Portugiesische Sprache
Die portugiesische Sprache (Portugiesisch: Português) ist eine Sprache aus dem indogermanischen_Sprachfamilie und bildet mit dem Spanischen, Katalanischen und weiteren Sprachen der iberischen_Halbinsel die engere Einheit des Iberoromanischen. Zusammen mit dem Galicischen in Nordwest-Spanien geht es auf eine gemeinsame Ursprungssprache zurück, das Galicisch-Portugiesische, das sich von der ausgehenden Antike bis ins frühe Mittelalter entwickelte. Nach der Herausbildung der Staatlichkeit Portugals entwickelten sich daraus die beiden heutigen Sprachen. Heute gilt Portugiesisch als Weltsprache.
Es wird von über 190 Millionen Muttersprachlern gesprochen; einschließlich der Zweitsprachler beläuft sich die Zahl der Sprecher auf ca. 200 Millionen.
Die portugiesische Sprache verbreitete sich weltweit im 15. und 16. Jahrhundert, als Portugal sein Kolonialreich aufbaute, das zum großen Teil bis ins Jahr 1975 überdauerte und Brasilien, Teile Afrikas und Macau (bis 1999) in China umfasste. Daraus ergab sich, dass Portugiesisch heute die Amtssprache mehrerer unabhängiger Staaten ist und darüber hinaus von vielen als Zweitsprache gelernt und gesprochen wird. Neben dem eigentlichen Portugiesischen gibt es etwa zwanzig Kreolsprachen auf überwiegend portugiesischer Basis. Durch die Auswanderung aus Portugal in den letzten Jahrzehnten ist Portugiesisch in mehreren Staaten Westeuropas und in Nordamerika zu einer wichtigen Minderheitensprache geworden.
Verbreitung
Portugiesisch ist alleinige Kap Verde und in Guinea-Bissau ist es zwar Amtssprache, jedoch nicht die wichtigste Sprache. Eine wichtige Sprache, aber keine Amtssprache, ist Portugiesisch in Andorra, Luxemburg (aufgrund der Zuwanderung von portugiesischen Arbeitskräften von etwa 10 Prozent der Bevölkerung gesprochen), Namibia und Südafrika.Amerika
In Südamerika erfreut sich Portugiesisch wachsender Bedeutung. Wegen des großen Einflusses Brasiliens wird Portugiesisch in einigen der restlichen südamerikanischen Staaten unterrichtet, besonders in Argentinien und den anderen Mercosur (Mercosul)-Mitgliedsstaaten. Neben den etwa 185 Millionen Muttersprachlern in Brasilien gibt es im Grenzgebiet von Argentinien, Bolivien, Paraguay (Brasiguayos) und Uruguay Menschen, für die Portugiesisch die Muttersprache ist (in Paraguay leben 122.520 Portugiesisch-Muttersprachler gemäß der 2002 durchgeführten Volkszählung), teilweise hat sich auch mit Spanisch eine Mischsprache namens Portunhol herausgebildet. Es gibt große portugiesischsprachige Kolonien in Antigua und Barbuda, Bermuda, Kanada, Guyana, Jamaika, den USA sowie Venezuela, wobei sich die Mehrzahl aus Einwanderern bzw. Gastarbeitern aus Brasilien oder Portugal zusammensetzt.
Europa
In Europa wird Portugiesisch vor allem von den 10,6 Millionen Einwohnern Portugals gesprochen. In Mitteleuropa hat sich die Sprache vor allem durch Einwanderung aus Portugal in den letzten Jahrzehnten verbreitet und wird von mehr als 10 % der Bevölkerung Luxemburgs und Andorras gesprochen. Daneben gibt es einen nennenswerten Anteil portugiesischsprachiger Bevölkerung in Belgien, Frankreich, Deutschland, auf Jersey und in der Schweiz. In Spanien wird portugiesisch in Olivença und im Vale do Xalima gesprochen, wo es als A fala bezeichnet wird. Das mit Portugiesisch sehr eng verwandte Galicisch wird im nordwestspanischen Galicien gesprochen.
