Boston Bruins
Die Boston Bruins sind eine Eishockeymannschaft in der Nordamerikanischen Profiliga NHL. Gegründet wurde das Franchise am 1. November 1924 in Boston (Massachusetts).
Die Boston Bruins waren das erste NHL-Team aus den USA und gehören zu den Original Six-Teams der NHL. Seit 1939 tragen die Bruins ein großes B auf ihrer Brust.
Mit fünf Stanley Cup-Siegen (zuletzt 1972) gehört das Team zu den erfolgreichsten Mannschaften der USA.
Geschichte
Frühe Jahre vor dem Krieg (1924 - 1941)
Dank der Überzeugungskraft von Charles Adams, einem Lebensmittelgroßhändler, entschied sich die NHL, die damals noch eine rein ostkanadische Liga war, den Sprung über die Grenze in die USA zu wagen. Die erste Wahl fiel auf Boston, eine Stadt in der Eishockey schon einen entsprechenden Stellenwert hatte. Gleichzeitig gab es auch die Zusage an zwei weitere US-amerikanische Städte (New York und Pittsburgh), die ein Jahr später folgen sollten.
Adams bewies ein glückliches Händchen in dem er Art Ross als General Manager anstellte. Ross blieb 30 Jahre bei den Bruins und war während dieser Zeit viermal als Trainer tätig. Zuerst bekam er aber den Auftrag einen Namen für das neue Team zu suchen. Adams schwebte etwas mit einem Tier vor, das Schnelligkeit, Beweglichkeit und Gerissenheit in sich vereinte. Ross schlug "Bruins" nach dem Braunbär vor. Die Teamfarben wurden passend in braun und gold gewählt (1939 wurde aus braun dann schwarz).
Nach zwei sportlich enttäuschenden Jahren zu Beginn, nutzte Art Ross die Chance, die sich ihm durch die Pleite der Western Hockey League bot. Er verpflichtete einige Spieler, darunter Verteidiger Eddie Shore der im Laufe der Zeit zum ersten Star der Bruins wurde. Das Team schaffte zum ersten Mal den Sprung in das Stanley Cup-Finale. Noch unterlag man, aber zwei Jahre später konnte man zum ersten Mal den Cup mit nach Boston nehmen. Neben Shore waren Dit Clapper und Goalie Tiny Thompson weitere Stars des Teams. Nicht nur die Mannschaft war zu dieser Zeit in bester Verfassung, auch das neue Stadion, der Boston Garden, war Grund zum Stolz.
In den 30er Jahren kamen noch Babe Siebert und Cooney Weiland als weitere Stars zum Team, doch erst nachdem Ross Goalie Thompson nach Montral abgegeben hatte und somit Platz für den jungen Frank Brimsek machte, konnte der zweite Stanley Cup Gewinn gefeiert werden. Mr.Zero, wie Brimsek genannt wurde, brachte die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung, während im Angriff die Kraut Line mit Milt Schmidt, Bobby Bauer und Woody Dumart sowie Bill Cowley wirbelten. Mit Cooney Weiland als Coach gelang es den dominanten Bruins 1941 noch ein drittes Mal den Stanley Cup zu gewinnen, doch es sollte für viele Jahre der letzte Cup-Gewinn sein.
Zweiter Weltkrieg und die Zeit der "Original Six" (1941 - 1967)
Der Zweite_Weltkrieg traf vermutlich kein anderes Team so hart wie die Bruins. Brimsek und die drei Spieler der Kraut Line zogen in den Krieg und verpassten so die vermutlich besten Jahre ihrer Karriere. Entsprechend wenig erfolgreich waren die Bruins in den folgenden Jahren. Erst nach dem Krieg kamen diese vier Spieler zurück. Dit Clapper war inzwischen Spielertrainer und gemeinsam mit den Rückkehrern konnte die Mannschaft 1946 wieder in das Cup Finale einziehen, unterlag dort jedoch den Montreal Canadiens. Auf Dauer konnten die Rückkehrer jedoch nicht an frühere Leistungen anknüpfen und die Bruins an der Spitze halten.
