Phoneutria nigriventer
Phoneutria nigriventer (Trivialnamen sind auch Kammspinne, Bananenspinne, Brasilianische Wanderspinne oder Armadeira) gilt zusammen mit Atrax robustus in Australien und Spinnen der Gattung Sicarius in Südafrika als eine der drei giftigsten Spinnenarten der Welt. Die Angehörigen der Gattung Phoneutria gehören zu den aktiven Jägern - sie bauen keine Fangnetze.
Die 5 Arten umfassende Gattung Phoneutria kommt nur in Südamerika oder in Mittelamerika vor - in Brasilien etwa ist sie für eine relativ große Anzahl von Beißunfällen verantwortlich.
Das Gift der Phoneutria wirkt neurotoxisch, ähnlich wie die Gifte der anderen Ctenidae-Arten (etwa Cupiennius). Phoneutria fera z.B. injiziert pro Biss typischerweise 8 mg Gift; die Giftigkeit LD-50 liegt bei 0,09 µg bis 0,34 µg/g Körpergewicht. Selbst bei gesunden Erwachsenen sind daher Probleme zu erwarten; allerdings sind Komplikationen unter Umständen auch mit Wundinfektionen in Verbindung zu bringen, die nach Bissen in den Tropen leicht auftreten.
Mit den anderen Ctenidae- und auch Lycosidae-Arten teilen sie sowohl eine außerordentliche Agilität als auch Nervosität, wie es für eine jagende Spinne typisch ist. Dadurch unterscheiden sich die Tiere deutlich von den Mygalomorphae (?Neuwelt-Tarantel? oder Vogelspinnen), mit denen sie von ungeübten Beobachtern wegen ihrer Größe zuweilen verwechselt werden (das Phoneutria''-Weibchen kann eine Körpergröße von bis zu vier Zentimetern erreichen). Weitere Unterscheidungsmerkmale zu den Vogelspinnen sind die labidognathen Cheliceren, vier Beinsegmente (statt fünf wie bei den Mygalomorphae), die im Verhältnis zum Körper relativ langen Beine und die deutlich weniger stark ausgeprägte Behaarung.
Weblinks
• Informationen zur Gattung (portugiesisch)
• Informationen zum Gift