Galicisch und Portugiesisch haben die gleichen Wurzeln und waren bis zum Mittelalter eine einzige Sprache, die man heute als Galicisch-Portugiesisch bezeichnet. Diese Sprache wurde sogar in Spanien (Kastilien) im poetischen Schaffen verwendet. Auch heute werden von vielen Linguisten Galicisch und Portugiesisch als eine Einheit gesehen. Aus soziolinguistischen Gründen werden die beiden Sprachen jedoch häufig getrennt gesehen und in Galicien haben sich zwei Standards der Schriftsprache gebildet, wobei sich der eine, der von der Galicischen Autonomen Regierung gestützt wird, mehr am Spanischen (Kastilischen) anlehnt, während in gewissen politischen und universitären Kreisen ein Standard etabliert hat, der sehr nah am Portugiesischen liegt. Der einzige galicische Abgeordnete im Europäischen_Parlament, Camilo Nogueira, spricht nach eigenen Angaben Portugiesisch.
Afrika
Portugiesisch ist eine wichtige Sprache im Afrika südlich der Sahara. Angola und Mosambik sind zusammen mit São Tomé und Príncipe, Kap Verde und Guinea-Bissau als PALOP (Paises Africanos de Língua Oficial Portuguesa) bekannt und organisiert; sie vertreten etwa 16 Millionen Sprecher des Portugiesischen (großzügige Schätzungen gehen dabei von 9 Millionen Muttersprachlern aus, der Rest ist zweisprachig). Paradoxerweise ist der Gebrauch der portugiesischen Sprache nach der Unabhängigkeit der früheren Kolonien von Portugal gewachsen. Die Regierungen der jungen Staaten sahen die portugiesische Sprache als Instrument zur Entwicklung des Landes und einer nationalen Einheit.
In Afrika ist Portugiesisch eine wichtige Minderheitensprache in der Demokratische Republik Kongo, Malawi, Namibia (dort machen Flüchtlinge aus Angola etwa 20 % der Bevölkerung aus), Südafrika (mehr als eine Million Sprecher), Sambia and Simbabwe.
In anderen Teilen Afrikas gibt es portugiesische_Kreolsprachen. Im Süden Senegals, in Casamance, gibt es eine Gemeinschaft, die sprachlich und kulturell mit Guinea-Bissau verwandt ist und wo Portugiesisch gelernt wird. Auf der Insel Annobón (Äquatorial-Guinea) gibt es eine weitere Kreolsprache, die mit jener von São Tomé und Príncipe eng verwandt ist.
In Angola wird Portugiesisch schnell zu einer Nationalsprache statt nur einer Verkehrssprache. Gemäß der offiziellen Volkszählung von 1983 war Portugiesisch die Muttersprache von 75 % der Bevölkerung der Hauptstadt Luanda von etwa 2,5 Millionen (mindestens 300.000 davon sprachen es dazu als einzige Sprache), und 99% davon konnten sich auf Portugiesisch verständigen, wenn auch mit unterschiedlicher Sprachkompetenz. Dieses Ergebnis ist kaum erstaunlich, denn bereits für die siebziger Jahre gab eine 1979 in den Slumgebieten Luandas geführte Umfrage an, dass alle afrikanischen Kinder von 6 bis 12 Jahren Portugiesisch sprachen, aber nur 47% eine afrikanische Sprache. Landesweit benutzen etwa 60 % der Bevölkerung von etwa 12,5 Millionen Portugiesisch als Umgangssprache. Viele junge Angolaner beherrschen nur Portugiesisch. Die Fernsehstationen aus Portugal und Brasilien, die man in Angola empfangen kann und die sehr populär sind, tragen dazu ihren Anteil bei. Die Sprachen, die in Angola vor der Kolonisierung gesprochen wurden, gibt es zwar nach wie vor, sie werden von der Bevölkerung aber wie Dialekte und nicht wie eigene Sprachen behandelt. Das angolanische_Portugiesisch beeinflusste auch das heute in Portugal gesprochene Portugiesisch, da die retornados, also portugiesische Rückkehrer, nach der Unabhängigkeit Angolas Wörter mitbrachten, die sich vor allem in der jungen Stadtbevölkerung verbreiteten. Dazu gehören iá (ja), bué (viele) oder bazar (weggehen).
