Bröltalbahn
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1963?1983: Übernahme durch die RSVG
Als es nun keine Bahnanschlüsse zu den Basaltsteinbrüchen gab und die RSE zu einem reinen Omnibusbetrieb wurde, verlor der Hauptaktionär, die Bundespost der einzige Linienbusbetreiber im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Seit dem 29. September 1974 waren die RSE und die RSVG in einer Verkehrsgemeinschaft mit gemeinsamem Fahrplan und Tarif, am 1. Januar 1977 wurde der Betrieb der RSE ganz von der RSVG übernommen und am 30. September 1983 wurde die RSE schließlich aus dem Handelsregister gelöscht und war somit nicht mehr existent.
Heutiger Zustand
In dem 1981 errichteten RSVG-Betriebshof in Hennef erinnert eine Dampflokomotive an die Zeit der Eisenbahn.
An manchen Orten entlang der Trassen finden sich noch heute Bauwerke des Bahnbetriebs, die zum Teil neu genutzt werden oder verfallen. Das sehenswerte Empfangsgebäude in Beuel dient heute als Gaststätte Bahnhöfchen.
In Asbach gibt es ein Museum der Brölthaler Eisenbahn (Rhein-Sieg Eisenbahn AG, RSE), das unter vielen anderen Zeugnissen auch eine restaurierte Lokomotive ausstellt (Lok 53).
Außerdem gibt es ein Denkmal in Form einer alten Diesellokomotive der Bröltalbahn in Hangelar.
Bild:SSB9375 SiegburgBahnhof.jpg/'>Heutiger Bahnhof Siegburg. Von der ehemaligen RSE ist nichts mehr zu sehen.
Bild:Bröhltalbahn Lokomotive Denkmal Hangelar.jpg|BTB-Denkmal in Hangelar
Fahrweg
Die Spurweite der Bröltalbahn bzw. der Rhein-Sieg-Eisenbahn war im gesamten Schienennetz bis auf die Lichtraumprofil dagegen betrug 3.500 mm in der Höhe sowie 2.700 mm in der Breite. Der Oberbau war meistens frei, nur die gesamte Stammstrecke der Bröltalbahn von Hennef nach Waldbröl lag in der Straße.
Besonders zu erwähnen ist die Siegbrücke zwischen Siegburg und Mülldorf. Sie war primär eine Straßenbrücke der Provinzialverwaltung, durfte aber von der Bahn mitbenutzt werden. Allerdings war sie zu schmal, um Schienenfahrzeuge und Straßenfahrzeuge gleichzeitig aufzunehmen. Deshalb wurde sie mit Schranken und einem Wärter ausgerüstet, der den Verkehr regelte. Zusätzlich wurde 1911 die neue elektrische Normalspurbahn von Bonn nach Siegburg ebenfalls über diese Brücke verlegt. Deswegen erhielt sie noch ein Signalsystem. Dieser Zustand blieb bis zur Einstellung der RSE an dieser Stelle 1955 erhalten.
Streckennetz
Die gesamte Streckenlänge betrug bei der größten Ausdehnung von 1902 bis 1951 87,3 km, die zwischen 1862 und 1902 aufgebaut wurde. In dieser Zeit existierte auch eine 2,4 km lange Stichstrecke ins Saurenbachtal nach Schönenberg. Sie wurde 1862 eröffnet, aber bereits 1877 wieder abgebaut. Von den 87,3 km Strecke befanden sich 54,49 km auf eigenem Bahnkörper und 32,81 km auf der Straße. Außerdem besaß die Bröltalbahn bzw. Rhein-Sieg-Eisenbahn eine 1,28 km lange Drahtseilbahn zwischen dem Bahnhof Bennauberg und dem Steinbruch Plagerkopf. In Hennef und Siegburg wurden normalspurige Güterwagen auf Rollböcke der Schmalspurbahn verladen. Im Beueler Hafen wurden die Güter auf Schiffe verladen.
