Bowil
Bowil ist eine politische Gemeinde im Amtsbezirk Konolfingen des Kantons Bern in der Schweiz.
Geographie
Bowil liegt auf , 6 km östlich von Röthenbach im Emmental, Linden, Oberhünigen, Zäziwil und Oberthal.
Bevölkerung
Mit 1418 Einwohnern (Ende 2005) gehört Bowil zu den kleineren Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 98.4 % deutschsprachig, 0.5 % albanischsprachig und 0.4 % sprechen Englisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Bowil belief sich 1850 auf 1588 Einwohner, 1900 auf 1665 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl bis 1960 stets im Bereich zwischen 1450 und 1560 Personen. Danach erfolgte eine Abwanderungswelle mit einem Rückgang auf 1247 Einwohner (1980). Seither wurde wieder eine Bevölkerungszunahme verzeichnet.
Wirtschaft
Bowil war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben die Milchwirtschaft und die Viehzucht sowie die Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Bowil sind heute Betriebe der Holzverarbeitung, des Maschinenbaus, des Baugewerbes und mechanische Werkstätten vertreten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Am nördlichen Talhang bei Steinen entstand das neue Wohnquartier Schlossberg. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den grösseren Ortschaften der Umgebung und in der Agglomeration Bern arbeiten.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch recht gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von Bern via Langnau im Emmental nach Luzern. Am 1. Juni 1864 wurde der Abschnitt Gümligen-Langnau im Emmental der Eisenbahnlinie von Bern nach Luzern mit einem Bahnhof bei Bowil eröffnet.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1299 unter dem Namen Bonwile. Später erschienen die Bezeichnungen Buonwile (1338) und Bonwyl (1534). Der Ortsname geht wahrscheinlich auf den althochdeutschen Personennamen Bobo oder Bovo zurück und bedeutet demnach beim Gehöft des Bobo/Bovo.
Seit dem Mittelalter unterstand Bowil der Freiherrschaft Signau, mit der es 1363 an die Grafen_von_Kyburg und 1399 an Bernburger Familien gelangte. Unter Berner Oberhoheit wurde das Dorf 1529 der neu geschaffenen Landvogtei Signau zugeordnet, während die hohe Gerichtsbarkeit stets beim Landgericht Konolfingen lag. Nach der Reformation war die Friedersmatt während langer Zeit Versammlungsort der Emmentaler Täuferbewegung. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Bowil während der Helvetik zum Distrikt Höchstetten und ab 1803 zum Oberamt Konolfingen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.
Sehenswürdigkeiten
Im alten Ortskern sowie in den verschiedenen Weilern sind zahlreiche charakteristische Bauernhäuser des bernischen Landstils aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten. Die Dorfkirche steht auf freiem Feld zwischen Bowil und dem Ortsteil Oberhofen. Sie feierte im Sommer 2006 ihr 75-jähriges Bestehen. An einer Talenge nahe der östlichen Gemeindegrenze aber noch auf Bowiler Boden befinden sich die Ruinen Alt Signau (südlich des Tals) und Neu Signau (nördlich des Tals) der Freiherren von Signau.
Weblinks
• Gemeindeinformationen
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• Luftaufnahmen des Dorfes