Mosambik gehört zu den Ländern, in denen Portugiesisch Amtssprache ist, es wird aber größtenteils nur als Zweitsprache gesprochen. In den Städten ist es aber die am meisten verbreitete Sprache. Gemäß der Volkszählung von 1997 sprechen etwa 40 % der Gesamtbevölkerung Portugiesisch, jedoch etwa 72 % der Stadtbevölkerung. Andererseits bezeichnen nur 6,5 % (bzw. 17 % in den Städten und 2% in den ländlichen Gebieten) Portugiesisch als ihre Muttersprache. Die mosambikanischen Schriftsteller verwenden alle ein Portugiesisch, das sich an die mosambikanische Kultur angepasst hat.
Auf Kap Verde und in Guinea-Bissau sind die wichtigsten Sprachen portugiesische_Kreolsprachen, die als Crioulos bezeichnet werden, wohingegen der Gebrauch der portugiesischen Sprache als Umgangssprache im Abnehmen begriffen ist. Die meisten Kapverdier können aber auch Standard-Portugiesisch sprechen, das in formellen Situationen verwendet wird. Schulbildung und Fernsehen aus Portugal und Brasilien tragen andererseits zur Entkreolisierung bei. In Guinea-Bissau ist die Lage etwas anders, weil nur etwa 60 % der Bevölkerung Kreolisch sprechen, und gar nur 10,4 % davon beherrschen Standard-Portugiesisch (gemäß der Volkszählung von 1992).
In São Tomé und Príncipe spricht die Bevölkerung eine Art archaisches Portugiesisch, das viele Ähnlichkeiten mit brasilianischem_Portugiesisch aufweist. Die Elite des Landes verwendet jedoch eher die europäische Version, ähnlich wie in den anderen PALOP-Ländern. Neben dem eigentlichen Portugiesisch gibt es noch drei Kreolsprachen. Kinder lernen in der Regel Portugiesisch als Muttersprache und eignen sich das Forro genannte Kreolisch erst später an. Der tägliche Gebrauch der portugiesischen Sprache auch als Umgangssprache ist im Wachsen begriffen und fast die gesamte Bevölkerung beherrscht diese Sprache.
Asien
Portugiesisch wird in Osttimor, in den indischen Staaten Goa und Daman und Diu sowie in Macau (Volksrepublik China) gesprochen. In Goa wird Portugiesisch als Sprache der Großeltern bezeichnet, weil es nicht mehr in der Schule unterrichtet wird, keinen offiziellen Status hat und deshalb von immer weniger Menschen gesprochen wird. In Macau wird Portugiesisch nur von der kleinen portugiesischen Bevölkerung gesprochen, die nach der Übergabe der früheren Kolonie an China dort geblieben ist und es gibt auch nur eine einzige Schule, in der auf Portugiesisch unterrichtet wird. Trotzdem bleibt Portugiesisch vorerst eine offizielle Sprache neben Chinesisch.
Es gibt in Asien mehrere portugiesische_Kreolsprachen. In der malaiischen Stadt Malakka gibt es eine Kreolsprache namens Cristão oder Papiá Kristang, andere aktive Kreolsprachen findet man in Indien und Sri Lanka. In Japan gibt es etwa 250.000 Personen, die als dekasegui bezeichnet werden; das sind Brasilianer japanischer Abstammung, die wieder nach Japan zurückgekehrt sind, deren Muttersprache jedoch Portugiesisch ist.