Die Vereinsführung war mittlerweile auf den Sohn von Charles Adams, Weston Adams übergegangen, doch dieser war in finanziellen Schwierigkeiten. So konnte Walter A. Brown der Besitzer der Boston Celtics 1951 das Team übernehmen. Drei Mal erreichte es in den 50er Jahren das Cup-Finale und drei Mal gingen die Montreal Canadiens als Sieger aus der Finalserie hervor. Die 60er Jahre begannen mit einem spielerischen Einbruch. Von 1960 bis 1967 waren die Bruins nur einmal nicht Letzter in der regulären Saison, doch die Unterstützung der Fans blieb ungebrochen. Das Farmteamsystem der Bruins war nicht so ausgeprägt wie bei den anderen Teams der NHL und doch gab es bei den Bruins zwei besondere Spieler in dieser Zeit. 1958 debütierte mit Willie O´Ree der erste Farbige in der NHL. Mit Tommy Williams, der 1960 bei den olympischen Spielen in Squaw Valley die Goldmedaille gewonnen hatte, hatte man 1962 den einzigen amerikanischen Spieler der NHL in den Reihen. 1964, nach dem Tod von Walter A. Brown, kaufte Weston Adams die Bruins zurück und begann das Team zu erneuern. In die letzte Saison der "Original Six"-Ära gingen die Bruins mit einem jungen Verteidiger, der die Fans der Bruins spüren ließ, dass das Herz der Mannschaft noch schlug.
Orr, Esposito und die Expansion (1967 - 1979)
Die Liga öffnete sich 1967 für sechs neue Teams und mit dem Wandel der Liga, wandelte sich auch der ehemalige Prügelknabe zu einem Top-Team. Neben Bobby Orr, dem vielleicht besten Verteidiger der je in der NHL spielte, war eines der einseitigsten Tauschgeschäfte der NHL-Geschichte Grund für den schnellen Aufstieg. Von den Chicago Blackhawks waren Phil Esposito, Ken Hodge und Fred Stanfield gekommen. Vor allem Esposito entwickelte sich zu dem Topscorer der Liga. Zusammen mit weiteren Stars wie Johnny Bucyk und Goalie Gerry Cheevers wurden die Big Bad Bruins zu einem der besten Teams, das die NHL je gesehen hatte.
29 Jahre nach dem letzten Titel konnten die Bruins 1970 den Stanley Cup nach einem 4:0 Sieg in der Finalserie gegen die St._Louis_Blues wieder nach Boston holen. Im darauffolgenden Jahr dominierten die Bruins die reguläre Saison nach Belieben. Unter den Top zehn Scorern waren sieben Spieler der Bruins. Doch in den Play-Offs brach eine Niederlage in Spiel Zwei gegen die Canadiens nach einer 5:1 Führung den Bruins das Genick und so gelang ihnen die sicher geglaubte Titelverteidigung nicht. Erst im Folgejahr waren die Bruins dann wieder im Finale erfolgreich. In den frühen 70er Jahren verloren die Bruins einige Spieler wie Hodge und Cheevers an die neu gegründete WHA. Der neue Trainer Don_Cherry brachte mehr Härte in Bostons Spiel. 1976 wechselte Orr nach Chicago, doch wegen einer Knieverletzung sollte seine Karriere nicht mehr lange dauern. Drei Mal waren die Bruins in den 70ern noch erfolglos in den Finalen.
80er und 90er Jahre
In den 80er Jahren ging ein neuer Stern an Bostons Eishockeyhimmel auf. Mit Ray Bourque hatte man 1979 im Draft den Verteidiger verpflichtet, der sich zum Aushängeschild der Bruins entwickeln sollte. Topscorer in den frühen 80ern war Rick Middleton. 1986 kam dann mit Cam Neely ein weiterer Star zu den Bruins. Mit seinem körperbetonten Spiel war er Vorbild für eine ganze Stürmergeneration. 1988 gelang den Bruins dann auch wieder der Einzug ins Stanley Cup-Finale, doch die Edmonton Oilers um Wayne Gretzky waren ein zu starker Gegner. Nach drei Niederlagen beendete ein Stromausfall das vierte Spiel in Boston. Das nächste Spiel in Edmonton beendete die Serie dann mit 4:0. Verstärkt mit Craig Janney, Bobby Carpenter und Glen Wesley gelang dem Team erneut der Finaleinzug, doch auch dieses Mal war Edmonton nicht zu besiegen. Zwischen 1988 und 1994 konnten die Bruins zumindest fünf Mal die Montreal Canadiens aus den Playoffs werfen, das Team, das man in sechs Finalserien nie bezwingen konnte. Mit Adam Oates, Josef Stümpel, Rick Tocchet und Joe Juneau wurde die Mannschaft weiter verstärkt, der Erfolg blieb jedoch aus. Das Team fand 1995 eine neue Heimat im Fleet Center, auch wenn viele Fans dem legendären Boston Garden nachweinten. 1997 endete dann eine Serie, die es so in Nordamerika noch nicht gegeben hatte. Nach 30 Jahren verpassten die Bruins zum ersten Mal die Playoffs. Doch alles Schlechte hat auch seine gute Seite. Im Draft 1997 durften die Bruins als Erste auswählen und holten mit Joe Thornton einen zukünftigen Star des Teams.
