Braniewo
] (dt.: Braunsberg) ist eine Stadt im früheren Ostpreußen und liegt heute in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geografische Lage
Etwa sieben Kilometer vor der Mündung des Flusses Passarge (Pas??ka) in das Frische_Haff liegt Braniewo im Nordwesten der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Die polnisch-russische Grenze verläuft sechs Kilometer nördlich, und das 60 Kilometer nordöstlich gelegene Kaliningrad (Königsberg) ist über die Fernstraße 54 oder mit der Eisenbahn zu erreichen. 51 Kilometer südwestlich.
liegt Elbl?g (Elbing).
Geschichte
Braniewo entstand um eine Burg des ermländischen Domkapitels und später des Bischofs von Ermland am Ufer des Flusses Passarge (polnisch Pas??ka), gegründet von Johannes Fleming, dem Sohn eines Lübecker Ratsherrn. Bischof Anselm gab der Stadt Braunsberg (früher Brusberg, auch Brunsberg) 1254 Stadtrechte nach Lübischem_Recht. 1250 richtete Bischof Anselm aus Meißen dort das ermländische Domkapitel ein. Jedoch zerstörten die einheimischen Prußen die Stadt während des großen Aufstandes in den 1270er-Jahren. Bischof Heinrich I. (1278?1300) musste das Kapitel nach Frauenburg (Ermland) verlegen, wo es bis zum 20. Jahrhundert blieb. Als wichtigste ermländische Handels- und Hafenstadt wurde Braunsberg Mitglied der Hanse.
Während das umliegende Herzogtum Preußen 1525 protestantisch wurde, konnte der ermländische Bischof Stanislaus Hosius nach 1551 die Stadt zum katholischen Glauben zurückführen in dem er das Lyceum Hosianum, gründete. 1552 wurde Regina Protmann in Braunsberg geboren. 1578 wurde sogar ein katholisches Seminar für die Missionierung der nordischen Länder gegründet. Während des Ersten_Nordischen_Krieges war die Stadt für mehrere Jahre von Schweden besetzt.
Bis 1945 gehörte die Stadt zum Deutschen Reich und war Sitz des Landkreises_Braunsberg. 1853 wurde die Eisenbahn nach Königsberg eröffnet (siehe Preußische Ostbahn). Durch die Verkehrslage begünstigt, blieb Braunsberg eine der größeren und wirtschaftlich bedeutendsten Städte im südlichen Ostpreußen und war nach Allenstein die zweitgrößte Stadt des Ermlands.
Im Zweiten_Weltkrieg war die Stadt wochenlang schwer umkämpft. Dabei wurde sie zu 80 Prozent zerstört. Die bis dahin gut erhaltene historische Altstadt mit dem altstädtischen Rathaus, den so genannten Hanse-Speichern und den Laubenhäusern am Markt ging in Flammen auf. Der Turm der Katharinenkirche wurde als wichtige Landmarke von deutschen Pionieren gesprengt. Nur die evangelische Kirche aus der Schule Schinkels blieb erhalten. Am 20. März 1945 wurde die Stadt von der sowjetischen_Armee erobert und später an Polen übergeben. Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Bedingt durch die Randlage an der neuen Grenze zum Gebiet Königsberg (Oblast Kaliningrad) hat die Stadt sich bis heute nicht erholen können. Eine deutliche wirtschaftliche Belebung erfolgte erst dank der Öffnung der Grenze am Ende des 20. Jahrhunderts. Der erst in den 1980er-Jahren erfolgte Wiederaufbau der Katharinenkirche mit ihrem gewaltigen Turm ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel polnischer Restaurationskunst.
Bauwerke
* Katharinenkirche, gotisch, mit einem für das Ermland typischen, massigen Turm, eine der größten Kirchen des Ermlands, 1945 stark zerstört, vollständig wiederhergestellt.
* Dreifaltigkeitskirche, spätgotisch, heute orthodox.
* Evangelische Kirche aus der Schule von Karl Friedrich Schinkel, heute katholisch.
* Fachwerkspeicher am Ufer der Passarge, einzelne blieben nach 1945 erhalten
* Sog. Steinhaus, Teil des früheren Priesterseminars, galt seinerzeit als bedeutendstes Bürgerhaus in ganz Ostpreußen
* Burgtor, einziger Überrest der Bischofsburg
* Mittelalterliche Stadtmauer und Türme
thumb|200px|right|Katharinenkirche,_gotisch,_mit_einem_für_das_Ermland_typischen,_massigen_Turm,_eine_der_größten_Kirchen_des_Ermlands
Einwohnerentwicklung
*1875: 10.796
*1880: 11.542
*1900: 12.497
*1910: 13.601
*1925: 13.893
*1933: 15.325
*1939: 21.142
*2001: 18.800
Bedeutende Persönlichkeiten
Josef Annegarn Theologe, Pädagoge und Professor am Lyceum Hosium für Kirchengeschichte und Kirchenrecht, * 13. Oktober 1794 in Ostbevern; ? 7. Juli 1843 in Braunsberg
Hartmut Bagger, * 17. Juli 1938 in Braunsberg, ehemaliger deutscher General und Generalinspekteur der Bundeswehr
Rainer Barzel, * 20. Juni 1924 in Braunsberg; ? 26. August 2006 in München, deutscher Politiker (CDU)
Stanislaus Hosius, 1504?1579, Fürstbischof von Ermland, gründete das noch heute existierende Lyceum Hosianum in Braunsberg
Regina Protmann, * 1552 in Braunsberg; ? 1613 ebenda, Gründerin der Katharinerinnen
Karl Weierstraß, 1815?1897, deutscher Mathematiker, war in Braunsberg als Lehrer tätig
Hermann Hefele, 1885-1936, Professor für Geschichte an der Staatlichen Akademie in Braunsberg
Literatur
* Franz Buchholz: Braunsberg im Wandel der Jahrhunderte, 1934
Weblinks
• Offizielle Website der Stadt (pl.)
* http://www.braunsberg-ostpreussen.de
• Informationsseite der Stadtverwaltung (pl.)
• Geschichte der Stadt (pl.)
Siehe auch
Liste der Städte in Ostpreußen