In Osttimor ist die meistverbreitete Sprache Tetum, eine austronesische Sprache, die jedoch von der portugiesischen Sprache stark beeinflusst wurde. Die Wiedereinführung des Portugiesischen als Nationalsprache stieß bei der jüngeren Bevölkerung, die durch das indonesische Bildungssystem gegangen ist und Portugiesisch nicht beherrscht, auf Missfallen. Überwiegend spricht die ältere Generation Portugiesisch, doch der Anteil steigt, da die Sprache der jüngeren Generation und interessierten Erwachsenen unterrichtet wird. Osttimor hat die anderen CPLP-Staaten um Hilfe bei der Einführung des Portugiesischen als Amtssprache gebeten. Osttimor versucht, mit Hilfe der portugiesischen Sprache Anschluss an die internationale Gemeinschaft zu finden und sich von Indonesien abzugrenzen. Xanana Gusmão, der Präsident von Osttimor, glaubt, dass innerhalb von 10 Jahren Portugiesisch in Osttimor weit verbreitet sein wird. 2004 ergab die Volkszählung, dass 700 Osttimoresen Portugiesisch als Muttersprache haben, 138.000 sprechen Portugiesisch und 135.000 können es nur lesen.
Offizieller Status
Die Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder CPLP ist eine internationale Organisation von acht unabhängigen Staaten, deren Amtssprache Portugiesisch ist. Portugiesisch ist auch offizielle Sprache der Europäischen_Union, des Mercosul, der Afrikanischen_Union und einiger anderer Organisationen.
Portugiesisch ist Amtssprache in:
Es gibt Orte, in denen Spanisch und Portugiesisch nebeneinander gesprochen werden. Muttersprachler des Portugiesischen können in der Regel Spanisch lesen und umgekehrt, auch wenn sie die gesprochene Sprache des jeweils anderen nicht verstehen. Andererseits sollten Besucher in Portugal oder Brasilien nicht unbedingt versuchen, mit den Einheimischen auf Spanisch zu kommunizieren (es sei denn, man ist spanischer Muttersprachler), da dies häufig nicht gern gesehen wird und in den Augen der Einheimischen auf Ignoranz schließen lässt. Beherrscht man Portugiesisch nicht, sollte man zuvor Englisch oder Französisch ausprobieren.
Portugiesisch hat auch offensichtliche Parallelen zu Katalanisch, Italienisch, Französisch und allen anderen romanischen Sprachen, vor allem was die Grammatik und Syntax angeht.
Dialekte
Die Muttersprachler des Portugiesischen bezeichnen ihre Dialekte nicht als Dialekte, sondern als Einschlag (Port. sotaque) oder Mundart (Port. falar), unabhängig davon, ob es sich um den Dialekt eines anderen Landes handelt oder um den Dialekt einer anderen Region innerhalb desselben Landes. Der Terminus Dialekt hat im Portugiesischen eine abwertende Bedeutung und wird deshalb nicht verwendet. Auch für einen etwa französischen Akzent würde man das Wort sotaque verwenden, und nicht etwa acento (im Portugiesischen nur der die Betonung anzeigende Akzent).
Das Standardportugiesisch, auch Estremenho bezeichnet, hat sich in der Geschichte häufiger geändert als andere Variationen. Alle Formen der portugiesischen Sprache Portugals können nach wie vor im brasilianischen_Portugiesisch gefunden werden. Afrikanisches Portugiesisch, besonders die Aussprache von São Tomé und Príncipe (auch Santomense genannt) hat mit brasilianischem Portugiesisch viele Gemeinsamkeiten. Die Akzente Südportugals haben ebenfalls ihre Eigenheiten bewahrt, wozu die besonders häufige Benutzung des Gerundiums zählt. Dagegen sind Alto-Minhoto und Transmontano in Nordportugal der Galicischen_Sprache sehr ähnlich.
Das Standard-Portugiesisch aus Portugal ist in den früheren afrikanischen Kolonien die bevorzugte Aussprache. Deshalb kann man zwei Formen unterscheiden, nämlich die europäische und die brasilianische; wobei man gemeinhin vier große Standard-Aussprachen unterscheidet, nämlich jene von Coimbra, Lissabon, Rio de Janeiro und São Paulo, dies sind auch die einflussreichsten Ausspracheformen.