Das neue Jahrtausend
Der Start in das neue Jahrtausend war ernüchternd und erst die Saison_2001/02 war wieder Anlass zur Freude. Das Team um Joe Thornton, Sergei Samsonov, Brian Rolston und Glen Murray schaffte den Gruppensieg in der Northeast Division. Es war der erste Gruppensieg seit 1993. Doch als bestes Team im Westen gelang es ihnen nicht die Leistung der Vorrunde in die Playoffs zu retten. Schon in der ersten Runde scheiterten sie an den Montreal Canadiens. Eine Schwachstelle in dieser Zeit war die Torhüterposition. Zur Saison_2003/04 wurde daher Felix Potvin verpflichtet. Er startete stark, doch er konnte seine Leistung nicht halten. So war das Team im Laufe der Saison gezwungen, den Nachwuchstorhüter Andrew Raycroft einzusetzen und er zeigte die Leistung, welche man sich von Potvin versprochen hatte. Hierfür erhielt er am Ende der Saison die Calder Memorial Trophy. Boston wurde wieder Gruppensieger und erneut war bereits in der ersten Playoffrunde gegen Montreal Schluss. Nach der Streiksaison_2004/05 verpflichteten die Bruins mit Alexei Zhamnov und Brian Leetch routinierte Stars, die größte Änderung folgte aber erst im Laufe der Saison. Joe Thornton wurde an die San Jose Sharks abgegeben. Im Gegenzug kamen der Deutsche Marco Sturm, Brad Stuart und Wayne Primeau. Für dieses Transfergeschäft erntete General Manager Mike O'Connell sowohl von den Medien als auch von den Fans herbe Kritik, da mit Thornton die Identifikationsfigur und der beste Spieler des Teams abgegeben wurde und man mit Sturm, Stuart und Primeau keinen gleichwertigen Ersatz erhalten hatte. Auch Sergei Samsonov wurde abgegeben. Für ihn kam aus Edmonton unter anderem Marthy Reasoner. Der erhoffte Erfolg stellte sich noch nicht ein und das Team verpasste die Playoffs deutlich. Als folge wurde General Manager O'Connell im Sommer 2006 entlassen und durch Peter Chiarelli ersetzt.
Spielstätten
* Bis 1928 spielten die Bruins in der Boston Arena.
* Von 1928 bis 1995 wurde im legendären Boston Garden (Kapazität: 14.890 Zuschauer) gespielt.
* 1995 zog man in den direkt neben dem Garden errichteten Fleet Center der heute TD Banknorth Garden heißt. (Kapazität: 17.565 Zuschauer).
Besitzer und Farmteams
Nicht sonderlich beliebt ist der derzeitige Besitzer der Bruins, Jeremy Jacobs. Er ist CEO der Delaware North Companies. Kritisiert wird er zum einen für seine Transferpolitik, die nicht genug auf die Zukunft ausgerichtet ist. Zum anderen ist er ein einflussreicher Vertreter der NHL. Hier gibt man ihm gemeinsam mit Gary Bettman die Schuld für schlechte TV-Verträge der Liga.
Zu den Bruins, wie zu allen anderen NHL-Teams, gehört auch eine Mannschaft in niederklassigeren Ligen, ein sogenanntes Farmteam. Im Falle der Bruins sind dies seit 1992 die Providence Bruins in der American Hockey League.
Die Farmteams werden in der NHL oft dazu benutzt, die Nachwuchsspieler und Rookies auf die "richtigen" NHL-Spiele vorzubereiten.
Den Nachwuchs beziehen die Bruins dabei, wie die anderen Vereine, vor allem über den NHL Entry Draft, über den alljährlich die vielversprechendsten Nachwuchsspieler in die Liga gelangen.
