Wunibald Maria Brachthäuser
Wunibald Maria Brachthäuser (Ordensname; eigentlich Josef Aloys) (16. März 1910 in Küntrop / Sauerland); ? 16. Februar 1999 in Köln) war Sohn eines Lehrers, katholischer Geistlicher und wurde als Provinzial des Dominikanerordens (Provinz Teutonia), als Domprediger in Köln sowie als langjähriger Beichtvater von Joseph_Kardinal_Höffner bekannt.Biographie
Mit 13 Jahren wird Wunibald Brachthäuser im Jahr 1923 in das Dominikanerkolleg in Vechta aufgenommen, wo er 1929 das Abitur absolviert. Im selben Jahr folgt in Venlo / Niederlande der Eintritt in den Orden der Dominikaner der Provinz Teutonia, an den sich das Studium der Philosophie und Theologie in Walberberg und Düsseldorf anschließt. 1935 wird Brachthäuser im Hohen Dom zu Köln von Karl Joseph Kardinal Schulte zum Priester_ geweiht, während sich bereits einige Ordensbrüder, darunter der Provinzial, Pater Laurentius Siemer, sowie Pater Titus Maria Horten und der ehemalige Provinzial, Pater Thomas Stuhlweissenburg, in Gestapohaft befinden. Von 1937 bis 1939 absolviert er ein Ergänzungsstudium an der Universität Fribourg / Schweiz, das er mit der Promotion zum Dr. theol. abschließt. 1941 wird er als Sanitätssoldat einberufen und bleibt bis zum Kriegsende im Dienst. Ein Gesuch des Erzbischofs von Köln, Joseph_Kardinal_Frings, um Freistellung von der Wehrmacht, da Brachthäuser als Domprediger am Hohen Dom zu Köln vorgesehen sei, wurde vom Chef des OKW, Wilhelm Keitel, persönlich abgelehnt. Dennoch erfolgt 1942 ? wiewohl er bereits als Sanitätssoldat seinen Dienst an der Ostfront tat ? seine Ernennung zum Domprediger ebendort. 1948 erwirbt er sich bei der 700-Jahrfeier des Kölner Doms als Domprediger internationales Ansehen. Die Jahre 1950 bis 1958 sehen ihn in zwei Wahlperioden als Provinzial der Dominikanerprovinz Teutonia, und während dieser Zeit ehrt ihn im Jahr 1956 der Souveräne Malteserritterordens mit dem Titel eines Ehrenkonventualkaplans. Seit 1958 ist er Generalprediger des Dominikanerordens (?Praedicator Generalis?). Von 1961 bis 1969 fungiert Brachthäuser als Prior des Dominikanerklosters St._Andreas_in_Köln, 1967 und 1968 ist er Mitglied einer Internationalen Kommission des Dominikanerordens in Rom. Von 1983 bis zu seinem Tod war er Vizepostulator im Seligsprechungsprozeß für Pater Titus Horten.
Schriften (in Auswahl)
* Gemeingut- und Gesetzesgerechtigkeit. Eine geschichtlich-systematische Untersuchung zur Gerechtigkeitslehre des hl. Thomas von Aquin, Köln: Albertus-Magnus-Verlag, 1941
* zusammen mit: Rochus Spiecker, Marcell Birner (Hg.): Register zu den Konzilsdokumenten. Luzern ? München: Rex-Verlag, 1966
Literatur
* Der Feuerreiter, September 1948
* Rainer Maria Groothuis: Im Dienste einer überstaatlichen Macht. Die deutschen Dominikaner unter der NS-Diktatur. Münster 2002
* Handbuch des Erzbistums Köln, Bd. 2, Köln 1966 (26. Ausgabe)
* Ein wortgewaltiger Prediger lebt nicht mehr. Zum Tode von Pater Dr. Wunibald M. Brachthäuser OP, in: An Bigge, Lenne und Fretter. Zeitschrift des Arbeitskreises für Geschichte und Heimatpflege in der Gemeinde Finnentrop e.V., Nr. 9, Juni 1999, S. 70.