Die wichtigsten Ausspracheformen des Portugiesischen sind, jeweils mit Hörbeispiel als externem Link, die folgenden:
Daneben gibt es einige Unterschiede in der Akzentuierung, die folgende Gründe haben:
# Unterschiedliche Aussprache: In Brasilien wird das o in Antônio, anônimo 'anônimo' oder Amazônia geschlossen ausgesprochen, wohingegen es in Portugal und Afrika offen gesprochen wird. Deshalb schreibt man in Portugal und Afrika António, anónimo bzw. Amazónia.
# Vereinfachung des Lesens: Die Kombination qu kann in zwei verschiedenen Arten gelesen werden: ku oder k. Um das Lesen einfacher zu machen, schreibt man in Brasilien das u mit einem Trema, wenn die Aussprache ku ist, also cinqüenta statt cinquenta 'fünfzig'.
An einer Rechtschreibreform (Port. Reforma Ortográfica) wird seit den achtziger Jahren gearbeitet, um einen internationalen Standard zu erreichen. Im Rahmen dieser Reform sollen die oben genannten c in cc, cç oder ct und p in pc, pç oder pt auch in Brasilien, Kap Verde und Portugal unterzeichnet, sie tritt allerdings erst in Kraft, wenn alle Mitglieder der CPLP unterschrieben haben, was nicht für die nächsten Jahre zu erwarten ist.
Vom Portugiesischen abgeleitete Sprachen
Als im Mittelalter Portugal sein Kolonialreich aufzubauen begann, kam die portugiesische Sprache in Kontakt mit den lokalen Sprachen der eroberten Gebiete und es entstanden Mischsprachen (Pidgins), die bis zum 18. Jahrhundert in Asien und Afrika als lingua franca verwendet wurden. Diese Pidgin-Sprachen erweiterten ihre Grammatik und Lexik im Laufe der Zeit und wurden zu Umgangssprachen von ethnisch gemischten Bevölkerungen. Sie existieren unter folgenden Namen in den folgenden Gebieten:
Kap Verde:
Crioulo Barlavento (Criol)
Crioulo Sotavento (Kriolu)
Äquatorial-Guinea:
Fá d'Ambô
Guinea-Bissau und Senegal:
kriol
Indien:
* Kreolsprache von Diu
* Kreolsprache von Vaipim
Kristi
Língua da Casa
Macau:
Macaista
Malaysia, Singapur:
Cristão/Papiá Kristang
Niederländische Antillen und Aruba:
Papiamentu
São Tomé und Príncipe:
Angolar
Forro
Lunguyê
Sri Lanka:
Burgher
Suriname:
Saramaccaans
Einige Hybriddialekte existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinander treffen:
A Fala in Spanien
Barranquenho in Portugal
Portuñol in Uruguay
Aussprache
Die portugiesische Sprache hat eine sehr komplexe phonetische Struktur, was sie für Sprachwissenschaftler besonders interessant macht. Die Sprache verfügt über 9 Vokale, 5 nasale Vokale und 25 Konsonanten.
Die folgenden Aussprachehinweise gelten für sowohl europäisches als auch brasilianisches Portugiesisch; wenn es Unterschiede gibt, sind sie beim jeweiligen Laut angegeben.
Betonung
Im Portugiesischen erfolgt die Betonung von Wörtern, die (orthografisch) auf die Vokale a, e und o sowie s oder m enden, gewöhnlich auf dem vorletzten Vokal, die Betonung von Wörtern, die (orthografisch) auf i und u und auf Konsonanten (dies sind meist l, r, z) enden, hingegen auf der letzten Silbe. Eine von dieser Regel abweichende Betonung wird durch einen Akzent (Akut oder Zirkumflex) angezeigt. Durch Tilde gekennzeichnete Silben sind immer betont, es sei denn, eine andere Silbe trägt einen Akut oder einen Zirkumflex.
