Breitband-Internetzugang
Ein Breitband-Internetzugang (auch Breitbandzugang, Breitbandanschluss) ist eine Zugangsleitung_zum_Internet mit verhältnismäßig hoher Datenübertragungsrate von einem Vielfachen der Geschwindigkeit älterer Zugangstechniken wie der Modemeinwahl oder ISDN, die dann im Unterschied als Schmalbandtechniken bezeichnet werden.
In vielen Gebieten findet in den frühen 2000er Jahren ein starkes Wachstum des Marktes für Breitbandzugänge statt.
Die momentan schnellste Internetanbindung für Privatkunden bietet der staatliche Telefonbetreiber Nippon Telegraph and Telephone (NTT) in Japan an. Das dabei verwendete FTTH-System ermöglicht eine Bandbreite von 100 Mbit/s. Es werden zur Zeit Tests mit Glasfasern durchgeführt, mit denen sogar 1 Gbit/s möglich sein wird. Dies ist ungefähr ein Zehntel der Bandbreite der derzeitigen interkontinentalen Backboneverbindungen. Hier wird anschaulich, dass tatsächliche Verbindungen mit dieser Geschwindigkeit in der nahen Zukunft nicht realisierbar sind oder unwirtschaftlich wären.
Definitionen
Es existiert keine eindeutige Definition, ab wann eine breitbandige Verbindung beginnt – der Begriff wird (besonders im Marketing der Telekommunikationsindustrie) relativ verwendet.
* Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) definiert einen Dienst oder ein System als breitbandig, wenn die Datenübertragungsrate über 2048 kbit/s (entspricht der Primärmultiplexrate im ISDN) hinausgeht.
* Das Breitbandportal des Wirtschaftsministeriums definiert einen Breitbandzugang, wenn als Downloadrate mindestens 128 kbit/s vorliegen (entspricht etwa der Verwendung in der xDSL-Vermarktung).
* In Südkorea beginnt der Breitband-Bereich erst ab 20 Mbit/s.
Ursprünglich wurde mit Breitband eine Realisierungsform von Datennetzwerken bezeichnet, die heute aber veraltet ist.
Technologien
Ein Breitbandzugang kann auf verschiedene Arten realisiert werden:
Telefonnetz
Eine der verbreitetsten Technologien arbeitet mit einer verbesserten Nutzung der Kupferleitungen des Telefonnetzes, da durch die bestehende Infrastruktur geringere Neuinvestitionen nötig sind. Dabei sind in erster Linie die hauptsächlich verwendeten DSL-Techniken zu nennen.
Es gibt oder gab jedoch auch andere Ansätze, wie die Entwicklung schnellerer Analogmodems oder eines schnelleren ISDN-Standards, dem Breitband-ISDN (B-ISDN).
DSL-Technologien sind nur zur Überbrückung kurzer Distanzen geeignet, was ? je nach Übertragungsgeschwindigkeit ? nach wenigen hundert Metern oder erst wenigen Kilometern den Übergang zu einer anderen Übertragungstechnik oder DSL-Verstärker oder Repeater nötig macht. Daher handelt es sich in der Regel um eine Hybridtechnik in Kombination mit, wie in den meisten Fällen, Glasfasern oder beispielsweise auch Richtfunkstrecken. Mit wachsenden Übertragungsraten rückt der Übergabepunkt immer näher an den Endnutzer.
Eine andere Möglichkeit für breitbandige Datenübertragungen über Telefonleitungen ist die Bündelung mehrerer analoger oder ISDN-Leitungen, was hauptsächlich in Ermangelung des in vieler Hinsicht überlegenen DSL genutzt wurde oder teils noch wird.
Kabelfernsehnetz
Die Daten werden mit Kabelmodems auf die analogen Signale des Kabelfernsehnetzes aufmoduliert und so über diese Koaxialkabel übertragen. Auch hier handelt es sich aus ähnlichen Gründen wie bei DSL in der Regel um eine Hybridtechnik.
direkte Glasfaseranbindung (Fibre_To_The_Basement, Fiber_To_The_Home)
Den Endkunden direkt per Glasfaser anzubinden ermöglicht hohe Bandbreiten über große Entfernungen. Notwendige Verlegungen neuer Anschlüsse zu jedem Kunden machen dies jedoch sehr kostspielig.
Elektrizitätsnetz
Mittels Trägerfrequenzanlagen (TFA) können Internetzugänge über das Stromnetz realisiert werden, auch unter dem englischsprachigen Begriff Powerline Communication (PLC) bekannt. Meist werden damit Datenverbindungen zwischen heimischen Steckdosen und z.B. Trafostationen realisiert, die über Glasfaser oder Richtfunk angebunden werden.
