Parodia
Parodia (Syn.: Acanthocephala Backeb., Brasilicactus Backeb., Brasiliparodia F.Ritter, Brasilocactus Fric, nom. inval., Chrysocactus Y.Itô, nom. inval., Dactylanthocactus Y.Itô, Eriocactus Backeb., Eriocephala Backeb., Eriocephalus Backeb., Friesia Fric, nom. inval., Hickenia Britton & Rose, Malacocarpus Salm-Dyck, Microspermia Fric, Neohickenia Fric, Notocactus (K.Schum.) Fric, Sericocactus Y.Itô, Wigginsia D.M.Porter) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Sie wurde von Carlos Luis Spegazzini 1923 aufgestellt und nach dem argentinischen Botaniker Lorenzo Raimundo Parodi benannt. Die Gattung Parodia zählt wegen ihrer attraktiven Bedornung und den kräftig gefärbten Blüten zu den schönsten Kugelkakteen Südamerikas.
Beschreibung
Es sind sukkulente Pflanzen.
Die Bedornung der kugeligen, zum Teil langgestreckten Körper ist unterschiedlich in Stärke, Form und Farbe, die Mitteldornen können mehr oder weniger hakig, ganz gebogen oder gerade sein.
Unterschiedlich ist auch die Gestalt der Rippen: sie können fortlaufend sein, oder ganz in Warzen aufgelöst. Zwischenstufen gibt es ebenfalls.
Die meist kräftig rot-, gelb- oder orangegefärbten Blüten bilden sich oben an der Pflanze, in der Nähe ihres Scheitels. Sie haben eine kurze Röhre. An ihrer Außenseite sind sie zierlich beschuppt, dabei mehr oder weniger stark wollig oder haarig, häufig auch borstig.
Die Früchte trocknen dünnhäutig auf, öffnen entweder basal oder zerfallen.
Die Samen weisen ebenfalls starke Unterschiede auf, sie können hell und sehr fein sein, aber auch größer und schwarz. Charakteristisch ist ein Samenanhang (Strophiolus).
Verbreitung
Die Heimat der Gattung Parodia im engeren Sinn sind das Hochland der Anden und die östlich vorgelagerten Gebirgszüge der Sierras Pampeanas in Nord-Argentinien und Bolivien. Sie gedeihen dort in Höhenlagen zwischen 400 und 4000 Metern NN. Die Standorte liegen meist im Halbschatten von Büschen oder Steinen. Einige Arten, wie z.B. P. microsperma, treten auch in lichten Wäldern auf. In der prallen Sonne ihres Verbreitungsgebiets gedeihen nur wenige Parodia-Arten gut.
Kultur
Die meisten Parodia-Arten sind einfach zu pflegen. Sie sollten hell und luftig stehen. Ihre Ansprüche an das Pflanzsubstrat sind gering, handelsübliche Kakteenerde sollte allerdings durch Blähton, Bims oder ähnliches aufgelockert werden. Längere Trockenheit oder Staunässe vertragen Parodien schlecht. Den Winter überstehen sie am besten bei Temperaturen von 5-10 °C, in dieser Zeit sollten sie nur äußerst sparsam gegossen werden.
Die Anzucht aus Samen ist relativ schwierig, da diese teilweise sehr fein sind.
Systematik
Die meisten Arten der Gattung Parodia sind sehr variabel, was die äußeren Merkmale wie Blütenfarbe oder Bedornung angeht. Dies erschwert eine systematische Gliederung erheblich und führt zu stark abweichenden Ergebnissen. Derzeit ist die Neugliederung der Gattung in Arbeit.
Ein Teil der momentan gebräuchlichsten Artennamen wird hier aufgelistet:
Notocactus
Von einigen Autoren wird auch die nahe verwandte Gattung Notocactus zu Parodia gestellt. Vom Bau der Blüte her besteht eine gewisse Ähnlichkeit.
Die Arten der früheren Gattung Notocactus kommt im Gegensatz zu den ?eigentlichen Parodien? in der argentinischen Pampa, Uruguay, Paraguay und Südbrasilien vor. Diese Pflanzenarten vertragen einen höheren Humus-Anteil im Substrat und gleichmäßige Wassergaben. Sie sollten bei 10 bis 12 °C überwintert werden und auch dann noch vorsichtig gegossen werden.
Literatur
* Walter Weskamp: Die Gattung Parodia. Band 1-3, Selbstverlag, Kiel 1987-1997
* Erich Götz, Gerhard Gröner: Kakteen, 7. Aufl., Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-6674-7
* Mathias Eichler (2006): Lust auf Parodien? KuaS 57 (5) 2006, S. 117-121
Weblinks
• Die Gattung bei GRIN nach E.F.Anderson: The cactus family, 2001.
• Artenliste bei ?Au cactus francophone?
• Erhaltungssammlung Notokakteen
• Internoto
• Video: Öffnen der Blüten (Zeitraffer)