;Beispiele:
:beleza 'Schönheit' ? Betonung auf dem zweiten e
:fonte 'Quelle' - Betonung auf dem o
:obrigado 'Danke' - Betonung auf dem a
:Pedi 'Ich bat' - Betonung auf dem i
:Tatu 'Gürteltier' - Betonung auf dem u
:Brasil 'Brasilien' ? Betonung auf dem i
:cantar 'singen' ? Betonung auf dem zweiten a
:Sábado 'Samstag' ? Betonung auf dem ersten a
:combinação 'Kombination' ? Betonung auf dem ã
:Cristóvão 'Christoph' ? Betonung auf dem ersten o
Beispiele: Der kleine Prinz auf Portugiesisch
Portugal
• (Lissabon, Portugal)
• (Gaia, Portugal)
Brasilien
• (Rio de Janeiro, Brasilien)
• (São Paulo, Brasilien)
Das Portugiesische ist, anders als das Französische, Spanische und Italienische, eher eine akzentzählende Sprache.
Vokale
¹você steht im Brasilianischen oft auch für Dunasale Vokale
Die portugiesischen ): Maskulinum und Femininum; Adjektive und Zahlwörter müssen in Genus und Numerus mit dem Substantiv übereinstimmen (Kongruenz).
² In Belém (Brasilien) ist die Du-Form (tu) häufig benutzt.
Wortschatz
Da Portugiesisch eine romanische_Sprache ist, entstammen die meisten portugiesischen Wörter der lateinischen_Sprache. Man kann jedoch auch Spuren aus anderen Sprachen, mit denen das Portugiesische Kontakt hatte, beobachten:
Wörter aus der vorrömischen Zeit
Es gibt wenige Wörter aus der Zeit vor der römischen Herrschaft der iberischen Halbinsel, die sich aus der Sprache der Urbevölkerung des heutigen Portugals (Lusitaner, Konii, Iberer) oder aus der Sprache von Siedlern (Phönizier, Karthager oder Kelten bzw. Keltiberer) bis in das moderne Portugiesische erhalten haben. Bei vielen dieser Wörter fehlt jedoch der genaue wissenschaftliche Nachweis ihrer Herkunft (Etymologie). Gerade bei den keltischen Wörtern könnte es sich um Wörter handeln, die auf dem Umweg über das Lateinische ins Portugiesische gelangt sind.
Aus der Sprache der Ur-Iberer:
*abóbora 'Kürbis'
*bezerro 'einjähriges Kalb'
*manteiga 'Butter'
*sapo 'Kröte'
Aus keltischen_Sprachen:
*cabana 'Hütte'
*cama 'Bett'
*camisa 'Hemd'
*carvalho 'Eiche'
*cerveja 'Bier'
*javali 'Wildschwein'
*touca 'Perücke'
Da praktisch alle dieser Wörter keltischen Ursprungs auch in anderen romanischen Sprachen belegt sind, liegt es nahe, dass sie schon von den Römern aus dem Keltischen entlehnt worden sind und dann als lateinische Wörter ins Portugiesische gelangt sind.
aus der phönizischen_Sprache:
*malha 'Masche, Netz'
*mapa 'Karte'
*saco 'Tasche'
Diese Wörter sind auch in anderen romanischen Sprachen belegt. Es liegt daher nahe, dass sie schon von den Römern aus dem Phönizischen (oder einer anderen Sprache) entlehnt worden sind und dann als lateinische Wörter ins Portugiesische gelangt sind.
Wörter lateinischer Abstammung
Portugiesisch ist ein Abkomme des Vulgärlatein, welches mit dem klassischen_Latein zwar verwandt, jedoch nicht identisch ist. Die Transformation von lateinischen zu den heutigen portugiesischen Wörtern begann teils schon während des Römischen_Reiches, bei anderen Wörtern begann dieser Prozess erst später. Die portugiesische Sprache wurde durch die lateinische immer wieder beeinflusst; so gelangten später auch Wörter aus der lateinischen Schriftsprache des Mittelalters und der frühen_Neuzeit ins Portugiesische. Diese so genannten Buchwörter haben sich gegenüber der lateinischen Form wenig verändert, während die Wörter, die aus dem gesprochenen Latein entstanden sind (Erbwörter), stark verändert wurden.
