Vera Brühne
Vera Brühne, eigentlich Vera-Maria Adam und geborene Kohlen, (6. Februar 1910 in Essen; ? 17. April 2001 in München) erlangte deutschlandweite Bekanntheit, als sie gemeinsam mit ihrem Bekannten Johann Ferbach (* 9. August 1913, ? 21. Juni 1970) 1962 angeklagt wurde, den Münchner Arzt Dr. Otto Praun und dessen Geliebte und Haushälterin Elfriede Kloo am 14. April 1960 (Gründonnerstag) in Pöcking am Starnberger See ermordet zu haben.Brühne war in gutbürgerlichen Verhältnissen in Essen-Kray aufgewachsen: Ihr Vater, Ludwig Kohlen (1870 - 1951), war bei ihrer Geburt Bürgermeister der bis 1929 selbstständigen Bürgermeisterei Kray-Leithe.
Dr. Otto Praun und die Haushälterin Elfriede Kloo waren am Dienstag nach Ostern (19. April 1960) in Prauns Villa in der kleinen Gemeinde Pöcking, bei Starnberg in Bayern, ermordet aufgefunden worden. Zunächst war von einem erweiterten_Suizid Prauns ausgegangen worden. Erst nachdem Vera Brühne als eine der Erben von Prauns Finca in Spanien feststand, wurden auf Betreiben des Sohnes von Praun die Leichen exhumiert, obduziert und 1961 wurde Mordanklage gegen Brühne und Ferbach erhoben.
Über das Gerichtsverfahren wurde in der Boulevardpresse wochenlang berichtet, die attraktive Brühne als ?geldgieriges Luder? dargestellt, über ? zur damaligen Zeit ? skandalöse erotische Ausschweifungen spekuliert. Brühne wurde schließlich, da sie sich massiv in Widersprüche verwickelt und auch versucht hatte, Zeugen zu bestechen, trotz einer schwachen Indizienlage am 4. Juni 1962 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Der Revisionsantrag wurde am 4. Dezember 1962 vom Bundesgerichtshof abgelehnt, das Urteil damit rechtskräftig. Nach achtzehnjähriger Haft wurde sie im Dezember 1979 vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß begnadigt und aus dem Frauengefängnis Aichach entlassen.
Brühne stritt die ihr zur Last gelegte Tat zeitlebens ab. Über das Urteil schrieb die Wochenzeitung Die Zeit [http://zeus.zeit.de/text/archiv/2001/22/200122_57-vera_bruehne.xml Wahrhaftige Lügnerin] ? Artikel in Die Zeit: ?...jenem Schluss, der heute juristischer Konsens ist: Vera Brühne - ob Mörderin oder nicht - hätte auf der Basis solch einseitiger und unsauberer Ermittlungen niemals verurteilt werden dürfen.? Um so frappierender wurde es von vielen empfunden, dass kein Wiederaufnahmeverfahren zugelassen wurde. Das ?Anwaltsmagazin? schrieb in seiner Nr. 17/2000: ?(...) steht nach den neuesten Erkenntnissen der Gerichtsmedizin fest, dass der Tod der Opfer nicht zu dem Zeitpunkt eingetreten sein konnte, den das Gericht unterstellt hat.? Dieser Tatzeitpunkt war ein wichtiger Bestandteil der Urteilsbegründung.
Nach Recherchen des WDR bestehen aus heutiger Sicht weitere Ungereimtheiten in der Urteilsfindung und der entstandenen Verschwörungstheorien, denen zufolge der Bundesnachrichtendienst mit Wissen des damaligen Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß den Doppelmord in Auftrag gegeben habe.
Die Geschichte der Vera Brühne, die 2001 in einem Altenheim in München starb, wurde kurz vor ihrem Tod mit Corinna Harfouch in der Rolle Brühnes und Uwe Ochsenknecht in der Rolle des Johann Ferbach verfilmt, wobei die Schuldfrage offengelassen wurde. Siehe auch Artikel: Vera Brühne (Film).
Zeitweilig war Brühne mit dem Schauspieler Hans Cossy verheiratet. Vera Brühne wurde auf dem Waldfriedhof Solln im Grab Nr. 13-1-102 beigesetzt.
Weblinks
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* ? 1910
/'>GEBURTSORT=2001
|STERBEORT=München
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