Mohammed Bouyeri
Mohammed Bouyeri (8. März 1978 in Amsterdam) ermordete am 2. November 2004 den niederländischen Künstler und Filmemacher Theo_van_Gogh. Dieser Mord machte Schlagzeilen und hatte in den Niederlanden, aber auch in anderen europäischen Ländern, weitreichende Folgen.Bouyeri besitzt die marokkanische und die niederländische Staatsbürgerschaft. Seine Eltern sind Einwanderer der ersten Generation. 1995 machte Bouyeri seinen Havo-Abschluss und besuchte daraufhin die "INHOLLAND" Hochschule in Diemen. Er änderte mehrmals das Studienfach, verließ nach fünf Jahren die Hochschule ohne Abschluss und wandte sich zunehmend dem islamischen_Fundamentalismus zu. Zuvor war er der Polizei bereits als Mitglied einer unter Beobachtung stehender Gruppe von marokkanischen Jugendlichen bekannt geworden. Es wird vermutet, dass er sich einer islamistischen Terrorgruppe anschloss, die als Hofstadgroep (Hofstad-Gruppe) bezeichnet wird.
Nach der öffentlichen Kontroverse um Theo van Goghs islamkritischen Kurzfilm Submission_-_Part_One schoss Bouyeri am 2. November 2004 auf offener Straße auf den Regisseur, schnitt ihm die Kehle durch und stieß ihm ein Messer in den Körper, an dem ein Bekennerschreiben, u. a. mit Morddrohungen gegen die niederländische Parlamentsabgeordnete Ayaan Hirsi Ali, befestigt war. Hirsi Ali war mit van Gogh befreundet und Autorin o. g. Films. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei wurde Bouyeri in der Nähe des Tatorts verletzt festgenommen.
Am 11. Juli 2005 begann in Amsterdam der Gerichtsprozess, in dem er des Mordes an Theo van Gogh, des versuchten Mordes an Polizisten, des versuchten Totschlags an Passanten, Verstoß gegen das Waffengesetz und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation angeklagt wurde. Bouyeri gestand, van Gogh getötet zu haben, verzichtete aber auf eine Verteidigung und gab statt dessen an, weitere Anschläge begehen zu wollen. Am 26. Juli 2005 wurde Bouyeri zu einer lebenslangen_Freiheitsstrafe verurteilt. Nach niederländischem Recht ist eine vorzeitige Entlassung aus der Haft nur durch eine Begnadigung durch die Königin möglich.
Im Rahmen des Prozesses gegen die Hofstad-Gruppe rechtfertigte Bouyeri in einem ausführlichen Plädoyer seine Tat im Februar 2006 nochmals öffentlich. ?Im Kampf der Gläubigen gegen die Ungläubigen? sei Gewalt durch Islamisten vom ?Propheten Mohammed gebilligt?.[http://www.welt.de/data/2006/02/03/840256.html Van-Gogh-Mörder hält Attentat für Waffe im Glaubenskampf] Die Welt, 3. Februar 2006
Weblinks
• images.fok.nl/ Bild von Bouyeri
* Hofstad_Network Artikel der englischen Wikipedia

