Botanischer Garten Palermo
(1838-1915).]]Der Botanische Garten Palermo (it.: Orto Botanico di Palermo) ist eine Gartenanlage, die sowohl von der Universität Palermo als Lehr- und Forschungsanlage genutzt wird, als auch interessierten Besuchern offen steht.
Geschichte
Die Geschichte der Gärten beginnt im Jahre 1779, als die Accademia dei Regi Studi (etwa: königliche Universität) den Lehrstuhl für Botanik und Medizin begründete: Man wies ein Stück Land aus auf dem man Pflanzen kultivieren und auf eine mögliche Verwendung als Heilpflanzen untersuchen konnte.
Da sich das zugewiesene Land jedoch bald als zu klein bemessen erwies, verlegte man die Anlage 1786 an ihren heutigen Standort, nahe dem Piano di Sant'Erasmo, einem Schauplatz grausamer Ereignisse während der spanischen Inquisition. 1789 begann der Bau der neoklassizistischen Verwaltungsgebäude, darunter das zentral gelegene Gymnasium, und zwei Nebengebäude das Tepidarium und das Calidarium, nach den Plänen des französischen Architekten Léon Dufourny, der auch den ältesten Teil des Gartens in der Nähe des Gymnasiums entwarf. Dieser besitzt einen rechteckigen Grundriss und besteht aus 4 kleineren quadratischen Parzellen indem die Arten in Anlehnung an die Taxonomie von Carl von Linné angeordnet sind. Der neue Garten wurde 1795 eröffnet. In den folgenden Jahren wurde die Anlage um das Acquarium (1798), ein Becken mit Wasserpflanzen und das Serra Maria Carolina (1823), ein Treibhaus, erweitert. Im Jahre 1845 wurde der Ficus macrophylla, heute Wahrzeichen des Gartens, von Norfolk Island (Australien) eingeführt. Die heutige Größe von etwa zehn Hektar wurde durch viele kleinere Erweiterungen im 1892 erreicht, 1913 wurde noch der Giardino coloniale (?Kolonialgarten?) eröffnet, der jedoch heute nicht mehr existiert. Seit 1985 wird der Garten vom Dipartimento di Scienze Botaniche (Institut für Botanik) geleitet.

