Breitmaulnashorn
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! Burchell, 1817
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Das Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum) ist auch als Weißes Nashorn bekannt. Dies ist auf einen Übersetzungsfehler zurückzuführen: Das Breitmaulnashorn wurde von den Buren wegen seines breiten Mauls (mit dem es gut grasen kann) als wijde (breit) bezeichnet, die Briten verstanden allerdings white (weiß).
Merkmale
Das Breitmaulnashorn hat eine Kopfrumpflänge von 3 m bis zu 4 m, eine Schulterhöhe von ca. 1,80 m und ein Gewicht von 1.400 bis 3.500 kg. Es ist damit die größte aller Nashornarten. Als Unterscheidungsmerkmale zum Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) hat das Breitmaulnashorn große Spitzohren, ein breites, stumpfes Maul und einen auffallenden Nackenhöcker.
Der Geruchssinn ist der wichtigste Sinn; Ohren und Augen spielen dagegen untergeordnete Rollen. Wie das Spitzmaulnashorn kann es auf eine Entfernung von 20 m kaum noch etwas erkennen.
Verbreitung
In zwei Unterarten ist das Breitmaulnashorn über afrikanische Savannen verbreitet:
* Das Südliche Breitmaulnashorn (C. s. simum) lebte einst in einem Gürtel, der sich von Angola und Namibia über Botswana und Simbabwe nach Mosambik und KwaZulu-Natal erstreckte. Heute ist es über zahlreiche Schutzgebiete des südlichen Afrikas fragmentarisch verstreut (näheres siehe Menschen_und_Breitmaulnashörner).
* Das Nördliche Breitmaulnashorn (C. s. cottoni) war von Kongo und Uganda bis in den Tschad und den Sudan verbreitet. Die alten Ägypter trafen es noch wild im Niltal an. Bis vor kurzem hatte sich seine Population, die auf den Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo (einst Zaire) beschränkt ist, von einem Tiefpunkt in den 1970er Jahren auf etwa 25 Exemplare erholt, doch nach Bürgerkrieg und Übergriffen von wildernden Paramilitärs aus dem Sudan ist der Bestand 2005-2006 extrem geschrumpft, möglicherweise ganz erloschen. Einige wenige Exemplare leben in den Zoos von San Diego (San Diego Wildlife Park, USA) und Dvur Kralowe (Tschechien).
Verhalten und Fortpflanzung
thumb|300px|right|Breitmaulnashorn_mit_Kalb_im_IUCN auf etwa 12.000 Tiere geschätzt und gilt als "gering gefährdet".
thumb|300px|Südliches_Breitmaulnashorn_in_Südafrika
Die südliche Unterart hielt man 1893 für ausgerottet, ehe man eine kleine Restpopulation von zehn Tieren in Natal fand. Von diesen stammen alle Südlichen Breitmaulnashörner unserer Tage ab. Bis in die 1970er wuchs der Bestand im Hluhluwe-Umfolozi Game Reserve auf 1000 Tiere und verdoppelte sich noch einmal bis 1980 auf 2000, bis 1990 auf 4000 und erreichte im Jahr 2001 eine Zahl von 11.000 Tieren. Die IUCN stuft das Südliche Breitmaulnashorn daher nun als "gering gefährdet" (near threatened) ein. 95 % aller frei lebenden Breitmaulnashörner sind auf dem Territorium Südafrikas zu Hause; außerdem wurde eine Gruppe in Kenia eingeführt, wo es ursprünglich überhaupt keine Breitmaulnashörner gegeben hatte.
Das Nördliche Breitmaulnashorn wurde erstmals 1903 wissenschaftlich beschrieben. Zu jener Zeit war es noch zahlreich vertreten. Großwildjäger schafften es binnen weniger Jahrzehnte, die Unterart überall auszurotten ? mit Ausnahme des Garamba-Nationalparks, wo 1963 tausend Breitmaulnashörner unter strengem Schutz lebten. In dieser Zeit begann allerdings die starke Nachfrage nach Hörnern wegen ihrer angeblichen Heilkraft in der traditionellen_chinesischen_Medizin (TCM), sowie wegen der Begehrtheit von Nashorndolchen als Status- und Männlichkeitssymbol bei der Oberschicht Jemens. Die Bereitschaft der Käufer in Ostasien und Jemen, selbst höchste Preise für illegal importierte Hörner zu zahlen, macht die Wilderei trotz aller Risiken staatlicher Verfolgung zu einem lohnenden Geschäft. Während wegen der relativen Stabilität die südlichen Breitmaulnashörner Südafrikas nie in solchem Ausmaß von Wilderei betroffen waren, konnte Zaire (später Demokratische Republik Kongo) keinen vergleichbar wirksamen Schutz liefern. Der Bürgerkrieg im Kongo, der seit 1997 ununterbrochen tobt, erschwerte die Schutzmaßnahmen. Eine Zählung im Jahr 2002 fand noch 27 Breitmaulnashörner im Garamba-Reservat. Nach Angaben der IUCN ist das Gebiet momentan (2004) nicht vom Bürgerkrieg betroffen und wird von Wildhütern wieder gegen Wilderer verteidigt; da sich dies aber jederzeit ändern kann, gilt die Unterart als "vom Aussterben bedroht" (critically endangered). Mit den Tieren, die in Gefangenschaft gehalten werden, wird die Gesamtpopulation von der IUCN auf 40 Tiere geschätzt.
Bilder
Image:Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum)2.jpg
Image:Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum).jpg
Weblinks
* frp:Rinocèros blanc

