Bräuteschule
Die Schutzstaffel (SS) im nationalsozialistischen Deutschland schrieb in ihrem Rassenwahn für alle SS-Angehörigen eine Heiratsgenehmigung vom Rasse- und Siedlungshauptamt zwingend vor. Voraussetzung dieser Genehmigung war der Besuch von Kursen, Bräuteschule genannt. Hierdurch sollte im Endeffekt der gewünschte arische Nachwuchs gefördert werden. Obwohl nur für SS-Angehörige vorgeschrieben, erlangte der Begriff ?Bräuteschule? durchaus Popularität. Lothar-Günther Buchheim zitiert 1973 in seinem Roman ?Das_Boot? einen derben Soldatenwitz über die ?Abschlußprüfung in der Reichsbräuteschule?.
Als Beispiel einer Bräuteschule der Nazis kann Burg Sternberg genannt werden.
Nach dem Krieg wurde der Begriff umgangssprachlich für eine Bildungseinrichtung mit hauswirtschaftlichem Schwerpunkt verwendet, die eine Mischung aus höherer Mädchenschule und Hauswirtschafts-Internat darstellte. Hier ging es darum, wie man richtig kocht und näht, wie man Tische deckt und Betten bezieht und zur perfekten Hausfrau wird.
Siehe auch
Lebensborn
Literatur
* Dorothee Schmitz-Köster: ?Deutsche Mutter, bist Du bereit...?. Alltag im Lebensborn. Aufbau Verlag, Berlin 1997, ISBN 3746680948
Die Welt, vom 09. Januar 2007, S.30