Die Prozesse, durch welche aus lateinischen Erbwörtern portugiesische Wörter wurden, sind im Einzelnen:
*Nasalierung: Ein Vokal vor [m] und [n] wird leicht zu einem nasalen Vokal, dies ist ein Phänomen, welches in vielen Sprachen existiert. Im Portugiesischen passierte das zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert, im Unterschied zum Spanischen, wo dies nie passiert ist.
** Mond im Vulgärlatein heißt LUNA und wird zu [l?:a] (geschrieben: Lua, 'Mond').
* Palatalisierung: eine Anpassung vor den Vokalen [i] und [e], oder in der Nähe der Halbvokale oder des palatalen [j]:
** CENTUM > [tj]ento > [ts]ento > cento 'Hundert'
** FACERE > fa[tj]ere > fa[ts]er > fa[dz]er > fazer 'machen'
** eine ältere Evolution hatte: FORTIA -> for[ts]a > força 'Stärke, Kraft'
*Elision (Auslassung) von Konsonanten zwischen zwei ähnlich klingenden Vokalen:
** DOLERE/DOLOR > door > dor 'Schmerz'
** BONUS > bõo > bom, 'gut'
** ANELLUM > ãelo > elo 'Ring' (bras. anel)
* Sonorisation (Änderung der Stimmhaftigkeit): einige Konsonanten wurden zu stimmhaften Konsonanten:
** MUTUS > mudo 'taub'
** LACUS > lago 'See'
** FABA > fava 'dicke Bohne'
* Degemination (Vereinfachung von doppelten Konsonanten):
** GUTTA > gota 'Tropfen'
** PECCARE > pecar 'sündigen'
* Dissimilierung ? Änderung eines Lautes durch Einfluss eines anderen ähnlichen Lautes:
** Dissimilierung zwischen Vokalen:
*** LOCUSTA > lagosta 'Hummer'
*** CAMPANA > campãa > campa 'Grab'
** Dissimilierung zwischen Konsonanten:
*** MEMORARE > nembrar > lembrar 'erinnern'
*** ANIMA > alma 'Seele'
*** LOCALE > logar > lugar 'Platz'
Wörter germanischen Ursprunges
*ganhar 'gewinnen' aus dem germanischen waidanjan
*guerra 'Krieg' aus dem gotischen *wirro
*roubar 'rauben' aus dem germanischen raubon
*saga 'Sage, Märchen' aus dem gotischen saega
Wörter arabischen Ursprunges
Arabische Lehnwörter stellen etwa 10 % der portugiesischen Lexik, zum Beispiel:
*alface 'Blattsalat' von alkhass
*almofada 'Kissen' von almukhadda
*armazém 'Lager' von almahazan
*azeite '(Oliven-) Öl' von azzait
*garrafa 'Flasche' von garrafâ
Wörter afrikanischen, asiatischen und indianischen Ursprunges
Durch die Entdeckungen kam das Portugiesische in Kontakt mit lokalen afrikanischen, asiatischen und indianischen Sprachen, von denen die portugiesische Sprache viele Elemente aufgenommen und an andere europäische Sprachen weitergegeben hat. Besonders geografische Bezeichnungen in Afrika und Brasilien gehen auf die Sprachen der Einwohner dieser Regionen zurück.
Asiatische Sprachen:
*chá 'Tee', aus dem chinesischen cha
*jangada 'Floß', aus dem Malaiischen
*manga 'Mango', aus dem malaiischen mangga
Indianische_Wörter:
*abacaxi 'Ananas' aus dem Tupi ibá und cati
*caju 'Cashew-Nuss'
*jaguar 'Jaguar' aus dem Tupi-Guaraní jaguara
*mandioca 'Maniok'
*pipoca 'Popcorn'
*tatu 'Gürteltier' aus dem Guaraní tatu
*tucano 'Tukan' aus dem Guarani tucan
Schwarzafrika:
*banana 'Banane' aus dem Wolof
*farra 'Wilde Feier' aus dem Bantu
*chimpanzé 'Schimpanse' aus dem Bantu
Portugiesische Literatur
Hauptartikel: Portugiesische Literatur
In der frühen portugiesischen Literatur hatte die Poesie die höchste Bedeutung. Einer der berühmtesten Literaten Portugals ist Luís de Camões (1524; ? 1580), der mit dem Epos Die Lusiaden eines der wichtigsten Werke geschaffen hat. Seine Bedeutung wird nicht zuletzt dadurch illustriert, dass die portugiesische Entsprechung zum deutschen Goethe-Institut Instituto Camões heißt und Portugals Nationalfeiertag ("Dia de Portugal" - Tag von Portugal) auf den 10. Juni, dem Todestag des Nationaldichters gelegt wurde.
