlichere Ursache ist daher der Umstand, dass Ratingen im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg Sitz der Gerichtsbarkeit des Bergischen Landes war. Dort war lange Zeit die Folter ein beliebtes Instrument der ?Wahrheitsfindung? - häufig unter Verwendung von Daumenschrauben. Daher seien die Ratinger im Umland als ?Dumeklemmer? bezeichnet worden. [http://www.ratingen.de/41/dumeklemmer.shtml Ursprung des Ausdrucks Dumeklemmer auf der Website der Stadt Ratingen][http://www.ratingen-mitte.de/sage.htm Ursprung des Ausdrucks Dumeklemmer auf einer privaten Website über Ratingen] Heute erinnert der ?Dumeklemmerbrunnen? vor der Kirche St. Peter und Paul an die Legende, der drei Kinder mit plattem Daumen zeigt.
Als ?Dumeklemmer? bezeichnet man übrigens auch die Ratinger Spezialität: Kleine, etwa daumengroße pikant gewürzte Mettwürstchen.
Kultur
Ratingen verfügt über ein Stadttheater, eine Stadthalle, deren großer Saal bis zu 1030 Plätze fasst[http://www.ratingen.de/52/1/stadthalle/raeume.shtml Kurzcharakteristik der Räume der Stadthalle], ein kleines, aber häufig mit Auszeichnungen versehenes Kino sowie ein intensives Vereinsleben (insb. Sport-, Karnevals-, Schützen- und Heimatvereine).
Ratingen-Hösel ist Sitz der Stiftung Haus Oberschlesien. Sie unterhält das gleichnamige Haus als Kultur- und Begegnungsstätte sowie das Oberschlesische Landesmuseum, eine zentrale deutsche Einrichtung der Pflege und Präsentation zur Kultur und Geschichte Schlesiens. Im Zusammenwirken mit der Eichendorff-Gesellschaft wird auch das Leben und Werk des bedeutenden Literaten Joseph von Eichendorff mit zahlreichen Exponaten dargestellt. Das Oberschlesische Landesmuseum hat seit 1998 einen modernen Funktionsbau an der Bahnhofstraße (B 227). Laufend finden Sonderausstellungen statt, auch in Polen. Die Entwicklung und Belebung grenzüberschreitender Kontakte ist ein wichtiges zukunftsgewandtes Anliegen der Stiftung Haus Oberschlesien. Im Haus Oberschlesien hat auch die Landsmannschaft der Oberschlesier die Bundesgeschäftsstelle sowie die Landesgeschäftsstelle NRW.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Ratingen gilt heute als moderner Industrie- und Dienstleistungsstandort. Durch die hervorragende Verkehrsanbindung (Flughafen, Eisenbahn und Autobahnen) und die Ausweisung attraktiver Gewerbeflächen ist es Ratingen seit den 1960er Jahren gelungen, den wirtschaftlichen Strukturwandel nachzuvollziehen und Schwund einiger traditioneller Industriezweige durch die Ansiedlung moderner Unternehmen aus den Branchen Dienstleistungen, EDV und Telekommunikation überzukompensieren. Darunter befinden sich auch zahlreiche überregional bekannte Markenunternehmen wie Vodafone, ASUS, Sun Microsystems, Hewlett Packard, SAP, Tiptel, Keramag, TechniSat, Computacenter, Chronicle, TOI TOI & DIXI Sanitärsysteme, Royal Bank of Scotland, LogicaCMG, Ball Packaging Europe und Esprit, das seine Europazentrale in Ratingen unterhält.
Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zu den drei Oberzentren Düsseldorf, Duisburg und Essen verfügt Ratingen über eine vergleichsweise hohe Arbeitsplatzdichte von 380 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner. Der Ende des 20. Jahrhunderts noch negative Pendlersaldo war 2005 mit 5400 Personen deutlich positiv (15,5 % der Arbeitsplätze Ratingens).Studie der Industrie- und Handelskammer und der GfK Aktiengesellschaft laut einem Bericht der Rheinischen_Post vom 2006-08-16
Aufgrund der erfolgreichen und noch weiter anhaltenden Gewerbeansiedlung auf dem ehemaligen Balcke-Dürr-Gelände bei gleichzeitig nur geringem Wohnungsneubau ist zu erwarten, dass dieser Wert in den nächsten Jahren noch steigen wird.
Die Kaufkraft je Einwohner liegt bei über 120 % des Bundesdurchschnitts.
Verkehr
, A_52 und A_524]]
Aufgrund seiner zentralen Lage im Zentrum zwischen Ruhrgebiet und den Ballungsräumen Düsseldorf, Köln/Bonn und Wuppertal verfügt Ratingen über sehr gute Verkehrsanbindungen.
Die räumliche Nähe von wenigen Kilometern zum Flughafen Düsseldorf sorgt für die schnelle Erreichbarkeit von Flugzielen im Inland, Europa und Übersee.
Der ICE-Bahnhof Düsseldorf-Flughafen liegt direkt an der Stadtgrenze zu Ratingen. Er ist schnell per Bus, Taxi und dank preiswerter Parkmöglichkeiten (5 ?/Tag) auch per eigenem Kfz zu erreichen und bietet direkten Zugang zum nationalen und internationalen Schienenfernverkehr.
Im öffentlichen_Personennahverkehr verkehren in Ratingen die S_6_Köln-Nippes_?_Köln_Hbf_?_Langenfeld_?_Düsseldorf_?_Ratingen_Ost_?_Essen, die Straßenbahn 712 nach Düsseldorf und viele Buslinien. Die Stadt gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.
Darüber hinaus liegt Ratingen Mitte im Dreieck der Autobahnen A 3 (Köln - Oberhausen), A 52 (Düsseldorf - Essen) und A 44 (Mönchengladbach - Ratingen Ost) und ist damit hervorragend an das Autobahnnetz angebunden. Zudem verläuft die Bundesstraße 1 auf dem Stadtgebiet.
Persönlichkeiten
In alphabetischer Reihenfolge:
Johann Gottfried Brügelmann, erster Industrieller auf dem europäischen Festland
Adam Josef Cüppers, Schulgründer Ehrenbürger 1921
Gabi Decker, Kabarettistin, Moderatorin und Sängerin
Emil Fahrenkamp, Architekt
Heribert Fassbender, Sportmoderator
Claudia Jung, Sängerin
Gereon Lepper, Bildhauer
Johann Peter Melchior, Bildhauer
Dieter Nuhr, Kabarettist und Comedian
Kurt Roth, Maler
Ferdinand Trimborn, Ratinger Mäzen und seit dem 17. Dezember 2005 Ehrenbürger
Peter-Paul Zahl, Schriftsteller
Siehe auch
Ratinger Ice Aliens
EC Ratingen
Amt Ratingen Land
Adolf V. (Berg)
Quellen
Literatur
* Thomas Ferres, Ulrich Metelmann: Ratingen. Ein ganz anderes Stadtbuch. Ratingen 1994. (Ausschließlich über Ratinger Buchhandlungen und die Autoren zu beziehen.)
* Eckhard Bolenz et al.: Ratingen. Geschichte 1780 bis 1975. 435 S. Klartext Verlag, Essen 2000. ISBN 3-88474943-9.
* Erika Münster-Schröer, Achim Blazy: Ratingen. Fotografien von gestern und heute.'' Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2002. ISBN 3-8313-1223-0
Weblinks
* http://www.ratingen.de - Offizielle Website der Stadt Ratingen
* http://www.ratinger.info - Informationsportal, Nachrichten, Bildergalerie