ISDN-Primärmultiplexanschlüsse (T-carrier (T-1/DS-1, T2, T3, ...), E-carrier), Optical Carrier
Diese Technologien stellen vergleichsweise kostspielige Möglichkeiten für breitbandige Internetanbindung über Kupfer- oder auch Glasfaserkabel dar, die nicht auf Privatkunden zielen.
terrestrische Funktechnologien
sind eine Möglichkeit, breitbandigen Datenaustausch zu ermöglichen.
Vielerorts ? insbesondere wo keine Versorgung mittels herkömmlichen Kabeltechnologien gegeben ist ? bauen sogenannte Wireless Internet Access Provider sogenannte Wireless Metropolitan Area Networks (WMAN) auf, um darüber einen schnellen Internetzugang anbieten zu können. Dabei kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, darunter der speziell entwickelte WiMAX-Standard, Wireless Local Area Network (WLAN)-Technologien, sowie verschiedene proprietäre Lösungen, die teils unter Namen wie Funk-DSL oder Wireless DSL vertrieben werden.
Mehr oder weniger breitbandige Datendienste können auch Mobilfunkstandards wie HSDPA, UMTS oder EDGE bieten.
Unter Umständen kann auch Packet Radio aus dem Amateurfunkbereich dazugezählt werden. Hiermit können Übertragungsraten von bis zu mehreren Megabit pro Sekunde realisiert werden und entsprechende Übergabepunkte können auch Zugang zum Internet ermöglichen. Die Nutzung ist jedoch Funkamateuren vorbehalten.
Satellit
Reine Satellitenverbindungen (2-Wege-Satellitenverbindung) sind unabhängig von landschaftlichen Gegebenheiten oder anderer Infrastruktur praktisch überall auf der Erdoberfläche verfügbar und eignen sich damit besonders für in entlegene Gebiete und Schiffe.
Problematisch sind bei Satellitenzugängen die immernoch oft deutlich höheren Kosten, die hohen Latenzzeiten und, sofern der Rückkanal nicht über den Satellit realisiert ist, die Abhängigkeit von einer weiteren Zugangsmöglichkeit.
Im Beispiel eines Systems mit geostationären Satelliten ergeben sich typische Verzögerungen von 500?700 ms, was Echtzeitanwendungen empfindlich stört.
hochfliegende Luftfahrzeuge
Über hochfliegende stationäre Luftschiffe können Funksignale für Dienste wie Fernsehausstrahlung, Mobiltelefonie oder eben auch Internetzugänge vermittelt werden.
Ein Beispiel für eine Umsetzung dieser Technologie trägt den Markennamen Stratellite.
Ein weiterer Ansatz wären hochfliegende unbemannte (Leicht)Flugzeuge wie Helios.
Verbreitung
Insbesondere in den Industriestaaten entwickelt sich der Breitbandzugang zur vorherrschenden Zugangsart zum Internet, der zugleich auch zunehmend von Internet-Anwendungen zur sinnvollen Nutzung vorausgesetzt wird. Ende 2006 kamen in den 30 OECD-Staaten 17 Breitbandanschlüsse auf 100 Einwohner, wobei als Technologie für 62 % der Anschlüsse DSL Verwendung fand; 29 % davon waren Kabelanschlüsse, 7 % direkte Glasfaserzugänge und 2 % waren über andere Techniken realisiert.[http://www.oecd.org/sti/ict/broadband Verbreitung von Breitband-Internetzugängen in den OECD-Industriestaaten]
In Deutschland stellen DSL-Breitbandanschlüsse via Telefonnetz alle anderen Verfahren in den Schatten: 2006 kamen sie auf einen Marktanteil von 95,5 %.[http://www.vatm.de/content/pressemitteilungen/inhalt/27-09-2006.html VATM-Pressemitteilung vom 27.09.2006]
Besteht keine ausreichende Versorgung mit Breitbandzugängen, spricht man von einer digitalen_Kluft oder digitalen Spaltung, die etwa in einem Breitbandatlas für Deutschland dokumentiert ist. Um die Versorgung der Bevölkerung mit Breitband-Internetzugängen zu sichern, wurde in der Schweiz ab 2008 ein Breitbandzugang mit 600 kbit/s in Empfangs- und 100 kbit/s in Senderichtung in den Grundversorgungskatalog aufgenommen.
Siehe auch
Breitbandnetz (zur alten Verwendung von Breitband)
Bandbreite (Elektrotechnik) (technischer Begriff der Bandbreite)
Breitbandkommunikation
Breitbandverteilnetz, Breitbandvermittlungsnetz
Triple Play
Weblinks
* http://www.zukunft-breitband.de/Breitband/Portal/Navigation/technik.html
Quellen
zh-yue:??

