Michael Bouteiller
Michael Bouteiller (29. Oktober 1943 in Offenburg) war von 1988 bis 2000 Bürgermeister der Hansestadt Lübeck. Seit dem Ende seiner Amtszeit arbeitet er als Rechtsanwalt.Leben
Michael Bouteiller studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Anschließend war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bielefeld. Am Verwaltungsgericht Minden arbeitete er als Richter. Nach beruflichen Stationen in Bielefeld trat er 1988 als Kandidat der SPD, der er bis zu seinem Austritt Ende 2001 angehörtehttp://www.ln-online.de/artikel/633705/, für das Amt des Bürgermeisters von Lübeck an. Er war als Nachfolger von Robert Knüppel (CDU) der letzte Bürgermeister Lübecks, der in indirekter Wahl gewählt wurde.
Im Zusammenhang mit dem Brandanschlag im Januar 1996 auf eine Asylbewerberunterkunft in der Hafenstraße in Lübeck wurde Bouteiller bundesweit bekannt. Bei dem Anschlag kamen zehn Menschen ums Leben, 38 erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Bouteiller stellte Überlebenden Reisedokumente aus, damit sie an der Beisetzung ihrer Angehörigen im Libanon beziehungsweise in Zaire teilnehmen und anschließend wieder nach Deutschland zurückkehren konnten. Schleswig-Holsteins Innenminister Ekkehard Wienholtz (SPD) forderte deswegen Bouteillers Rücktritt. Für das Ausstellen der Personaldokumente verhängte das Schleswig-Holsteinische Innenministerium im Dezember 1996 eine Disziplinarstrafe in Höhe von 6000 Mark gegen Bouteiller, gegen die dieser Widerspruch einlegte.
Die deutsche Sektion der Ärzte_für_die_Verhütung_des_Atomkrieges,_Ärzte_in_sozialer_Verantwortung (IPPNW) verlieh ihm für diesen Akt von Zivilcourage 1996 die Clara-Immerwahr-Auszeichnung.
Als im Jahr 2000 der Bürgermeister Lübecks zum ersten Mal direkt_gewählt wurde, kandidierte Bouteiller nicht mehr. Sein Nachfolger wurde Bernd Saxe (SPD).
Weblinks
• IPPNW Hamburg zur Verleihung der Clara-Immerwahr-Auszeichnung
• Mitteilung der Hansestadt Lübeck zum Widerspruch gegen die Disziplinarstrafe

