Köln-Braunsfeld
Braunsfeld ist ein Stadtteil im linksrheinischen Westen von Köln.
Lage
Der Stadtteil grenzt im Osten und Süden an Lindenthal, im Westen an Müngersdorf und im Norden an Ehrenfeld. Der unmittelbar östlich von Braunsfeld gelegene Melatenfriedhof gehört zum Stadtteil Lindenthal, dessen eigentliches Zentrum jedoch weiter südlich liegt.
Geschichte
Durch das heutige Braunsfeld führt in West-Ost Richtung die Aachener Straße. Dabei handelt es sich um eine der römischen Hauptverbindungsstraßen, welche von Köln über Jülich, Maastricht und Tongern bis zur Kanalküste in Boulogne-sur-Mer führte. Daher gab es bereits eine Besiedlung schon zu römischer Zeit. So wurden dort mehrere römische Gräber, teilweise mit wertvollen Grabbeigaben, gefunden.
Im Mittelalter befand sich etwa an der Stelle des heutigen Melatenfriedhofs die Kölner Hinrichtungsstätte sowie spätestens im 12. Jahrhundert ein Hospital für Aussatzkranke.
Ansonsten wurde das Gebiet lange Zeit nur landwirtschaftlich genutzt.
1804 verboten die Franzosen aus hygienischen Gründen die bis dahin üblichen Beisetzungen auf den Kirchhöfen in der Stadt. So wurde bald darauf der Friedhof Melaten als erster großer Friedhof Kölns eröffnet.
1862 erwarb der Kölner Fuhrunternehmer Ferdinand Braun große Ländereien in diesem Gebiet, um dort eine Ziegelei für die Bedürfnisse der schnell wachsenden Stadt Köln und ihrer Vororte zu errichten. Die dafür erforderlichen Arbeiter wurden in neu errichteten Siedlungshäusern in der Nähe angesiedelt. Da die Grundstücke ebenfalls auf den Feldern lagen, welche Braun gehörten, sagten die Arbeiter, sie wohnten auf Brauns Feld. Daher kommt der Name des Stadtteils.
Bereits 1877 wurde der Friedhof Melaten mit einer Pferdebahnlinie an die Stadt angeschlossen. Diese Linie wurde 1886 bis Müngersdorf verlängert.
1888 wurde das Gebiet, welches bis dahin zur Bürgermeisterei Müngersdorf gehörte, mit dieser zur Stadt Köln eingemeindet.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Garten einer Bankiersvilla zum öffentlichen Park, dem Stadtwald, umgewandelt. Rund um diesen Park entstand eine Villensiedlung, deren nördlicher Teil zum Stadtteil Braunsfeld gehört.
Westlich und nördlich des Melatenfriedhofs entstand in den folgenden Jahrzehnten eine gemischte Bebauung mit zahlreichen kleineren Industrie- und Gewerbebetrieben, während sich entlang der Aachener Straße und südlich davon überwiegend Wohnhäuser befinden.
Infrastruktur
Verkehr
Auf der Aachener Straße verkehren die Stadtbahnlinien 1 und 7, welche eine häufige und schnelle Anbindung an das Stadtzentrum gewährleisten. Die Linie 13 umfährt die Stadt halbkreisförmig und führt dabei ebenfalls durch Braunsfeld.
Auch einige Buslinien sorgen für die verkehrliche Erschließung.
Am nordwestlichen Rand des Stadtteils befindet sich der S-Bahn-Haltepunkt Köln Müngersdorf Technologiepark. Hier halten die S-Bahn-Linien 12 und 13.
Für den Autoverkehr dienen die Aachener Straße, der Gürtel und die Innere Kanalstraße als Zubringer- und Verteilerstraßen.
Gewerbe
Namhafte Firmen haben sich in Braunsfeld niedergelassen, so befand sich hier bis 1999 der Stammsitz der Marke Afri-Cola.
Ebenso war hier über Jahrzehnte die deutsche Zentrale des Schallplattenkonzerns EMI-Electrola zu finden. Immer noch befindet sich an Kreuzung Aachener Straße/Melatengürtel das Verwaltungshochhaus der Deutschen_Krankenversicherung (DKV).
Auch die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) haben in Braunsfeld nicht nur einen ihrer Straßenbahn-Betriebshöfe, sondern auch ihre Hauptverwaltung.
In der Stolberger Straße ist die Zentrale von toom BauMarkt, einer der führenden Baumarktketten in Deutschland.
Für kleinere Firmen aus dem Hochtechnologiebereich wurde in den 1990er Jahren der Technologiepark Braunsfeld eingerichtet.
Soziale Einrichtungen
An der Aachener Straße befindet sich das Dreifaltigkeitskrankenhaus.
Im Stadtteil gibt es eine evangelische Kirche, die 1951 eingeweihte Clarenbach-Kirche. Sie ist nach Adolf Clarenbach benannt, der wegen seines gescheiterten Versuchs, in der Stadt Köln die Reformation einzuführen, 1529 auf Melaten hingerichtet wurde.
Katholische Kirchen gibt es im Stadtteil zwei: Christi Auferstehung, ein 1971 geweihter Bau von Gottfried Böhm und St. Joseph, deren Vorgänger 1944 dem 2. Weltkrieg zum Opfer fiel. St. Joseph wurde nach einem Entwurf des Architekten Rudolf Schwarz Mitte der 1950er Jahre erbaut.
Vereine
Die Große Braunsfelder Karnevalsgesellschaft von 1976 e. V. wurde im Kölner Stadtteil Braunsfeld gegründet und unterhält heute im Köln-Braunsfelder Technologiepark eine Geschäftsstelle und ein Casino.
Literatur
* Max-Leo Schwering: Köln: Braunsfeld ? Melaten (= Publikationen des Kölnischen Stadtmuseums, Bd 6) Köln 2004, ISBN 3-927396-93-1
Weblinks
• Offizielle Webseite der Stadt Köln zum Stadtteil Braunsfeld

