Botenheim
Botenheim ist ein Dorf im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg, das seit 1. Januar 1971 nach Brackenheim eingemeindet ist.
Geschichte
Botenheim wurde erstmals im Lorscher Codex in einer auf 793 datierten Urkunde als Batenheim erwähnt. Der Ort scheint zu dieser Zeit am Anfang seiner Besiedlung gestanden zu haben und gehörte zum nahen Meimsheim. Beim Übergang der Lorscher Besitztümer an das Erzstift Mainz 1232/34 wird Botenheim nicht ausdrücklich genannt, so dass der Ort möglicherweise schon vorher in andere Hände übergegangen war. Im 12. und 13. Jahrhundert wird Botenheim im Zusammenhang mit Besitztümern der Klöster Hirsau, Bebenhausen und Odenheim genannt. Im Hochmittelalter waren auch die Grafen von Lauffen und der Deutsche_Orden in Botenheim begütert. Die ältesten Bauteile der Botenheimer Kirche datieren bereits auf das Jahr 1280. Die Pfarrei war vermutlich wormsisches Lehen der Herren von Magenheim, ging jedoch wie auch die weltliche Herrschaft im 14. Jahrhundert an das Haus Württemberg über. Der Bebenhäuser Hof, ein Erbhof des Klosters, wurde 1487 durch das Brackenheimer Spital erworben, der übrige Bebenhäuser Besitz gelangte 1448 an Reinhard_von_Neipperg.
Das 17. Jahrhundert war für Botenheim wie für das gesamte umliegende Zabergäu eine schwere Notzeit. Truppendurchzüge, Einquartierungen, Plünderungen und die Pest forderten zahlreiche Tote. Unrühmliche Höhepunkte des Jahrhunderts waren im Dreißigjährigen_Krieg die Zeit nach der Schlacht bei Nördlingen 1635 mit Hungersnot und Pest und im Pfälzischen_Erbfolgekrieg die Zeit der Truppeneinquartierungen nach 1688 sowie ein Hungerjahr nach Hagelunwetter 1696. Die vielen Pesttoten des Ortes wurden auf einem speziellen Friedhof, den Siechenäckern, bestattet. Die Bevölkerung sank dabei von einst (1621) 353 Personen auf ca. 65 Personen im Jahr 1641 und erreichte erst um 1720 wieder den Stand von vor dem Dreißigjährigen Krieg.
In dem von Landwirtschaft und Weinbau geprägten Ort kam es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Rückgang der Bevölkerung aufgrund von Landflucht und Auswanderung.
1867 erwarb die Gemeinde die am Ort befindliche und seit dem 18. Jahrhundert in Privatbesitz befindliche Kelter. 1902 wurde die Kelter abgerissen und an ihrer Stelle eine neue Kelter errichtet. 1953 gründete sich eine Weingärtnergenossenschaft, die die Kelter erwarb und 1959 modernisierte. 1963 schlossen sich die Gemeinden Brackenheim, Cleebronn, Botenheim, Meimsheim, Hausen an der Zaber und Dürrenzimmern zum Zweckverband ?Abwasserreinigung Untere Zaber? zusammen.
Nach einer Bürgerabstimmung vom 25. Oktober 1970 wurde Botenheim zum 1. Januar 1971 nach Brackenheim eingemeindet. Das Dorf hatte zu dieser Zeit rund 970 Einwohner.
Sehenswürdigkeiten
*Evangelische Kirche mit Turm um 1280 und gotischem Kirchenschiff um 1350
*Rathaus von 1837, wiederaufgebaut nach Brand 1942/43, mit 7180 Liter fassendem Eichenweinfass
*Gasthaus ?Zum Ochsen?, ehemaliges Gülthaus des Deutschen Ordens, erbaut 1605/07
*Schulhaus von 1931
*Kelter von 1902
Bild:Botenheim-guelthaus1.JPG|Ehem. Gülthaus des Dt. Ordens
Bild:Botenheim-kirche-web.jpg|Ev. Kirche
Bild:Botenheim-rathaus.JPG|Rathaus von 1837
Bild:Botenheim-eichenfass.JPG|Eichenweinfass beim Rathaus
Bild:Botenheim-kelter.JPG|Kelter von 1902
Literatur
*Gerhard Aßfahl: Botenheim. In: Heimatbuch der Stadt Brackenheim und ihrer Stadtteile, Brackenheim 1980