Andere wichtige Autoren sind der Romancier Eça_de_Queirós (1845?1900), der Dichter Fernando Pessoa (1888?1935), der brasilianische Dichter und Romancier Machado de Assis (1839-1908), der brasilianische Romancier Jorge Amado (1912?2001), und der Literaturnobelpreisträger José Saramago (1922).
Sprachregulierung
Die Portugiesische Sprache wird reguliert durch
* das Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP)
Literatur
* Emma Eberlein O.F. Lima, Lutz Rohrmann, Tokiko Ishihara: Avenida Brasil. EPU, São Paulo 1992. ISBN 8512547006 (Gute Einführung in das brasilianische Portugiesisch)
*Emma Eberlein O.F. Lima, Samira A. Iunes, Marina R. Leite: Diálogo Brasil. EPU, São Paulo 2002. ISBN 8512542209 (Intensivkurs)
*Helmut Rostock: Lehrbuch der portugiesischen Sprache. VEB Enzyklopädie, Leipzig 1989, Langenscheidt 1998. ISBN 3-324-00352-0 (das Buch ist in DDR-Manier strukturiert, der Inhalt der Übungstexte ist teilweise etwas angestaubt, dafür kann man mit etwas Durchhaltevermögen besonders die portugiesische Grammatik sehr gut lernen, vor allem dank großen Übungsteilen in allen Lektionen. Der Fokus liegt auf dem europäischen Portugiesisch; es empfliehlt sich jedoch, weitere Übungstexte hinzuzuziehen, da das Lernen sonst einseitig auf die Grammatik zielt)
* Erhard Engler: Lehrbuch des brasilianischen Portugiesisch. VEB Enzyklopädie, Leipzig 1989, Langenscheidt 1998, 2002. ISBN 3-324-00516-7
*Maria Teresa Hundertmark-Santos Martins: Portugiesische Grammatik. Niemeyer, Tübingen 1998. ISBN 3484501839 (Systematische Gesamtdarstellung der grammatischen Phänomene der portugiesischen Sprache, allerdings weitgehend ohne Berücksichtigung des brasilianischen Portugiesisch)
* Novo Dicionário Aurélio da Língua Portuguesa. Editora Nova Fronteira, Rio de Janeiro 1999, Positivo, Curitiba 2004. ISBN 85-7472-414-9
* Vera Cristina Rodrigues: Dicionário Houaiss da Língua Portuguesa. Objetiva, Rio de Janeiro 2003. ISBN 85-7302-488-7 (Das größte Wörterbuch, einsprachig, mit portugiesischer und brasilianischer Rechtschreibungen)
*António Houaiss: Dicionário Houaiss da Língua Portuguesa.'' Temas & Debates, Lissabon 2003 (portugies. Ausgabe). ISBN 972-759664-9
Weblinks
• Comunidade dos Países de Lingua Portuguesa
• Deutsche Lusitanistik-Webseite
• Brasilianisches Portugiesisch
• Interaktiver Portugiesischkurs für Anfänger
• Portugiesisches Vokabeltraining
• Portugiesisch zu Englisch übersetzen
bat-smg:Partugal? ruoda
hy:?????????????
ln:Liputrug??shi
qu:Purtuyis simi
rm:Lingua portugaisa
sw:Kireno
tet:Lia-portugésug:???????? ????
zu:IsiPutukezi

