Botanischer Garten Bonn
Die Botanischen Gärten der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Bonn-Poppelsdorf sind eine der ältesten dokumentierten Gartenanlagen Deutschlands.
Geschichte
Die Wurzeln des Botanischen Gartens reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Am Ort des heutigen Gartens stand im Mittelalter eine Wasserburg, seit etwa 1340 ein Besitz der Kurfürsten_von_Köln.Etwa um das Jahr 1650 ist am Schloss ein Renaissancegarten mit Orangerien nachgewiesen. Über 200 Jahre befand sich seitdem hier ein Lustgarten der Kurfürsten von Köln. Häufig wurde der Garten in Kriegszeiten zerstört, wurde jedoch immer wieder an gleicher Stelle im gerade aktuellen Stil der Gartenkunst neu errichtet.
Um 1720 wurde der Garten zu einem Barockgarten umgewandelt, der in seiner Grundstruktur bis heute erhalten ist. Bis 1746 wurde von Kurfürst Clemens August I. von Bayern das Rokokoschloss Clemensruhe erbaut. In seiner Zeit wurden zwei Rotbuchen gepflanzt. Diese überlebten über 250 Jahre und wurden als Clemens-August-Buchen bezeichnet. Seit den 1970er Jahren wurde ihr Gesundheitszustand kritisch überwacht; am 18. Januar 2007 stürzte durch den Orkan Kyrill einer der Bäume um und der andere wird aufgrund seiner nun isolierten Stellung sicherheitshalber gefällt werden müssen. ?[http://www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2007/023.html Zeitzeuge von Clemens August fiel Orkan zum Opfer]?, Pressemitteilung der Universität Bonn
Unter der Herrschaft der Preußen wurden 1818 das Schloss und der angrenzende Park Eigentum der Universität Bonn. Noch im selben Jahr wurde der Park unter dem ersten Direktor Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck zu einem Botanischen_Garten umgestaltet.
Unter dem späteren Gartendirektor Eduard Strasburger wurde Bonn (nach Berlin) einer der bedeutendsten Botanischen Gärten Preußens.
Während der Botanische Garten den Ersten Weltkrieg ohne Schäden überstand, wurde er im Zweiten Weltkrieg total zerstört. Erst 1979-1984 wurde der Wiederaufbau mit neuen Gewächshausanlagen endgültig fertiggestellt.
Die Botanischen Gärten heute
mit 3 Blütenständen im Mai 2006. Die Pflanze ist auch das Emblem des Botanischen Gartens.]]
Die Botanischen Gärten sind heute an drei Standorten angesiedelt:
*Der ursprüngliche Botanische Garten am Poppelsdorfer Schloss
*Der Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg ()
*Der Melbgarten am Nachtigallenweg (nicht öffentlich)
Die Botanischen Gärten zeigen heute auf etwa 6,5 ha Fläche mit elf technisch hochmodern ausgestatteten Gewächshäusern etwa 8.000 verschiedene Pflanzenarten, die seit 1990 in einer elektronischen Datenbank erfasst und verwaltet werden.
Derzeitiger Direktor des Botanischen Gartens ist Professor Dr. Wilhelm Barthlott. Toromiro, sowie die umfangreichste deutsche Sammlung fleischfressender_Pflanzen.
Wegen seiner kulturhistorischen und aktuellen Bedeutung wurden die Botanischen Gärten 2004 in die Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas aufgenommen.
Bedeutende Pflanzenkundler und Gärtner am Botanischen Garten Bonn
Viele bedeutende Pflanzenwissenschaftler forschten in Poppelsdorf. Auch bedeutende Gärtner und Gartengestalter wirkten oder lernten hier.
Nachfolgend eine Auswahl:
• von Hanstein] (1822?1880), Gartendirektor von 1867 bis 1880.
• Pfeffer] (1845?1920), Pflanzenphysiologe, Kustos des Botanischen Gartens von 1874 bis 1877.
• Franz Wilhelm Schimper] (1856?1901), Pflanzengeograph, von 1883 bis 1899 Kustos in Bonn
• August von Regel] (1815?1892), in Poppelsdorf zum Gärtner ausgebildet, später Direktor des Botanischen Gartens Sankt Petersburg
• Beissner] (1843?1927), Dendrologe, 1887-1913 Garteninspektor in Bonn
• Friedrich Julius Bouché] (1846?1922), von 1871 bis 1888 Garteninspektor
• Gottfried Daniel Nees von Esenbeck] (1776?1858), erster Gartendirektor (1818?1829), Präsident der kaiserlichen Akademie ?Leopoldina?.
• Strasburger] (1844?1912), Botaniker
• Joseph Lenné] (der Jüngere) (1789?1866), Sohn des kurfürstlichen Hofgärtners Peter Joseph Le Neu (Lenné d. Ä.), in Bonn geboren und in Poppelsdorf ausgebildet.
• Friedrich Weyhe] (1775?1846) Gartengestalter, lernte bei seinem Vater, dem Lustgärtner Joseph Clemens Weyhe und seinem Onkel, Peter Josef Lenné d. Ä.
Literatur
*Helga Stoverock: Der Poppelsdorfer Garten - vierhundert Jahre Gartengeschichte, Dissertation an der Universität Bonn. [http://hss.ulb.uni-bonn.de/diss_online/phil_fak/2001/stoverock_helga/0242.pdf pdf-Version] (40 MB)
*Wilhelm Barthlott: Geschichte des Botanischen Gartens der Universität Bonn; in: Heijo Klein: Bonn - Universität in der Stadt (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn, Band 48, S. 41-60), 1990
* Botanischer Garten der Universität Bonn: Samenverzeichnis (früher: Delectus seminum); Bonn: Universität, 1871/72 - 2001/02 (Reihe)
*Botanischer Garten der Universität Bonn (Hrsg.): Bäume und Sträucher im Botanischen Garten der Universität Bonn, 1998
Quellen
Weblinks
• Webseite des Botanischen Gartens Bonn
• Online-Dissertation ?Der Poppelsdorfer Garten? von Helga Stoverock

