Boyd Rice
Boyd Rice (1955) ist ein US-amerikanischer Musiker der Elektro- und Industrialszene.Unter dem Pseudonym NON veröffentlichte er seit 1975 anfangs bizarr wirkende, elektronische Experimentalmusik, bei der schierer Lärm häufig mit leicht eingängigen, kitschig wirkenden Melodien wechselt. "Pagan Muzak", eine seiner ersten Schallplatten wurde per Bohrmaschine mit zusätzlichen Löchern versehen."Pagan Muzak" war eine der ersten Veröffentlichungen des Industrialgenres und nahm damals bereits Elemente des Noise wie des Easy Listening vorweg. Sein nächstes Album erschien 1982 beim damals jungen Label Mute Records. Inhaltlich ist der Faden weit gespannt; das Album "Might!" beruft sich zum Beispiel auf "Might is right" von Ragnar Redbeard. Bis heute gilt Boyd Rice als Industrialpionier, seine Person allerdings ist durch seine satanistischen und sozialdarwinistischen Äußerungen und seine Bewunderung für Personen, wie Adolf Hitler, Alfred Rosenberg oder Charles Manson äußerst umstritten. Er ist ein führendes Mitglied der Church of Satan und war mit deren Gründer Anton Szandor LaVey befreundet. Er selbst gründete eine Denkfabrik namens Abraxas Foundation von der aus er, teils sehr kontroverse, sozialdarwinistische und esoterische Pamphlete veröffentlicht. Die Abraxas Foundation stellte ihre Veröffentlichungen Mitte bis Ende der Neunziger Jahre ein.
Musikalisch arbeitete er auch mit zahlreichen anderen bekannten Musikern zusammen wie Frank Tovey aka Fad Gadget. Mit Douglas Pearce von Death in June, Tony Wakeford ebenfalls von Death in June und mittlerweile von Sol_Invictus, Michael Moynihan von Blood Axis veröffentlichte er Aufnahmen unter dem Namen "Boyd Rice and Friends".
Mit Rose McDowell veröffentlichte er einige mit Tonträger unter dem Namen Spell, die Coverversionen bekannter Popsongs der 60er enthielten. Der Fokus lag hierbei in nahezu allen Fällen auf Stücken, die von tragischen Liebes- oder Lebensgeschichten mit tödlichem Ausgang für einen der Protagonistinnen oder Protagonisten handeln.
Außerdem produzierte er Alben für Ralph Gean, und kompilierte Alben mit Songs verschiedener Pop-Musikerinnen aus den 1960er- (Album "Music for Pussycats")und ein Album mit transilvanischer Marschmusik aus den 1930er Jahren.
Er spielte auch bei mehreren Filmen mit. Eigenen Angaben zufolge half er auch bei der Auswahl der Surf-Musik für den Film Pulp Fiction mit (in den Credits wird er nicht erwähnt).
Boyd Rice ist verheiratet und Vater eines Sohnes namens "Wolfgang".
Diskografie
* Pagan Muzak (1975)
* Knife Ladder / Mode Of Infection (1978)
* Easy Listening For The Hard Of Hearing (mit Frank Tovey) (1980)
* Boyd Rice (1981)
* Physical Evidence (1982)
* Rise EP (1982)
* Easy Listening for the Hard of Hearing (1984)
* Blood & Flame (1987)
* I'm Just Like You (8") (1989)
* Music, Martinis And Misanthropy - and Friends (mit Douglas Pearce, Michael Moynihan, Rose McDowall, Tony Wakeford und Bob Ferbrache) (1989/1990)
* Easy Listening for iron youth - The best of NON (1991)
* In the shadow of the sword (1992)
* Seasons in the Sun (1993)
* The Monopoly Queen (7") (1994)
* Might! (1995)
* Hatesville (1995)
* Death's Gladsome Wedding (1996)
* Hatesville (1996)
* God & Beast (1997)
* Pagan Muzak (reissue) (1999)
* Receive the Flame (1999)
* The Way I Feel (2000)
* The Reigstered Three - Boyd Rice and Friends (Douglas Pearce, Albin Julius) (2002)
* Wolf Pact - Boyd Rice and Friends (Douglas Pearce, Albin Julius) (2002)
* Children of the black sun (2002)
* Terra Incognita - Ambient Works 1975 - Present
* Alarm Agents - mit Death in June (2004)
Weblinks
• boydrice.com - offizielle Webpräsenz (englisch)
• laut.de - Boyd Rice - Biografie
• thevesselofgod.com Ein Teil seiner umstrittenen Schriften