Inoffizielle Vereinshymne
Die Ventures "instrumental rock"-Version der Nussknacker-Ouvertüre, bekannt als "Nutty", ist so etwas wie die inoffizielle Vereinshymne der Boston Bruins. "Nutty" wurde auch von der Bostoner Folk-Punk-Band "Dropkick Murphys" gecovert, die der Mannschaft auch das Lied "Time to go" gewidmet hat.
Aktueller Kader
Stand: 24. Februar 2007
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Expansionsjahre bis in die Gegenwart (1966 - heute)
Die Rolle, die Art Ross in den frühen Jahren spielte, wurde nun Harry Sinden zuteil. Neben einigen ehemaligen Spielern, wie Chevers, Goring oder Kaspers waren auch einige Trainerlegenden wie Don Cherry, Pat Burns und Mike Keenan hinter der Bande der Bruins aktiv.| valign="top" |
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General Manager
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Zu erwähnende Spieler
Mannschaftskapitäne
*kein Kapitän 1924-27
• Hitchman] 1927-31
• Owen] 1931-32
• Clapper] 1932-38
• Weiland] 1938-39
*Dit Clapper 1939-46
*Dit Clapper & Schmidt] 1950-54
*Milt Schmidt/Ed Sandford 1954-55
• Flaman] 1955-61
• McKenney] 1961-63
• Boivin] 1963-66
• Bucyk] 1966-67
*kein Kapitän 1967-73
• Bucyk] 1973-77
• Cashman] 1977-83
• O'Reilly] 1983-85
• Bourque]/Rick Middleton 1985-88 (gemeinsam)
• Bourque] 1988-00
• Allison] 2000-01
*kein Kapitän 2001-02
• Thornton] 2002-05
*kein Kapitän 2005-06
• Chara] 2006-heute
Mitglieder der Hockey Hall of Fame
• Barry]
• Bauer]
• Boivin]
• Bourque]
• Brimsek]
• Bucyk]
• Cheevers]
• Clapper]
• Cleghorn]
• Conacher]
• Cowley]
• Denneny]
• Dumart]
• Esposito]
• Flaman]
• Fredrickson]
• Jackson]
• Johnson]
• Lumley]
• Mullen]
• Neely]
• Oliver]
• Orr]
• Park]
• Quackenbush]
• Ratelle]
• Schmidt]
• Shore]
• Siebert]
• Stewart]
• Thompson]
• Weiland]
• Sawchuk]
Gesperrte Nummern
*2 Eddie Shore, D, 1926-40
*3 Lionel Hitchman, D, 1925-34
*4 Bobby Orr, D, 1966-76
*5 Aubrey_"Dit"_Clapper, D, 1927-47; Cheftrainer, 1945-49
*7 Phil Esposito, C, 1967-75
*8 Cam Neely, LW, 1986-96
*9 Johnny Bucyk, LW, 1955-78
*15 Milt Schmidt, C, 1936-55; Cheftrainer, 1954-66; General Manager, 1968-72
*24 Terry O'Reilly, RW, 1972-85; Head Coach, 1986-89
*77 Ray Bourque, D, 1979-2000
Diese Rückennummern hängen als Banner im TD Banknorth Garden und werden an keinen Spieler der Boston Bruins mehr vergeben. Die Rückennummer 99 ist generell in der NHL zu Ehren von Wayne Gretzky gesperrt worden.
Top 10 Draftpicks
1969: Don Tannahill (3.) und Frank Spring (4.)
1970: Reggie Leach (3.), Rick MacLeish (4.) und Ron Plumb (9.)
1971: Ron Jones (6.)
1973: Andre Savard (6.)
1979: Ray Bourque (8.)
1982: Gord Kluzak (1.)
1987: Glen Wesley (3.)
1995: Kyle McLaren (9.)
1996: Johnathan Aitken (8.)
1997: Joe Thornton (1.) & Sergei Samsonov (8.)
2000: Lars Jonsson (7.)
2006: Phil Kessel (5.)
Die Spieler der frühen_Draftjahre_1963_bis_1968 sind hier nicht aufgeführt.
Weiterführende Literatur
* Kevin Vautour: The Boston Bruins Book: The Most Complete Boston Bruins Book Ever Published, Raincoast Books 2003, ISBN 1551925532 (nicht eingesehen)
Weblinks
• Offizielle Webseite der Boston Bruins
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