Brechen
Brechen ist eine Gemeinde im Taunus und Westerwald. Das waldarme Lösshügelland wird hier von Südost nach Nordwest vom Emsbach durchquert, welcher bei Niederbrechen den Wörsbach aufnimmt und das Gebiet zur Lahn hin entwässert. Zusammen mit der sich südlich anschließenden Idsteiner Senke ist diese Landschaft unter dem volkstümlichen Namen Goldener Grund bekannt, welcher auf die Klimagunst und fruchtbaren Böden verweist.
Nachbargemeinden
Nach Nordwesten grenzt die Gemeinde Brechen an die Kreisstadt Limburg, nach Nordosten an den Marktflecken Villmar, nach Südosten an die Gemeinde Selters (Taunus) und nach Südwesten an die Gemeinde Hünfelden (alle im Landkreis Limburg-Weilburg).
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Brechen besteht aus drei Ortsteilen:
* Niederbrechen ist Verwaltungssitz sowie größter der drei Ortsteile. Der Ort liegt in 150 Metern Höhe und hat 3.873 Einwohner, 1910 waren es 1.854. Die Freiwillige Feuerwehr Niederbrechen besteht seit 1897.
* Oberbrechen liegt auf 155 Metern Höhe und hat eine Einwohnerzahl von 2.133 , 1910 waren es 1.281. Der Ort hat nicht die Brechener (06438), sondern die Selterser (06483) Vorwahl.
* Werschau ist der kleinste Ortsteil. Die Einwohnerzahl beträgt 779 Menschen. 1235 wurde der Ort erstmals urkündlich erwähnt.
1972 wurden Werschau und Niederbrechen vereinigt. Seit 1974 gehört auch Oberbrechen zur Gemeinde.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung finden Nieder- und Oberbrechen unter dem Namen Brachina
("an der Berglehne") in einer Schenkungsurkunde des Klosters_Lorsch vom 12.08.772. In der Folgezeit gehen die Orte in das Eigentum der Abtei St. Maximin Trier über. Über viele Jahrhunderte wechselt der Besitz zwischen den Kurfürstentum Trier und den Grafen von Molsberg hin und her.
Bedeutung haben die Orte durch die Lage an der Fernhandelsstraße Köln - Frankfurt (Via Publica) als Vorposten kurtrierischen Gebiets Richtung Frankfurt. Niederbrechen besaß im Mittelalter zeitweilig Stadtrechte und eine heute noch in Teilen erhaltene Stadtmauer.
Die auf dem Gemeindegebiet liegende Berger Kirche existiert seit karolingischer Zeit und war die Mutterkirche der Region. Sie war Ortskirche der Wüstung Bergen, die zwischen 1354 und 1490 untergegangen sein muss. Die erste urkundliche Erwähnung fand 910 statt; heutige Gebäudeteile lassen sich etwa bis zur Jahrtausendwende zurückdatieren.
Der Ortsteil Werschau wird 1235 erstmals urkundlich erwähnt.
1802 kommt das Gemeindegebiet zum Fürstentum Nassau-Weilburg, das 1866 von Preußen annektiert wird.
Seit 1886 gehören die drei Gemeindem zum Kreis Limburg, ab 1974 zu Limburg-Weilburg in Hessen.
Die Gemeinde Brechen entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen. Zuerst schlossen sich Niederbrechen und
Werschau am 31. Dezember 1971 zusammen. Oberbrechen kam am 1. Juli 1974 hinzu.
Politik
Gemeindevertretung
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
Wirtschaft und Infrastruktur
Die früher dominierende Landwirtschaft ist auch heute nicht ganz bedeutungslos, fast 70 % der Gemeindefläche wird von weniger als zehn Vollerwerbsbetrieben landwirtschaftlich genutzt. Brechen hat sich jedoch zur Wohngemeinde gewandelt, 90 % der Erwerbstätigen verdienen ihren Lebensunterhalt in den umliegenden Städten, hauptsächlich aber im Rhein-Main-Gebiet.
Verkehr
Brechen ist durch die 6 km entfernte Anschlussstelle Limburg-Süd der A_3 sehr gut an das Fernstraßennetz angebunden. Durch den Ort verläuft die B_8.
Die Bahnhöfe Niederbrechen und Oberbrechen liegen an der RMV-Linie_20, Limburg - Frankfurt am Main.
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Realschulzweig in Niederbrechen sowie eine weitere Grundschule in Oberbrechen. Weiter führende Schulen gibt es im nahen Limburg.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Josef Neuhäusser (Komponist)
Walter Neuhäusser (Architekt)
Albert Otto (* 1885 in Oberbrechen, ? 1975 - Künstler))
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Peter Josef Blum (Bischof von Limburg)
Weblinks
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