Brechung der Zinsknechtschaft
/'>QS-Seite}}Zinsknechtschaft und die Forderung nach ?Brechung der Zinsknechtschaft? sind wirtschaftspolitische Schlagworte, die besonders in der nationalsozialistischen Ideologie Verwendung fanden und auch heute in zahlreichen Veröffentlichungen von Rechtsextremisten erscheinen.
Die Verwendung des Begriffs im Nationalsozialismus
Die Bedeutung der beiden Worte bzw. der Forderung geht maßgeblich auf Gottfried Feder zurück, der 1919 den ?Deutschen Kampfbund zur Brechung der Zinsknechtschaft? gegründet und im selben Jahr sein ?Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft? veröffentlicht hatte. Inhalt seiner Forderungen war jedoch nicht, wie oft vermutet wird, ein Verbot, Zinsen zu erheben, sondern zahlreiche geforderte Veränderungen in der staatlichen Wirtschaftspolitik. Eine Hauptkritik Feders war die Zahlung von Zinsen durch den Staat an Besitzer von staatlichen Wertpapieren/Schatzbriefen, die diese ja doch nur wieder durch Steuern selbst aufbringen müssten.
Feder gilt als erster Wirtschaftstheoretiker der NSDAP, seine Veröffentlichungen werden in Adolf Hitlers ?Mein Kampf? mehrfach lobend erwähnt. Für die Nationalsozialisten waren sie besonders interessant, weil er darin zwischen ?raffendem und schaffendem Kapital? unterschied. Feders wirtschaftspolitischen Vorstellungen fanden 1920 Eingang in das 25-Punkte-Programm der NSDAP. Unter Punkt 11 wurden hier die ?Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens, Brechung der Zinsknechtschaft? gefordert.
Die Verwendung in der rechtsextremen Szene nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Feders Arbeiten, darunter sein Hauptwerk ?Kampf gegen die Hochfinanz?, von rechtsextremen Verlagen und Antiquariaten vertrieben, aber nur gelegentlich in der rechtsextremen Szene rezipiert. Im Zusammenhang mit der Wandlung weiter Teile der extremen Rechten hin zu einer antikapitalistischen Ausrichtung etwa seit der Jahrtausendwende wurde Feder insbesondere von Neonazis als ?Wirtschaftsreformer? und Repräsentant einer antikapitalistischen Strömung in der NSDAP ?wiederentdeckt?. So würdigte beispielsweise die NPD-Parteizeitung ?Deutsche Stimme? Feder als einen der ?Großen? auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre. Die Begriffe Zinsknechtschaft und Zinswirtschaft werden in den politischen Programmen und sonstigen Veröffentlichungen wie Reden und Demonstrationsthemen rechtsextremer Parteien wie der DVU oder der NPD und anderer Gruppierungen wie der PNOS, den Jungen_Nationaldemokraten, dem Deutschen_Kolleg, Schutzbund Deutschland und Kampfbund Deutscher Sozialisten verwendet, wobei der direkte Bezug auf die Arbeiten Feders nicht immer deutlich wird. So findet sich in einer Presseerklärung auf der Website der NPD in Mecklenburg-Vorpommern die Formulierung: ?So ist es der DDR ergangen. Durch verantwortungslose Führer geriet sie in die Zinsknechtschaft des BRD Systems.?
Weblinks
• Masterarbeit: Proudhon und das Dritte Reich. Von der ?révolution par le Crédit? zur ?Brechung der Zinsknechtschaft? (April 2003) (pdf-Dateien)
Anton Maegerle: [http://www.tribuene-verlag.de/TRI_Maegerle_1.pdf Rechtsextreme Symbolik] (pdf).
Siehe auch
*Zinskritik