Fahrzeuge
Dampflokomotiven
Weil der Betrieb mit Dampfloks viel günstiger war, als der mit Pferden, beschaffte die BTB 1863 die erste und 1865 die zweite Dampflok, die fortan als Nummer 1 und 2 gekennzeichnet waren. Es waren dreiachsige Tendermaschinen mit 280 mm Zylinderdurchmesser, 340 mm Kolbenhub und einem Gewicht von 12,6 t. Sie hatten eine Leistung von 120 PS. Erbaut wurden sie von der Maschinenfabrik Karlsruhe. Zehn Jahre später wurde dann die dritte, zweiachsige Lok gekauft. Ihr Gewicht betrug allerdings nur 9.500 kg und sie hatte nur einen Kolbenhub von 330 mm. Später wurden die vorhandenen Loks aber zu schwach für den immer mehr werdenden Güterverkehr bergauf, sodass 1878 eine stärkere Maschine beschafft wurde, die jedoch unruhig lief. Die frei werdenden Loks 1 und 2 wurden damit vorwiegend für den Personenverkehr eingesetzt. 1884 folgte die 5. Lok, die laut Ausschreibung einen 150 t Zug mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h bei Krümmungen von 60 m und einer Steigung von 1:80 ziehen sollte. Diese von der Maschinenfabrik Karlsruhe gebaute Lok bewährte sich sehr, sodass 12 der 14 zwischen 1891 und 1902 aufgrund des rasanten Ausbaus des Streckennetzes beschafften Loks in gleicher Bauweise gebaut wurden. Sie wurden allerdings nicht mehr von der Maschinenfabrik Karlsruhe, sondern teils von der Firma Orenstein & Koppel (5 Stück) und teils von der Arnold Jung Lokomotivfabrik aus Kirchen (Sieg) (9 Stück) geliefert. Die Loks 18 und 19, die wie schon erwähnt, nicht derselben Bauart wie die vorherigen waren, waren vierachsige Lokomotiven der Bauart Mallet, genauso wie die 1907 und 1914 folgenden Loks. Nach dem ersten Weltkrieg baute die Arnold Jung Lokomotivfabrik noch 11 Dampfloks für die Bröltalbahn. Die letzte war die 1944 ausgelieferte Nummer 53, die 51 t wog, 11.345 mm lang und 2.260 mm breit war und höchstens 50 km/h schnell fahren konnte. Zwischen 1956 und 1959 sind drei Loks auf Ölfeuerung umgestellt worden.
Diesellokomotiven
Ab 1922 setzte die RSE eine benzolgetriebene Lokomotive im Beueler Rheinhafen ein, die 1935 wieder ausgemustert wurde.
Seit 1951 legte die Rhein-Sieg-Eisenbahn zwar nacheinander ihre Strecken still, doch man hatte noch Hoffnung, die Strecke von Eudenberg nach Beuel erhalten zu können. Deshalb beschaffte die RSE 1957 bis 1960 noch zwei Rangier-Diesellokomotiven bei Orenstein & Koppel mit 75 PS und drei Strecken-Diesellokomotiven mit 145 PS. Die Rangierloks waren für den Hafen in Beuel und den Steinbruch Eudenberg bestimmt.
Diesel-Triebwagen
Der erste 12.598 mm lange Triebwagen wurde 1934 beschafft, hatte einen Sechs-Zylinder-Daimler-Dieselmotor mit einer Leistung von 95 PS und fuhr 55 km/h schnell. 1938 und 1939 wurden dann noch vier weitere Triebwagen beschafft, weil die RSE plante, den gesamten Personenverkehr mit Triebwagen zu bewältigen. Dieses Vorhaben wurde allerdings durch den zweiten Weltkrieg behindert und danach durch das Aufkommen der Omnibusse gänzlich zunichte gemacht.
Die Farben der Triebwagen waren vor dem Krieg tomatenrot (RAL 3013) an den Seiten und auf dem Dach elfenbein (RAL 1014), im Krieg an den Seiten und auf dem Dach laubgrün (RAL 6002) und nach dem Krieg an den Seiten blau (RAL 5012) und auf dem Dach wieder elfenbein (RAL 1014).
Personenwagen
Aufgrund mangelnder Erfahrung über Abmessungen von Fahrzeugen bei solchen Schmalspurbahnen wie die Bröltalbahn plante die Bahnaufsichtsbehörde bei der Einführung des Personenverkehrs auf der Brötalbahn eine zulässige Wagenbreite von 1,57 m, also das Doppelte der Spurweite, und einer Höhe über der Schienenoberkante von 2,35 m ein. Später stellte sich aber heraus, dass diese Maße für die Beförderung von Personen ungeeignet waren, sodass man letztendlich eine Breite von 1,775 m und eine Höhe von 2,65 m über der Schienenoberkante festlegte. Die ersten Personenwagen waren 4,875 m lang und hatten an den Enden zwei Ein- und Ausstiegsplattformen, die durch zweiflügelige Türen mit dem Abteil verbunden waren. Außerdem waren sie grün angestrichen, hatten 14 Sitzplätze in der Holz- und 12 in der Polsterklasse und waren mit einem Kanonenofen für den Winter ausgestattet. 1884 setzte man testweise einen 5,3 m langen Wagen mit Lenkachsen, 12 Sitzplätzen in einem und 10 in einem anderen Abteil ein. Auch die nachfolgenden Wagen wurden maßgeblich in der Länge verbessert. Die höchste Anzahl erreichte die Bahn 1923 mit 40 Wagen.
Güterwagen
Die ersten Güterwagen, die für den Erztransport bestimmt waren und deshalb einen schrägen Boden und seitliche Klappen zum selbsttätigen Entladen hatten, wurden in der bahneigenen Werkstatt gebaut. Aus der Anfangszeit vor 1878 gibt es keine bestätigten Angaben über die Anzahl der Güterwagen. Es gibt nur eine Abhandlung aus dem Jahre 1875, die besagt, die Bahn habe 50 Güterwagen. Im Jahre 1878 waren es aufgrund der Einstellung des Erztransports 1877 nur noch 5 gedeckte und 21 offene Güterwagen. Wegen der Streckenausdehnung hatte man 1893 wieder mehr Güterwagen, und zwar 27 geschlossene Wagen (G-Wagen), inklusive der vorhandenen Gepäckwagen, mit einer Länge von 4,5 m, einer Breite von 1,5 m und einer Höhe von 1,8 m und 231 offene Wagen (O-Wagen), darunter offene Kastenwagen, Schüttgutwagen und Flachwagen. Bis 1926 gab es nur O-Wagen, die höchstens 7,5 t Last befördern konnten. 1926 beschaffte die RSE dann 44 O-Wagen, die 10 t Last transportieren konnten, worauf wenige Jahre später Wagen mit 20 t folgten. Neben diesen bahneigenen Güterwagen gab es ab 1906 drei Postwagen. Bis dahin gab es nur bahneigene Gepäckwagen mit Postabteil. Da die Bahnhöfe in Siegburg und Hennef für den Rollbockverkehr ausgerüstet waren, gab es außerdem 20 Rollböcke, um Normalspurwagen über die Schmalspurstrecken transportieren zu können, auf denen es im Profil möglich war.
Das waren die Strecken:
*Hennef?Buisdorf
*Hennef?Mendt
*Siegburg?Rostingen
*Niederpleis?Hangelar
*Hennef?Waldbröl
Einige Rollbockwagen wurden an die österreichische Zillertalbahn verkauft, nachdem die RSE stillgelegt worden war.
Literatur
Quellen
* Adolf Becker: Die Bröltalbahn/ Rhein-Sieg Eisenbahn. Kerstin-Verlag, Niederkassel-Mondorf 1988, ISBN 3-925250-05-0. (Hrsg.: Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH, Troisdorf)
Weiterführendes
* Manfred Frickhöfer: Die Rhein-Sieg-Eisenbahn (Bröltalbahn). 1979, Druck: quickprint grube & speck, Karlsruhe.
Weblinks
• Museum der Bröltalbahn
• Bahnhofsgebäude Bonn-Beuel und Bröltalbahnweg
• Heisterbacher Talbahn im Brückenhofmuseum Königswinter-Oberdollendorf

